Donnerstagnachmittag (11.06.2026) in den Zillertaler Alpen (Österreich). Die Uhr zeigt genau 15:20 Uhr. Ein deutsches Paar aus dem Raum Regensburg befindet sich zusammen mit seinem Hund auf dem Rückweg vom Gipfel des Geiskopfs.
Was als idyllischer Wanderurlaub begann, verwandelt sich in über 2000 Metern Höhe binnen Sekunden in ein unbarmherziges Drama. Denn plötzlich gibt der Boden unter den Füßen der drei nach!
Fehltritt am Steilhang
Die Bedingungen am Berg sind an diesem Tag tückisch: Winterliche Verhältnisse, Schnee und schlammiger Matsch machen den steilen Steig zu einer Rutschbahn. Das Gelände fällt hier mit einer extremen Neigung von bis zu 35 Grad ab. Dann passiert es.
Ein einziger Fehltritt, der Halt geht verloren. Für das Paar und das Tier gibt es kein Bremsen mehr. Sie stürzen ab. Unaufhaltsam rutschen sie rund 40 Meter die steile Almwiese hinab – in der Gewissheit, dass jeder Meter weiter in die Tiefe tödlich enden kann.
Isoliert im eisigen Dickicht
Das unkontrollierte Rutschen endet abrupt in einem dichten Latschenfeld. Gestrandet, unterkühlt und völlig durchnässt in der eisigen Höhe. Dem 34-jährigen Mann gelingt es unter Schock, einen Notruf abzusetzen. Es ist der Startschuss für eine dramatische Rettungsaktion gegen die Uhr.
Wenig später zerschneidet das Knattern von Rotorblättern die Stille am Geiskopf. Die Bergrettung Mayrhofen rückt an, unterstützt von einem Notarzt- und einem nachalarmierten Polizeihubschrauber. Doch die Bergung im steilen Gelände fordert den Einsatzkräften alles ab.
Die Evakuierung: Getrennt in der Bergwand
Die Retter müssen improvisieren. Per fliegendem Tau wird zunächst die 29-jährige Frau aus der Luft geborgen und sofort ins Krankenhaus geflogen.
Zurück bleiben der verletzte Mann und der Hund. Isoliert am Hang, während die Kälte unbarmherzig durch die nasse Kleidung kriecht. Zwei Bergretter harren bei ihnen aus, versorgen den sichtlich gezeichneten Mann und sichern das Tier.
Erst im zweiten Anlauf gelingt es dem Helikopter, auch den Regensburger und den Hund an Bord zu ziehen und ins Tal zu fliegen. Am Ende steht die pure Erleichterung nach Stunden der Todesangst: Trotz des schweren Sturzes und der extremen Unterkühlung überstanden Mensch und Hund das Alpen-Unglück wie durch ein Wunder weitgehend unverletzt.