Alles beginnt mit einem stillen Abschied im Flachgau (Salzburg/Österreich). Eine ältere Dame muss ihr gewohntes Leben hinter sich lassen und in ein Seniorenwohnheim ziehen. Zurück bleiben ein leeres Haus – und Lena.
Die 15-jährige Katze hat ihr ganzes Leben an der Seite ihrer Halterin verbracht. In diesem Moment ahnt das anschmiegsame Tier nicht, dass die Menschen, denen sie nun anvertraut ist, längst ein eiskaltes Todesurteil über sie gesprochen haben.
Das Todesurteil für Lena
Für die restliche Familie ist Lena kein Lebewesen, das Trost oder ein neues Zuhause braucht. Sie ist schlichtweg ein Problem, das schnellstmöglich beseitigt werden muss...
Anstatt den Hörer in die Hand zu nehmen und bei einem Tierheim um Hilfe zu bitten, trifft die Familie eine Entscheidung, die einen beim Zuhören das Blut in den Adern gefrieren lässt. Sie kontaktieren einen Jäger. Sein Auftrag: Er soll vorbeikommen und die 15-jährige Katze mit einem gezielten Schuss „entsorgen“.
Als es wenig später an der Tür klingelt, steht die endgültige Lösung dieses familiären Problems bereit. Es ist der absolute Tiefpunkt eines Verrats. Doch genau in dem Moment, als das Leben der Katze nur noch an einem seidenen Faden hängt, greift ein einzelner Mensch ein.
Ein Angehöriger, der diesen grausamen Plan nicht länger ertragen kann, stellt sich quer, bricht mit dem Beschluss der Familie und bringt Lena in letzter Sekunde in Sicherheit zum Tierschutzhof Pfotenhilfe!
„Ethisch extrem verwerflich“
Dort herrscht beim Eintreffen der Katze nacktes Entsetzen. Pfotenhilfe-Chefin Johanna St. ist fassungslos über die Kaltblütigkeit der Hinterbliebenen. „Lena ist ein sehr liebes und anschmiegsames Wesen. Wie man auch nur daran denken kann, sie einem Jäger zum Erschießen zu bringen, kann ich nicht nachvollziehen“, erklärt sie salzburg24.at erschüttert.
Was die Familie geplant hatte, ist nicht nur moralisch ein Abgrund, sondern ein handfestes Verbrechen. Das Töten eines gesunden Tieres ist in Österreich gerichtlich strafbar und kann mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden.

Die bittere Realität der Wegwerfgesellschaft
Das Schicksal von Lena legt ein düsteres gesellschaftliches Problem offen. Für das Team der Pfotenhilfe ist dieser herzlose Umgang längst Alltag geworden. Tiere werden angeschafft und skrupellos aussortiert, sobald sie nicht mehr reibungslos in den Lebensplan passen. Eine Wegwerfgesellschaft, die vor Lebewesen keinen Halt mehr macht und Tierschutzeinrichtungen massiv an ihre Kapazitätsgrenzen treibt.
Für Lena gibt es nach diesem Albtraum immerhin einen Lichtblick. Sie darf nun in Ruhe und Sicherheit auf dem Tierschutzhof altern.