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Geschenk mit Hundepfote
© Shutterstock

Hund zu verschenken: Vorsicht bei dubiosen Angeboten!

von Philipp Hornung

am aktualisiert

Sie sind auf der Suche nach einem eigenen Hund und lesen „Hund zu verschenken“. Das klingt nach einem guten Schnäppchen! Warum solche Angebote im Internet oder auf eBay mit Vorsicht zu genießen sind, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Darum kann ein „verschenkter Hund“ zum Problem werden

Wenn ein guter Freund oder Bekannter von Ihnen sein Tier umständehalber abgeben muss und es Ihnen schenken möchte, muss dies kein Grund zur Skepsis sein. Doch meist bedeutet „Hund zu verschenken“ wie z.B. bei Internet-Anzeigen oder eBay Kleinanzeigen vor allem: „Vorsicht – das könnte Probleme geben!“

Welpe zu verschenken

Wenn es sich bei dem Hund um einen Welpen handelt, stellt sich die Frage: Warum wird der Hund verschenkt? Verantwortungsvolle Hundehalter setzen einen Schutzvertrag auf, um sicherzugehen, dass es ihrem Vierbeiner gutgeht. Dazu gehört auch eine Schutzgebühr. Denn leider gilt heute oft: Was nichts kostet, ist nichts wert. Sie als Hundefreund wissen, dass das nicht stimmt – warum sich also nicht über die günstige Gelegenheit freuen? Zu bezweifeln ist, dass jemand, der seine Hunde verschenkt, viel Zeit und Mühen in die Welpen und deren Aufzucht steckt. Doch Prägung und Sozialisierung in den ersten Lebenswochen begleiten den Hund ein Leben lang.

Und nicht nur das: Welpen benötigen in den ersten Wochen Tierarztbesuche, um die empfohlenen Impfungen und Entwurmungen zu erhalten. Wer einen Welpen verschenkt, wird diese mit hoher Wahrscheinlichkeit auslassen, um Kosten zu sparen. Oft geht es den Besitzern darum, die Jungtiere schnell loszuwerden, weil sie bei der Läufigkeit ihrer Hündin nicht aufgepasst haben. Vielleicht erwidern Sie: „Jetzt ist der Welpe schon auf der Welt, dann hat er ein gutes Zuhause verdient!“ Für das einzelne Tier mag das stimmen. Doch zum einen unterstützen Sie dadurch das Handeln der verantwortungslosen Hundehalter. Denn warum aufpassen, wenn sich immer wieder Abnehmer finden? Zum anderen haben Sie eventuell die nächsten zehn und mehr Jahre mit den Konsequenzen zu leben, einen schlecht geprägten Hund zuhause zu haben. Vor allem für Anfänger ist dies eine Herausforderung.

Erwachsener Hund zu verschenken

Bei einem erwachsenen Hund, der zu verschenken ist, sollten Sie die aktuellen Halter befragen: Was sind die Gründe für die Abgabe? Oft geht es bei „zu verschenken“-Angeboten darum, den Hund möglichst schnell loszuwerden. Dahinter können akute Krankheiten des Vierbeiners oder Verhaltensauffälligkeiten stecken. Gab es einen bestimmten Vorfall? Es können auch Trennungen oder Todesfälle der Grund für das Verschenken sein. In diesen Notfällen ist es sinnvoll, den Hund in Ruhe kennenzulernen. Vielleicht können Sie sich gegenseitig bei einem gemeinsamen Gassigang beschnuppern? Wenn Sie sich sympathisch sind, kann das tierische „Geschenk“ ein echter Glückstreffer sein – für Sie und den Vierbeiner, der sonst vielleicht ins Tierheim müsste.

Sogar Tierschutzhunde kosten Geld – aus gutem Grund!

Manche Tierheimbesucher sind überrascht, wenn sie erfahren, dass ein Hund im Tierheim bei der Adoption zwischen 100 und 400 Euro kostet. „Sollte das Tierheim nicht froh sein, dass es den Hund loswird?“ ist nicht selten zu hören. Doch gibt es für den Preis einen guten Grund – besser gesagt: zwei einleuchtende Gründe:

Einen Teil der Kosten decken

Das Tierheim kann mit der Schutzgebühr für den Hund wenigstens einen kleinen Teil der angefallenen Kosten decken. Denn während der Zeit im Tierheim war der Vierbeiner beim Tierarzt, hat Impfungen bekommen und jede Menge gefuttert. Zudem vermittelt das Tierheim seine Schützlinge nur geimpft, gechipt und kastriert – all dies kostet Geld. Wer also ein paar Hundert Euro für sein neues Familienmitglied zahlt, beteiligt sich damit anteilig an den Ausgaben. Und das ist doch nur fair, oder?

Schutzgebühr schützt

Wie bei der privaten Vermittlung gilt im Tierschutz: Eine Schutzgebühr dient dem Schutz des Tieres. Denn wer keine 300 Euro für den Kauf übrighat, kann sich auch keine Tierarzt-Rechnungen leisten. So dient das Geld außerdem dazu, sich bewusstzumachen, dass Tiere „wertvoll“ sind. Keine Wegwerfgegenstände, die wir nach dem ersten Problem bequem entsorgen können. Darum ist „Hund zu verschenken“ ein falscher Weg.

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