Samstagmorgen, kurz vor elf Uhr im englischen Aylesbury (Grafschaft Buckinghamshire): Alles beginnt mit einer absolut alltäglichen Situation. Ein Paket wird geliefert. Doch was sich nur Momente später in einer Garageneinfahrt abspielt, bricht einer ganzen Familie das Herz.
Das Opfer ist Ethel. Ein elf Jahre alter Shih Tzu, fast blind und mit nur noch einem einzigen Zahn im Maul. Eine völlig wehrlose Hundeseniorin, die niemandem etwas zuleide tun konnte.
Aufgezeichnet von der Haustür-Kamera
Was genau geschah, enthüllen die erschreckenden Aufnahmen einer Kamera direkt an der Haustür. Sie zeigen einen unbegreiflichen Akt der Grausamkeit. Der Postbote hat das Paket bereits übergeben und geht eigentlich schon wieder weg.
Doch dann dreht er sich völlig grundlos noch einmal um, nimmt Schwung und tritt mit voller Wucht nach der kleinen Hündin!
Frauchen Eve Lewis (40) schildert den Moment gegenüber „The Independent“ fassungslos: „Er hat sie nicht einfach nur getreten. Er hat sie weggekickt, als wäre sie ein Fußball.“
Durch die Wucht des Aufpralls fliegt die alte Hündin hoch durch die Luft, schlägt hart auf dem Boden auf und überschlägt sich dreimal. Der Bote geht danach einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Er leugnet die Tat später sogar.
Ein Albtraum für die Familie
Nach der brutalen Attacke bringt die geschockte Halterin ihr geliebtes Haustier sofort in eine Tierklinik. Doch die Diagnose der Ärzte ist ein absoluter Schock. Der Tritt war so heftig, dass die Organe der kleinen Hündin versagen – die Folge eines schweren, stumpfen Traumas.
Zudem stellen die Mediziner irreversible Hirnschäden fest. Am Sonntag muss Eve Lewis die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen: Um Ethel weiteres Leid zu ersparen, lässt sie sie einschläfern.
Hündin stirbt nach Tritt vom Postboten
Zurück bleibt eine Familie in tiefer Trauer und Fassungslosigkeit. Eve Lewis, die im Gesundheitsdienst arbeitet, ist am Boden zerstört. „Ich habe bestimmt schon 100 Packungen Taschentücher verbraucht“, sagt sie unter Tränen.
Besonders der Morgen danach brennt sich schmerzhaft in ihr Herz: „Als die Kinder zur Schule gingen und mein Partner zur Arbeit fuhr, herrschte hier einfach nur noch totale Stille.“ Ein Zustand, den die Familie kaum ertragen kann.
Der Postdienst reagiert
Der Vorfall hat inzwischen spürbare Konsequenzen für den Mann. Die britische Post (Royal Mail) reagierte sofort, nachdem sie das Videomaterial gesichtet hatte, und stellte den Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung frei. Das Unternehmen entschuldigte sich zutiefst bei der Familie und kündigte an, sämtliche Tierarztkosten vollständig zu übernehmen.
Auch die Polizei hat sich eingeschaltet, sichert Beweise und befragt Zeugen, um den Vorfall lückenlos aufzuklären. Festnahmen gab es bislang noch keine. Für Tierquälerei drohen im schlimmsten Fall bis zu fünf Jahre Haft.
Für Eve Lewis geht es jetzt vor allem um eines: den Schutz anderer Tiere. Sie ist unendlich traurig, aber auch wütend. Ihr einziger Wunsch: „Ich will einfach nur, dass so etwas niemals wieder einer anderen Familie passiert.“