Es dauert nur wenige Sekunden, doch sie reichen aus, um eine heftige Debatte loszutreten. Angela Finger-Erben spricht bei „Punkt 12“ von „Kötern“, korrigiert sich kurz darauf – und sieht sich plötzlich mit massiver Kritik von Hundehaltern und Tierfreunden konfrontiert.
Eigentlich könnte die Sache damit schnell beendet sein. Ein Versprecher, eine direkte Korrektur, eine Entschuldigung – fertig. Doch Tage nach dem Vorfall warten viele Kritiker noch immer auf etwas, das bislang nicht gekommen ist: eine persönliche Reaktion der RTL-Moderatorin.
„Köter“-Versprecher sorgt für heftige Kritik
Der Stein des Anstoßes passiert mitten im laufenden Programm. Finger-Erben benutzt live bei einer Berichterstattung über die neue Reglung, dass Hunde bis 30 Kilo in der Flugzeugkanine mitreisen dürfen, den abwertend empfundenen Begriff „Köter“...
Die Moderatorin korrigiert sich allerdings bereits Sekunden später, trotzdem verbreitet sich die Szene im Netz – und sorgt besonders unter Tierfreunden für Empörung. Der Ausdruck wird von vielen nicht als harmloser Versprecher abgetan. Zumal Finger-Erben direkt danach energisch dafür plädiert, dass sämtliche Hunde in Flugzeugen einen Maulkorb tragen sollten.
Entsprechend groß ist die Erwartung, dass die Moderatorin selbst noch einmal Stellung bezieht. Doch genau das geschieht bislang nicht. Auf ihren eigenen Social-Media-Kanälen hat sich Finger-Erben nach den vorliegenden Informationen weder persönlich entschuldigt noch direkt zum Shitstorm geäußert!
Stattdessen übernimmt ihr Arbeitgeber die Kommunikation. Und genau das sorgt nun erneut für Diskussionen.
RTL-Moderatorin schweigt weiter
Eine Sprecherin von RTL versuchte, die Situation einzuordnen. Im Namen von Angela Finger-Erben ließ der Sender erklären, dass es „zu keinem Zeitpunkt ihre Absicht war, Hunde oder ihre Halterinnen und Halter abzuwerten“.
RTL verwies außerdem darauf, dass Finger-Erben ihren Versprecher schon wenige Sekunden später live korrigiert habe. Und es hieß weiter: Sie bedauere den Vorfall. Auf dem Papier ist das eine klare Reaktion. Nur: Sie kommt eben nicht von Finger-Erben selbst.
Während die Diskussion in den sozialen Netzwerken weiterläuft, bleibt eine persönliche Botschaft der Moderatorin aus. Kein Video, kein eigener Post, keine direkte Ansprache an die verärgerten Hundehalter. Genau dieses Schweigen wird inzwischen von Kritikern zusätzlich bemängelt.
Für manche scheint damit nicht mehr allein der ursprüngliche Begriff das Problem zu sein. Nun geht es auch darum, wie mit der Kritik umgegangen wird.
Szene verschwindet plötzlich aus der Mediathek
Und noch etwas passiert im Hintergrund. Wer die betreffende Ausgabe von „Punkt 12“ später bei RTL+ ansehen wollte, bekommt die umstrittene Passage offenbar nicht mehr zu sehen: RTL hat die entsprechende Szene aus der Aufzeichnung herausgeschnitten.
In Kombination mit dem öffentlichen Schweigen Finger-Erbens wirkt die Situation auf Kritiker damit umso unbefriedigender. Ob allerdings ihre Stellungnahme die Debatte tatsächlich beruhigen würde, ist völlig offen.
Denn Finger-Erben kennt Kritik aus ihrer langen RTL-Karriere bereits aus anderen Zusammenhängen.
Finger-Erben bringt Zuschauer öfter gegen sich auf
Seit vielen Jahren steht Angela Finger-Erben für RTL vor der Kamera – oft in Formaten, bei denen Emotionen ohnehin schnell hochkochen.
Besonders bei „Ich bin ein Star – Die Stunde danach“ wurde ihr von Zuschauern immer wieder vorgeworfen, Diskussionen nicht neutral genug zu moderieren oder gegenüber einzelnen Teilnehmern zu wertend aufzutreten.
Für Aufsehen sorgte auch ein Satz aus dem Jahr 2020. Als Zuschauer die Dschungelcamp-Berichterstattung kritisierten, reagierte Finger-Erben mit den Worten: „Euch kann man aber auch nicht glücklich machen.“ Ein Teil des Publikums empfand diese Bemerkung damals als genervt oder arrogant.
Auch rund um „Schwiegertochter gesucht“, dessen Moderation sie 2024 übernahm, gab es Kritik – wobei sich diese nicht ausschließlich gegen Finger-Erben richtete, sondern ebenso gegen das Format selbst und dessen Ausrichtung. Nachdem die Sendung schwache Quoten erzielte und vorzeitig aus dem linearen RTL-Programm verschwand, bekam die Diskussion zusätzlichen Auftrieb.
Ähnlich emotional verliefen Reaktionen auf Wiedersehenssendungen von Reality-Formaten wie dem „Sommerhaus der Stars“. Zuschauer warfen der Moderation teilweise vor, bei besonders aggressiven Auseinandersetzungen nicht entschieden genug einzugreifen.
Nun steht Finger-Erben erneut im Mittelpunkt einer Debatte – diesmal wegen eines einzigen Wortes über Hunde.