Mittwoch auf der Autobahn 2 in Niedersachsen. Am Autohof Peine in Niedersachsen ziehen Kontrolleure einen älteren VW Sharan aus dem fließenden Verkehr. Erst ist es eine reine Routinekontrolle – bis die Beamten einen Blick ins Wageninnere werfen.
Am Steuer sitzt ein ungarischer Fahrer, das Fahrzeug hat rumänische Kennzeichen. Sein Ziel, so behauptet der Mann, sei Dänemark. Doch als die Beamten nach dem genauen Grund seiner Reise fragen, gerät der Mann ins Stocken. Das ungute Bauchgefühl der Kontrolleure soll sie nicht täuschen.
Der erste Fund im Kofferraum
Die Beamten fordern den Fahrer auf, den Kofferraum zu öffnen. Zwischen den Habseligkeiten stoßen sie auf zwei Hundeboxen. Als sie hineinleuchten, blicken ihnen sechs hilfesuchende Knopfaugen entgegen!
Zwei erwachsene Dackel und ein einzelner Welpe drängen sich dort in der Enge zusammen. Eine beklemmende Entdeckung, die für ein sofortiges Eingreifen reicht. Doch was die Kontrolleure wenige Augenblicke später auf der Rückbank finden, sprengt jede Vorstellungskraft.
Grausame Entdeckung unter dem Gepäck
Auf den Rücksitzen türmen sich Taschen, Koffer und Kleidungsstücke wild übereinander. Es wirkt wie achtlos hineingeworfenes Gepäck – doch es dient als perfides Versteck. Tief unter den schweren Schichten machen die Beamten eine winzige Taubentransportbox ausfindig... und müssen schwer schlucken.
In diesem völlig ungeeigneten Behältnis sind unfassbare 13 weitere Dackelwelpen zusammengepfercht! Die gerade einmal sechs Wochen alten Tiere ringen in der Enge unter den Taschen nach Sauerstoff, eine Luftzirkulation ist praktisch nicht existent. Von rettenden Papieren oder Dokumenten für die Hunde fehlt jede Spur.
Der Preis der Profitgier
Der Zustand der kleinen Körper ist besorgniserregend. Völlig geschwächt und stark dehydriert werden die Tiere umgehend aus ihrem Gefängnis befreit und in ein Tierheim in der Nähe gebracht. Erst dort, nach der lebenswichtigen Versorgung mit frischem Wasser, Futter und etwas Auslauf, blühen die Welpen langsam wieder auf.
Der Fahrer versucht, sich mit einer fadenscheinigen Ausrede zu retten: Die Hunde seien lediglich für Familienangehörige und Freunde bestimmt. Doch die grausame Realität sieht anders aus. Einige der Welpen weisen eine extrem seltene Scheckung auf – ein genetischer Defekt, der extrem begehrt ist und auf dem Markt horrende Summen einbringt. Ein eiskaltes Geschäft auf dem Rücken wehrloser Lebewesen.
Wo ist die Mutter der Welpen?
Während die geretteten Dackel nun erst einmal in Sicherheit sind, offenbart die anschließende tierärztliche Untersuchung ein weiteres, herzzerreißendes Detail.
Die beiden erwachsenen Weibchen aus dem Kofferraum sind hochtragend. Doch von der leiblichen Mutter der 13 zusammengepferchten Welpen fehlt schlichtweg jede Spur. Wo sie ist und was mit ihr passierte, bleibt völlig unklar.
Der Fahrer muss sich für diese skrupellose Fahrt nun vollumfänglich verantworten. Zudem wird er massiv zur Kasse gebeten: Die enorm hohen Kosten für die Unterbringung und medizinische Versorgung aller 16 Hunde in der Quarantäne muss er in voller Höhe selbst tragen.