Polizeiboot legt neben Segelboot
© Tacoma Animal Control / KOMO News

Wasserpolizei kontrolliert ein verlassenes Boot: Unter Deck packt sie das blanke Grauen!

von Stefanie Gräf

Kein Licht, keine Besatzung: Was die Wasserpolizei auf einem scheinbar verlassenen Segelboot unter Deck entdeckt, geht allen an die Nieren.

Spazierengehen, Kajakfahren und Seehunde beobachten - die Küste von Owen Beach (Tacoma, Washington/USA) ist insbesondere bei Urlaubern beliebt. Doch an diesem Tag gibt es keine harmlosen Ferienerlebnisse. 

Im schwachen Licht entdeckt die Besatzung eines Polizeibootes ein vor Anker liegendes Segelboot. Das Schiff treibt offensichtlich verlassen in den Wellen. Was als einfache Routinekontrolle wegen fehlender Beleuchtung beginnt, verwandelt sich Minuten später in einen Einsatz, den keiner der Beteiligten so schnell vergessen wird!

80 Augenpaare in der Finsternis!

Als die Einsatzkräfte an Bord klettern, herrscht auf dem Oberdeck Totenstille. Doch als die Beamten die Stufen nach unten in die enge Kajüte steigen und den hellen Lichtkegel ihrer Taschenlampen durch den Raum schwenken, friert ihnen augenblicklich das Blut in den Adern gefrieren.

Ein leises Scharren, ein hektisches Huschen in den Schatten – und plötzlich leuchten den Rettern im dunklen Laderaum Dutzende von kleinen, glühenden Augenpaaren entgegen.

Unter Deck herrscht das blanke Chaos. Das Schiff ist vollkommen von Katzen und winzigen Kätzchen belagert. Sie sitzen in Regalen, kauern auf Bänken und drängen sich verängstigt in die hintersten Winkel der Kajüte. Über 40 Samtpfoten leben hier auf engstem Raum unter katastrophalen, unsicheren Bedingungen.

Rettungsaktion auf schwankendem Boden

Sofort veranlassen die Einsatzkräfte eine groß angelegte Rettungsaktion. Spezialisierte Tierretter rücken an, um die Tiere aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Doch was nach einer einfachen Aufgabe klingt, wird auf dem verwinkelten Segelboot zu einer extremen Herausforderung.

„Ein Segelboot ist voller kleiner Nischen, Winkel und versteckter Hohlräume. Die Tiere sind extrem verschreckt und kriechen in die tiefsten Verstecke“, schildert eine der Tierschützerinnen die beklemmenden Stunden an Bord.

Der Einsatz zieht sich über zwei Tage. Bis zum Freitagnachmittag gelingt es dem Team, 31 Katzen behutsam einzufangen und in ein Tierheim zu bringen. Doch noch immer halten sich mehr als ein Dutzend verstörter Tiere unter Deck versteckt. Es wird ein nervenaufreibendes Geduldsspiel auf engstem Raum.

Das Rätsel um die Geister-Yacht

Wie konnten so viele Katzen auf dieses einsame Boot mitten auf dem Wasser gelangen? Erstaunlicherweise sind viele der Tiere in einem verhältnismäßig passablen Zustand und wurden regelmäßig gefüttert. 

Experten sind sich sicher: Die Tiere verbrachten nicht erst seit Tagen, sondern seit Monaten oder sogar noch länger ihr Leben isoliert auf dem Schiff.

Hinter dem Vorfall vermuten die Retter eine klassische, traurige Spirale der Überforderung: Alles beginnt mit wenigen Tieren, die nicht kastriert sind. Auf engem Raum nimmt das Schicksal seinen Lauf, die Population explodiert unaufhaltsam – bis die Situation dem Halter komplett über den Kopf wächst und das Boot samt den Tieren sich selbst überlassen wird.

Hoffnungsschimmer im Tierheim

Während die Polizei nach dem flüchtigen Halter sucht, sind die geretteten Katzen im Tierheim endlich in Sicherheit. Sie werden medizinisch versorgt, gegen Flohbefall behandelt und aufgepäppelt.

Für die Einsatzkräfte bleibt dieser bizarre Fund auf See eine eindringliche Warnung an alle Tierhalter: Wer merkt, dass die Situation außer Kontrolle gerät, muss rechtzeitig um Hilfe bitten – und der einzige Schutz vor einer solchen Katastrophe bleibt die konsequente Kastration.

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