Auch in diesem Jahr läuft das Münchner Oktoberfest wieder auf Hochtouren. Dröhnende Musik, dichte Menschenmassen, ausgelassene Feierlaune und zerbrochenes Glas auf den Wegen prägen das Bild rund um die Festwiesen.
Doch genau an den stark frequentierten Ein- und Ausgängen spielt sich abseits der Bierzelt-Atmosphäre ein Szenario ab, das bei vielen Vorbeigehenden für tiefe Beklemmung sorgt.
Wiesn-Stress bis zur Erschöpfung
Die Initiative „Pro Bella – das leidvolle Betteln mit Hunden muss beendet werden“ veröffentlichte am 24. September einen eindringlichen Facebook-Beitrag. Im Mittelpunkt stehen Hunde, die nach Darstellung der Organisation rund um die Ein- und Ausgänge des Festgeländes beim Betteln eingesetzt werden.
„Es ist laut!!! Es ist voll!!!“, schreibt die Initiative. Nach ihrer Darstellung würden Menschen mit Hunden über viele Stunden rund um das Oktoberfest betteln. Die Tiere würden dabei gezielt eingesetzt, um bei Passanten Mitleid zu erzeugen, so der Vorwurf der Organisation.
Das Leid der Bettel-Hunde
Über Schichten von bis zu 12 Stunden täglich seien die Tiere dem enormen Geräuschpegel, der Hektik und den optischen Reizen der Großveranstaltung schutzlos ausgesetzt. Die mitgeführten Wasserschalen dienen dabei häufig nur als Kulisse.
Für die Tiere bedeutet der dauerhafte Aufenthalt im Festgetümmel extremen Stress. Neben der akustischen Überlastung bergen unberechenbare Passanten und scharfe Scherben auf dem Asphalt eine ständige Gefahr.
Aufnahmen lösen Empörung aus
Innerhalb kürzester Zeit verbreiteten sich die Aufnahmen im Netz und lösten eine Welle der Empörung bei Tausenden Tierfreunden aus.
Hinter der Zurschaustellung der Tiere stecke zudem eine ausgeklügelte Logistik, so ein weiterer Vorwurf der Tierschützer. Viele der Hunde würden aus dem Ausland nach Deutschland gebracht – häufig ohne den zwingend vorgeschriebenen Gesundheitsstatus.
Überprüfungen würden immer wieder fehlende Impfdokumente, Unstimmigkeiten beim Mikrochip sowie Befall mit Parasiten offenbaren. Zudem fehle für die Bettel-Einsätze in der Regel die erforderliche tierschutzrechtliche Genehmigung nach § 11 des Tierschutzgesetzes.
Dringender Appell an die Besucher
Die Tierschützer richten einen dringenden Appell an alle Festgäste: Wer Geld gibt, hilft den Tieren nicht, sondern hält das System der Ausbeutung aufrecht!
Stattdessen sollten aufmerksame Beobachter den Blick nicht abwenden, Auffälligkeiten sachlich dokumentieren und Kontrollen durch die vor Ort anwesenden Amtstierärzte sowie das Ordnungsamt anfordern.