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Kölner Großmarktkatze tappt in die Fotofalle
© Mania Leveringhaus / express.de

„Fanden einen Scheiterhaufen vor“: 72 Katzen gerettet, doch die Suche nach 22 weiteren schockiert

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Der Jubel über 72 gerettete Katzen in Köln verstummt schnell. 22 Tiere sind spurlos verschwunden und ein makabrer Fund offenbart das ganze Grauen.

Die riesigen Hallen des früheren Kölner Großmarkts leeren sich. Wo bis 2025 in der Nacht reges Treiben herrschte, zieht nun langsam der Verfall ein. Jahrelang lebten hier unzählige Katzen, von Händlern als Jäger gegen die Rattenplage eingesetzt.

Doch mit dem nahenden Ende des Marktes werden die Tiere, viele von ihnen krank und schwach, einfach ihrem Schicksal überlassen. Ohne Hilfe bedeutet das für sie Verwahrlosung und einen qualvollen Hungertod.

Verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit

Für eine kleine Gruppe Freiwilliger hat deshalb eine monatelange, kräftezehrende Mission in den Schatten des Areals. Jeden Morgen und jeden Abend schleichen sie über das Gelände, verteilen Futter, versuchen das Vertrauen der völlig verwilderten Tiere zu gewinnen.

Doch die Rettung droht lange Zeit an einem dramatischen Detail zu scheitern: Es fehlt ein sicherer Ort für die Quarantäne, eine Seuche grassiert bereits. Erst als ein leerstehendes Bürohaus im Kölner Süden heimlich in eine Isolierstation verwandelt werden kann, beginnt die eigentliche Rettung.

Ein Triumph, der zu Tränen rührt

Was dann geschieht, grenzt an ein Wunder. 72 Samtpfoten können aus der Gefahrenzone geholt und in Sicherheit gebracht werden. Die scheuen, verwilderten Jäger blühen in der Obhut der Retter auf.

65 von ihnen haben mittlerweile sogar das eigentlich Unmögliche geschafft und ein liebevolles Zuhause bei neuen Familien gefunden. Aus verängstigten Straßenkatzen wurden verschmuste Wegbegleiter. Es ist ein riesiger Erfolg.

Doch über diesem Triumph liegt ein dunkler, unheimlicher Schatten, der den Kölner Tierschützern nachts den Schlaf raubt.

Von 22 fehlt jede Spur

Während die letzten geretteten Samtpfoten in der Station auf ihr neues Leben warten, fehlt auf dem Großmarkt von einem großen Teil der Kolonie plötzlich jede Spur. 22 Katzen, die über Monate hinweg regelmäßig aus der Dunkelheit an die Futterstellen kamen, tauchen auf einmal nicht mehr auf. Sie sind wie vom Erdboden verschluckt.

Die bittere und furchtbare Realität, der sich die Helfer nun stellen müssen: Dass die Tiere einfach so weitergezogen sind, gilt als extrem unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass sie den harten Kampf ums Überleben auf dem verlassenen Areal verloren haben.

Und das Grauen ist noch nicht vorbei: Auch andere Tiere auf dem Gelände kämpfen um ihr Leben.

Grausamer Fund in den Großmarkthallen

Als die Tierschützer bei einem Rundgang eine der leeren Hallen betraten, um nach den dort nistenden Tauben zu sehen, stockte ihnen der Atem. Was sie dort im Halbdunkel entdeckten, überstieg ihre schlimmsten Befürchtungen.

Zwischen zertrümmerten Nestern, abgetrennten Körperteilen und unzähligen toten Vögeln stoßen sie auf ein Bild von unfassbarer Grausamkeit. In einer Ecke der Halle liegt etwas, das auf den ersten Blick wie ein achtlos zusammengekehrter Müllhaufen wirkt.

Doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich das ganze Ausmaß einer herzlosen Tat: Es sind die leblosen Körper von zahlreichen Taubenküken. Die winzigen Körper weisen deutliche Brandspuren auf – sie wurden offenbar auf einer Art Scheiterhaufen dem Feuer ausgesetzt.

Es ist ein Anblick, der die Helfer bis ins Mark erschüttert und zeigt, mit welcher rohen Skrupellosigkeit auf dem Areal vorgegangen wird, um Platz für die Bagger zu schaffen. Die Tierschützer sind kämpfen nun dafür, dass die Verantwortlichen für dieses unvorstellbare Leid zur Rechenschaft gezogen werden.

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