Ein ausgesetztes Kätzchen
© Humane Society for Logan County Kentucky / Facebook

„Ich lasse es draußen sterben“: Wegen Abgabegebühren wirft eine Frau ihr Kätzchen ins Tierheim

von Elise Petter

In Kentucky (USA) eskalierte die Situation im Tierheim. Eine Katzenhalterin wurde gewalttätig, als sie die Abgabegebühren für ihr Kätzchen erfuhr.

Der Vorfall ereignet sich am 6. Mai. Eine Frau bringt ihr Kätzchen ins örtliche Tierheim, um es abzugeben. Da die Einrichtung oft voll belegt ist, erklärt das Team die übliche Vorgehensweise. Das Tier muss auf eine Warteliste, und es werden Abgabegebühren fällig. Diese decken Impfungen, Behandlungen und Futterkosten.

Die Mitteilung dieser Kosten erzürnt die Besucherin sofort. „Sie wurde in diesem Moment sehr aufgeregt und rief: „Na gut, dann lasse ich es eben draußen sterben!“, bevor sie sich zum Ausgang begab“, berichtet Julie Martin. Sie ist die Präsidentin des Verwaltungsrates des Tierheims. In einem letzten Wutausbruch schleudert die Frau das Kätzchen gewaltsam durch die Türen des Gebäudes. Danach flüchtet sie.

Die örtliche Polizei wird sofort eingeschaltet

Das Tierheimpersonal kontaktiert umgehend das Büro des Sheriffs von Logan County (USA). Dank der gesammelten Informationen gelingt es den Beamten, die Verdächtige noch am selben Tag zu identifizieren.

Leider ist dieses Verhalten laut Julie Martin kein Einzelfall. „Wir haben Anrufer, denen wir erklären, dass das Tierheim voll ist. Am nächsten Morgen finden wir dann Kätzchen in einer Kiste auf der Veranda oder einfach auf dem Parkplatz ausgesetzt, ohne jeglichen Schutz.“

Die Plage der „Kätzchensaison“

Diese Situation verdeutlicht die große Krise der Katzenüberpopulation, die gemeinnützige Einrichtungen jedes Frühjahr trifft. Dieses Phänomen, die sogenannte „Kätzchensaison“, begann dieses Jahr bereits im März. Das ist deutlich früher als gewöhnlich.

Julie Martin erinnert an eine schwindelerregende Statistik: „Man nennt dies die Katzen-Mathematik. Eine einzige unkastrierte Katze kann innerhalb von nur fünf Jahren für die Geburt von über 50.000 Kätzchen verantwortlich sein, ihre Nachkommen mitgezählt.“ Dieses gemeinnützige Tierheim wird vollständig von Freiwilligen geführt und erhält keine Zuschüsse vom Landkreis. Es fordert daher dringend zur örtlichen Kastration auf. Dies ist der einzige Schutz gegen die Überfüllung der Einrichtungen und diese barbarischen Abgaben am Schalter.

Übersetzt von Wamiz FR
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