Es ist ein ganz normaler Tag mitten im trubeligen Treiben der Dortmunder Innenstadt. Hunderte Menschen eilen durch die Fußgängerzone, gehen einkaufen, trinken Kaffee. Niemand ahnt, dass sich nur wenige Zentimeter neben ihnen ein stilles, herzzerreißendes Drama abspielt.
Achtlos abgestellt am Rande des Geschehens steht ein verschlossener Karton. Als das unscheinbare Paket schließlich geöffnet und der Fund wenig später einer Polizeiwache übergeben wird, sind selbst die erfahrenen Beamten komplett fassungslos.
Schwer verletzt und einfach ausgesetzt
Was sich im Inneren der Kiste verbirgt, ist ein winziges, völlig wehrloses Leben. Eine erst sieben Wochen alte Katze kauert verängstigt und völlig allein darin. Doch als die Tierschützer der „Arche 90“ das kleine Findelkind genauer ansehen, wandelt sich das anfängliche Entsetzen schnell in blanke Panik.
Die kleine Katze, die von ihren Rettern den Namen Ozzy bekommt, wurde nicht nur eiskalt wie Müll entsorgt – sie ist auch noch schwer verletzt. Ein Bein hängt unnatürlich herab!
Eine umgehende Notfall-Fahrt zum Tierarzt bringt schließlich die furchtbare Gewissheit: Ozzy leidet an einem komplizierten, massiven Bruch, der sofort operativ behandelt werden muss.
Jeder, der diesen Befund sieht, stellt sich unweigerlich die Frage: Wer bringt es übers Herz, ein schwer verletztes Baby einfach in einem Karton auf der Straße abzustellen und seinem Schicksal zu überlassen?
Überlebenskampf auf dem OP-Tisch
Für das winzige Tier beginnt nun die größte Herausforderung seines erst so kurzen Lebens. Sofort wird eine aufwendige Not-Operation eingeleitet.
Und hier zeigt sich der wahre Charakter des sieben Wochen alten Kätzchens: Ozzy beweist einen unbändigen Lebenswillen. Trotz der furchtbaren Schmerzen und der Angst übersteht die kleine Kämpferin den schweren Eingriff auf dem OP-Tisch.
Die größte Lebensgefahr ist nun gebannt, doch der Weg zurück ins Leben wird noch lang und schmerzhaft, denn um den Bruch zu stabilisieren, war ein Fixateur erforderlich. Bis ihre Knochen wieder vollständig geheilt sind, erholt sich die tapfere Samtpfote nun in einer liebevollen Pflegestelle der „Arche 90“. Dort erfährt Ozzy nun endlich die Geborgenheit, die ihr bislang so grausam verwehrt wurde.