Es ist kurz vor Mitternacht nahe der Ortschaft Stemmreuth bei Pegnitz (Oberfranken). Die Nacht ist still, der Weg dunkel. Ein Mann ist unterwegs, als aus dem feuchten Straßengraben plötzlich ein unheimliches Geräusch an sein Ohr dringt.
Es ist ein hektisches Rascheln, gepaart mit einem leisen, gedämpften Wimmern. Aufmerksam geworden steigt der Spaziergänger den Abhang hinab und tritt näher an das dichte Unterholz heran. Als er die Quelle der Laute entdeckt, wird er kreidebleich!
Gemeine Falle im Straßengraben
Denn bei genauerem Hinsehen wird ihm schnell klar: Mit dem Tier stimmt etwas nicht. An einer der Pfoten hängt etwas – und die Katze kann sich offenbar nicht selbst daraus befreien.
Ohne lange zu zögern, reagiert der Mann und holt Hilfe. Und damit handelt er goldrichtig! Das arme Kätzchen hängt mit einer Pfote in einer sogenannten Tellerfalle fest, wie die Polizei später verlautbaren lässt.
Katze steckt in Tellerfalle fest
Bei einer Tellerfalls handelt es sich um eine mechanische Stahlfalle mit zwei Metallbügeln, einer kräftigen Feder und einem tellerförmigen Auslöser. Wird dieser belastet, schnappt der Mechanismus zu. Für die Katze bedeutet das: Sie sitzt fest.
Die Feuerwehr wird ebenfalls hinzugezogen. Was folgt, ist ein nervenaufreibender Präzisionseinsatz gegen die unerbittliche Mechanik der Falle. Mit Spezialwerkzeug und äußerster Vorsicht kämpfen die Rettungskräfte gegen den enormen Druck der Feder, bis sich die stählernen Bügel schließlich öffnen und die Pfote freigeben.
Nach der Befreiung zählt jede Minute: Das geschundene Tier wird auf direktem Weg in das Tierheim Bayreuth gebracht, wo es nun intensiv versorgt wird.
Verboten – und doch frei verkäuflich
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf einen unfassbaren Missstand. Der Einsatz sogenannter Tellereisen ist in der Europäischen Union bereits seit 1995 strengstens untersagt, da diese Fanggeräte Tiere nicht unversehrt lassen.
Doch die erschreckende Realität birgt eine gefährliche Lücke: Während das Auslegen in der Natur verboten ist, laufen Kauf und Verkauf dieser stählernen Monster in Deutschland völlig legal weiter.
Tierschutzorganisationen schlagen seit Langem Alarm, denn neben Wildtieren geraten immer wieder ahnungslose Katzen und Hunde in die versteckten Eisen.
Wer hat die Falle aufgestellt?
Die Fragen nach dieser nächtlichen Grausamkeit wiegen schwer. Wer hat dieses gefährliche Eisen mitten im Gebüsch präpariert und das schreckliche Schicksal eines Tieres billigend in Kauf genommen?
Die Suche nach Hinweisen zur Herkunft der Falle läuft auf Hochtouren. Für Tierhalter in der Region bleibt ein beklemmendes Gefühl – und die Gewissheit, wie nah die Gefahr im Verborgenen lauern kann.