Es klingt wie der Beginn einer schleichenden Umwälzung für nahezu zwei Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen: Hinter den Kulissen braut sich eine Entscheidung zusammen, die das Leben zahlreicher Tierhalter schlagartig verändern könnte.
Ausgerechnet Promi-Hundetrainer Martin Rütter und NRW-SPD-Fraktionschef Jochen Ott haben gemeinsame Sache gemacht. Ihr Plan trifft die Hunde-Community unvorbereitet – und sorgt jetzt für helle Aufregung.
Der Preisschock am Wochenende
Der Plan: Wer sich künftig einen neuen Hund anschaffen möchte, soll vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Vorgesehen ist ein verpflichtender Hundeführerschein. Um den zu erwerben, soll ein Zweitageskurs am Wochenende absolviert werden.
Und der ist nicht kostenlos. Die Hiobsbotschaft für alle Zukunfts-Halter: Der angedachte Hundeführerschein in NRW könnte 100 bis 150 Euro kosten. In strammem Tempo sollen Themen wie Qualzucht, illegaler Welpenhandel und Ernährung durchgepaukt werden. Doch die Kosten sind erst der Anfang.
Denn die Daumenschrauben sollen noch weiter angezogen werden. Die Macher hinter dem Vorstoß fordern eine kompromisslose Kontrolle an den entscheidenden Schnittstellen.
Die Vision: Wer seinen neuen Vierbeiner beim Ordnungsamt anmelden will, muss den Führerschein vorlegen. Ohne Nachweis droht das unmittelbare Aus bei der Registrierung. Der Kontrolldruck auf die Halter würde damit massiv steigen.
Tierheime vor dem Kollaps
Ausgerechnet die ohnehin schon stark belasteten Tierheime im Land sollen diese Herkulesaufgabe stemmen und als Schulungszentren herhalten. Ein Plan, der bei Insidern für Entsetzen sorgt. Lutz Kaczmarsch, Leiter des Tierheims Duisburg und Präsidiumsmitglied des Landestierschutzverbands, befürchtet im Gespräch mit Der Westen eine potenzielle Katastrophe.
Zwar befürwortet er den Grundgedanken, doch den Tierheimen fehle schlichtweg das Personal für eine Umsetzung.
Während Duisburg womöglich ab November personell aufstocken kann, drohen vor allem die Einrichtungen im ländlichen Raum unter der Last der zusätzlichen Kurse kollabieren. Der Ansturm wäre kaum abzufangen.
Der Countdown läuft
Seit dem massiven Zuwachs während der Corona-Pandemie hat sich die Zahl der Hunde in NRW auf rund zwei Millionen vervielfacht. Die Nerven in der Szene liegen blank, das System steht unter Dauerspannung.
Jetzt läuft die Uhr unaufhaltsam ab. Alles steuert auf einen einzigen Stichtag zu: Am 21. September kommt es im NRW-Landtag zur entscheidenden Anhörung. Martin Rütter persönlich soll vor das Gremium treten. Es ist der finale Showdown einer Debatte, die das gesamte Land in Atem hält. Für Hundeliebhaber in NRW beginnt das große Zittern.