24 Stunden zittern seine Halter um ihn, leben in Ungewissheit, Angst und machen verzweifelte Suchaufrufe. Am Montag verschwindet in Wolgast (Vorpommern-Greifswald) ein kleiner Shih-Tzu-Rüde spurlos.
Obwohl das Tier im Laufe des Dienstags immer wieder im Stadtgebiet gesichtet wurde, schlägt jeder Rettungsversuch fehl. Der Ausreißer steht unter enormem Stress, ist getrieben von Panik und lässt absolut niemanden an sich heran.
Der Panik-Moment am Hafen
Dienstagabend, gegen 18:50 Uhr in der Kronwieckstraße scheint dann die ersehnte Wende nah! Ein Einsatzfahrzeug der Polizei entdeckt den Rüden. Bewusst langsam rollt der Wagen heran, um den entlaufenen Hund endlich festzusetzen und in Sicherheit zu bringen.
Doch für das verschreckte Tier bedeutet das Herannahen des Autos nicht das glückliche Ende seiner Odyssee, sondern die vermeintlich größte Bedrohung.
In purer Panik ergreift der kleine Shih-Tzu die Flucht. Er hetzt um sein Leben in Richtung Hafenbereich. Am Ufer angekommen, überschlagen sich die Ereignisse binnen Sekunden: Der Hund springt auf ein dort angebundenes Boot – und verliert die Kontrolle. Mit einem lauten Klatschen stürzt er direkt dahinter ins tiefe Hafenbecken.
Die ausweglose Falle im tiefen Wasser
Ein albtraumhaftes Szenario. Das Wasser ist tief, die Kaimauern ragen steil und unüberwindbar empor. Für das kleine, völlig entkräftete Tier gibt es aus eigener Kraft absolut kein Entkommen mehr.
Nach einem ganzen Tag auf der Flucht schwinden die Kräftereserven im nassen Element minutenschnell. Jedes Strampeln wird schwerer, der Kopf bleibt nur noch mühevoll über der Oberfläche. Die tödliche Falle ist perfekt – der Hund droht vor den Augen der Beobachter zu ertrinken.
Rettung in letzter Sekunde
Jetzt zählt jedes Bruchteil einer Sekunde. Die Retter zögern keinen Moment, eilen hinterher und klettern auf das schwankende Boot. Eine Helferin beugt sich tief über den Rand, greift entschlossen nach dem durchnässten, schwer gewordenen Körper des Tieres und zieht den geschwächten Shih-Tzu im letzten Augenblick aus dem Wasser.
Völlig erschöpft, aber lebendig wird der kleine Ausreißer sofort erstversorgt. Noch am selben Abend findet das Drama das erlösendste aller Enden: Der kleine Hund kann wohlbehalten seinen überglücklichen Besitzern übergeben werden. Ein Nervenkitzel am Hafenbecken, der um ein Haar in einer Tragödie geendet wäre.