Hamburg. Es ist ein stilles Drama, das sich Tag für Tag zwischen Alster und Elbe abspielt. Hinter den Mauern des Tierheims des Hamburger Tierschutzvereins (HTV)( sitzen jährlich 700 bis 900 Hunde. Viele von ihnen stammen aus Beschlagnahmungen oder wurden aus purer Überforderung einfach abgegeben.
Während Welpen oft schnell ein Zuhause finden, gleicht der Aufenthalt für die alten, kranken und pflegeintensiven Tiere oft einer lebenslangen Haftstrafe. Sie sitzen über Monate, teilweise über Jahre, in ihren Zwingern fest. Und niemand holt sie ab. Der Grund dafür: Die Menschen haben Angst vor hohen Kosten.
Die finanzielle Schlinge zieht sich zu
Wer heute einem alten oder vorbelasteten Hund eine zweite Chance geben will, rechnet oft mit horrenden Tierarztkosten und teurem Spezialfutter. Als wäre das nicht genug, drohte eine weitere Belastung: Die ohnehin schon hohe Hundesteuer von aktuell 90 Euro soll im Jahr 2027 auf schmerzhafte 120 Euro im Jahr ansteigen.
Für viele tierliebe Menschen ein unüberwindbares Hindernis. Die Tiere blieben unvermittelbar. Doch nun durchbricht ein historischer Paukenschlag diesen Teufelskreis!
Befreiungsschlag für die Vergessenen
Die rot-grüne Landesregierung hat eingegriffen und einen offiziellen Beschluss gefasst, der gerade Tausende Hundehalter und Tierschützer jubeln lässt: Wer ab dem Jahr 2027 einen Vierbeiner aus einem Hamburger Tierheim rettet, wird für die ersten drei Jahre komplett von der Hundesteuer befreit!
Es ist ein gezielter Schachzug, um die voll besetzten Käfige endlich zu leeren. Lisa Maria Otte, tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen, erklärt im Gespräch mit Bild.de den Masterplan hinter dem Beschluss: „Damit geben wir einen finanziellen Anreiz, nicht nur Welpen, sondern auch älteren Tieren eine Chance auf ein neues Zuhause zu geben.“
Die Steuerbefreiung soll genau jene Angst vor den Folgekosten nehmen, die bisher so viele Adoptionen in letzter Sekunde scheitern ließ.
Berlin als erfolgreiches Vorbild
Die Taktik, finanzielle Fesseln zu lösen, um Leben zu retten, ist bereits erprobt. Hamburg nimmt sich dabei explizit die Hauptstadt als Vorbild. An der Spree werden Retter eines Tierheimhundes sogar für ganze fünf Jahre von der Steuer befreit. Mit durchschlagendem Erfolg!
Berliner Tierschutzvereine berichten, dass sich die Vermittlungschancen für gesundheitlich vorbelastete und ältere Hunde durch diese Regelung drastisch verbessert haben.
Nun zieht Hamburg endlich nach. Für Hunderte Hamburger Tierheimhunde bedeutet diese Nachricht ab 2027 nicht weniger als die echte Chance auf ein neues Leben in Freiheit.