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Hundesteuerbescheid
© Firn / Shutterstock (Symbolbild)

Mann hat gar keinen Hund, muss aber Steuern zahlen: Jetzt plant er den Gegenschlag

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Er streichelte nur fremde Hunde für ein Foto. Dann schnappte die Steuer-Falle zu. Warum die absurde Hetzjagd der Stadt jetzt nach hinten losgeht.

Es beginnt mit völlig harmlosen Bildern im Netz. Marianus K. aus Hilden (NRW) teilt auf Facebook sein Leben, posiert lächelnd mit den Hunden seiner Tochter, einer Freundin oder des Nachbarn. Was er jedoch nicht ahnt: Er wird beobachtet.

Im Hintergrund hat die Stadtverwaltung längst ein Auge auf sein Profil geworfen. Aus ein paar geteilten Schnappschüssen konstruiert die Behörde im Verborgenen eine Theorie – und stürzt den Mann in einen zweieinhalbjährigen Albtraum.

Die Falle im Briefkasten

Im Jahr 2022 schlägt die Bürokratie zu. Fragebögen flattern in den Briefkasten des Mannes, in denen er Details zu seinen „angeblichen Hunden“ eintragen soll. Marianus K. kann sie nicht beantworten, schließlich hat er gar keinen eigenen Vierbeiner.

Doch wer in den Mühlen der Verwaltung landet, kommt so leicht nicht wieder heraus. Eine Antwort von Marianus K. scheitert an einer nicht gültigen Signatur, die Frist verstreicht einfach – und dann präsentiert die Stadt die eiskalte Quittung.

Der Bescheid fordert 1.404 Euro. Hundesteuer für das aktuelle und die vergangenen vier Jahre. Die absolute Spitze des Wahnsinns: Die Stadt Hilden erkennt zu diesem Zeitpunkt sogar selbst an, dass Marianus K. gar keinen Hund besitzt!

Dennoch pocht der Apparat gnadenlos auf das Geld, einzig und allein, weil eine formelle Widerspruchsfrist verstrichen ist. Der Mann zieht in seiner Not vor Gericht.

Das Machtwort der Richterin

Am Freitag, den 28. März, kommt es vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf schließlich zum Showdown. Die Richterin wirft einen nüchternen Blick auf die Akten und zerpflückt das Vorgehen der Stadt. Der Steuerschätzbescheid sei rechtswidrig.

Anstatt blind Facebook-Profile zu durchforsten und horrende Summen zu schätzen, hätte die Verwaltung mit einem simplen Hausbesuch die Wahrheit herausfinden können. Die Richterin rät der Stadt eindringlich, die absurde Forderung fallen zu lassen.

Nach zähem Hin und Her rudert die Stadt Hilden dann doch endlich zurück. Marianus K. muss die 1.404 Euro nicht zahlen, lediglich die Hälfte seiner Anwaltskosten trägt er selbst. „Ich bin eigentlich ganz zufrieden“, sagt der Mann nach der Verhandlung. „Die letzten zweieinhalb Jahre waren nicht so einfach.“

Doch wer glaubt, die Akte sei damit geschlossen, irrt sich gewaltig. Die Frechheit der Behörden hat in Marianus K. etwas ausgelöst. Er hat keine Lust mehr, sich ausgeliefert zu fühlen. Sein Plan für die Zukunft ist so simpel wie radikal: Aus dem Gejagten wird nun der Herausforderer. Marianus K. tritt als Bürgermeisterkandidat an. Es sieht ganz so aus, als hätte die Stadt Hilden den Falschen ins Visier genommen.

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