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Tollwut bei der Katze: Orange Straßenkatze vor Mauer
© Shutterstock

Tollwut bei Katzen: Das sollten Halter wissen

von Carina Petermann

am aktualisiert

„Tollwut gibt’s doch in Deutschland gar nicht mehr! Warum soll ich meine Katze dagegen impfen?“ Wir müssen hier leider widersprechen.

Tollwut gilt zwar in Deutschland als ausgestorben. Aber das heißt nicht, dass sie gänzlich weg ist. Immer noch finden sich Fledermäuse mit Tollwut.

Erfahren Sie hier, warum Tollwut für Katzen weiterhin eine ernstzunehmende Erkrankung bleibt. 

Tollwut der Katze: Was verbirgt sich dahinter?

Tollwut ist eine seit der Antike bekannte Viruserkrankung, die neben Katzen viele andere Warmblüter befallen kann und fast immer tödlich verläuft. Als Zoonose ist sie ansteckend für den Menschen.

Verursacher der Erkrankung ist das Rabiesvirus, genauer gesagt: Rabies lyssavirus. Tollwut führt zu einer schweren Gehirnentzündung, die wiederum Verhaltensänderungen verursacht. Daher auch die Bezeichnungen „Tollwut“ und der Virus-Name „Rabies“ von lateinisch „rabere“ für „wüten“ und „toben“.

Tollwut bei Katze: Symptome

Das Tollwutvirus befällt das Nervensystem der Katze und wandert von dort aus in das Gehirn. Abhängig von dieser Entfernung ist die Inkubationszeit der Erkrankung, die zwischen wenigen Tagen bis zu einigen Wochen liegen kann. Zu den Symptomen zählen:

  • Verhaltensveränderungen: zahme Katzen werden scheu oder umgekehrt
  • Unruhe, Aggression, Beißwut
  • extreme Wasserscheu
  • häufiges Miauen
  • Vermehrter Speichelfluss infolge einer Schluck-Lähmung
  • fortschreitende Lähmungen

Bei einigen Tieren verläuft die Erkrankung „stumm“, das heißt mit weniger deutlichen Symptomen. Betroffene Katzen ziehen sich beispielsweise zurück. Dennoch treten im weiteren Verlauf Lähmungen auf. Tollwut verläuft fast zu hundert Prozent tödlich. Der Tod tritt spätestens zwei Wochen nach den ersten Symptomen durch Atemstillstand ein.

Zum Glück gibt es einen wirksamen Schutz vor Tollwut für Katzen: die Impfung. Viele Katzenhalter sind unsicher, ob eine Tollwut-Impfung notwendig ist. Dabei gibt es gute Gründe, die Katze gegen Tollwut impfen zu lassen.

Tollwut Impfung der Katze: Kosten

  • Grundimmunisierung: 12. Lebenswoche und 15. Lebensmonat
  • Kosten der Tollwut-Impfung: zwischen 40 und 80 €
  • Tollwut-Impfung erfolgt mit Lebendimpfstoff
  • Tollwut Impfung der Katze wie oft: jährlich oder alle drei Jahre
  • Nebenwirkungen: Rötungen an der Einstichstelle – informieren Sie sich auch über das Fibrosarkom
Gleich weiterlesen: Kosten der Katzenimpfung

Freigänger-Katzen gegen Tollwut impfen

Für Freigänger-Katzen ist eine Tollwut-Impfung sinnvoll, obwohl eine Infektion unwahrscheinlich ist. Doch wenn sie auftritt, ist sie immer tödlich.

Katze Impfung
Eine Impfung gegen Tollwut der Katze ist fast immer zu empfehlen (Shutterstock)

Die Tollwut-Impfung schützt nicht nur vor der Erkrankung, sondern auch vor tödlichem Verdacht: Seit 1991 sind in Deutschland alle Tiere mit Verdacht auf Tollwut auf behördliche Anordnung sofort zu töten. Eine Quarantäne ist keine Option. Ausgenommen sind Katzen und Hunde mit einer gültigen Schutzimpfung.

Katzen vor Reisen gegen Tollwut impfen

Sie möchten mit Ihrer Katze in ein anderes Land umziehen oder auf internationale Reisen, zum Beispiel in eine Ferienwohnung, gehen? Dann braucht die Samtpfote einen EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwut-Impfung. Denn beim Überschreiten der Grenzen gilt eine Tollwut-Impfpflicht. Je nach Land darf die Impfung ein bis drei Jahre alt sein.

Übrigens: Auch viele Katzenpensionen verlangen vor dem Check-in den Nachweis über eine gültige Tollwut-Impfung.

Brauchen Wohnungskatzen eine Tollwut-Impfung?

Macht eine Tollwut-Impfung bei reinen Wohnungskatzen Sinn? Es besteht das geringe Risiko, dass sich Wohnungskatzen mit Zugang zu einer Veranda oder einem Balkon über Fledermaus-Bisse infizieren.

Dies ist sehr unwahrscheinlich, aufgrund der ernsten Gefahren durch Tollwut allerdings ernst zu nehmen. Hat die Katze keinerlei Zugang nach draußen, ist keine Tollwut-Impfung erforderlich.

Wie verbreitet ist Tollwut bei der Katze?

Glücklicherweise spielt Tollwut in Deutschland heute dank strenger Schutzmaßnahmen eine untergeordnete Rolle. Aber weltweit sterben jährlich zwischen 17.000 bis 60.000 Menschen an Tollwut – die meisten davon in Asien, vor allem in Indien, und Afrika. Meist sind befallene Straßenhunde Überträger der Erkrankung.

In Deutschland ging die Hauptgefahr ursprünglich von Füchsen aus. Allerdings konnte durch gezielte Bejagung und Impfung eine Tollwutfreiheit bei Füchsen erreicht werden:

Der letzte mit Tollwut infizierte Fuchs in Deutschland starb 2006.

Jedoch können Fledermäuse Träger der Fledermaus-Tollwut sein. In den letzten 50 Jahren sind in Europa allerdings lediglich vier Fälle bekannt geworden, bei denen eine tollwütige Fledermaus einen Menschen infiziert hat.

Eine weitere Gefahr geht von nicht-geimpften Hunden oder Katzen aus dem Ausland aus. So wurde 2013 ein Hundewelpe aus Marokko nach Deutschland importiert, der Tollwut hatte. Strenge Impfpflichten helfen dabei, West-Europa auch in Zukunft weitgehend tollwutfrei zu halten.

Dementsprechend liegt das Risiko nicht bei Null, dass eine Katze sich mit Tollwut infiziert.

Tollwut Übertragung von Katze auf Mensch möglich?

Tollwut wird vor allem durch Bisse übertragen: Das Virus gelangt über den Speichel des erkrankten Tieres in die Bisswunde. Infizierte Tiere können andere Warmblütler durch Bisse anstecken.

Das Tückische ist, dass die Erkrankung zu Wesensveränderungen und Aggressionen führt. Normalerweise scheue Wildtiere suchen dadurch die Nähe anderer Tiere oder Menschen und beißen.

Symptom der Tollwut bei der Katze: Aggressive Katze
Aggressionen und Beißwut sind Symptome der Tollwut bei Katzen (Shutterstock)

Gefährdet sind neben Füchsen, Hunden, Katzen und Menschen vor allem Frettchen, Dachse, Marder und Waschbären, Wölfe sowie Fledermäuse. Selten erkranken Vögel, Eichhörnchen und pflanzenfressende Warmblüter wie Rehe oder Hirsche.

Hat ein Mensch den Verdacht, sich mit Tollwut infiziert zu haben, kann er sich innerhalb von 24 Stunden nach der Infektion impfen lassen und so den Ausbruch der Erkrankung verhindern. Experten sprechen von einer „Postexpositionsprophylaxe“. Für Hunde und Katzen gibt es diese Möglichkeit nicht.

Also ja, eine tollwütige Katze kann den Menschen mit Tollwut anstecken. Daher ist es wichtig schnell zu reagieren, wenn der Verdacht auf Tollwut bei Katzen besteht.

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