Ein einfaches Spiel im Schnee wird für eine Amerikanerin in Nova Scotia (Kanada) zum Albtraum. Ihr achtjähriger Australian Shepherd frisst draußen verschimmelten Kaffeesahne und entgeht nur knapp dem Tod.
Am 11. Februar genießt Kylie Dixon einen Moment mit ihrem Hund Remi, als sich alles ändert. Beim Graben im Schnee entdeckt das Tier eine Packung Kaffeesahne, die dort wohl weggeworfen wurde. Die Halterin nimmt ihm die Verpackung sofort aus dem Maul. Bei der Untersuchung stellt sie jedoch schwarzen Schimmel fest.
Weniger als eine Stunde später treten die ersten Symptome auf.
Heftige Krampfanfälle
Remi beginnt zu zittern und seine Augen bewegen sich unkontrolliert. Der Hund verliert das Gleichgewicht. Die Zuckungen werden schnell stärker und entwickeln sich zu generalisierten Krampfanfällen.
In Panik fährt seine Halterin ihn sofort in die Tierklinik. Dort erhält er ein Mittel gegen Übelkeit, Diazepam gegen die Anfälle und Aktivkohle. Die Kohle soll die Aufnahme der Giftstoffe begrenzen. Danach wird der Hund zur Beobachtung nach Hause entlassen.
Doch im Laufe der Stunden verschlechtert sich sein Zustand. Die Anfälle treten immer wieder auf und dauern lange an. Kylie Dixon bleibt nichts anderes übrig, als ihn wieder in die Transportbox zu setzen und loszufahren. Während der Fahrt krampft er immer noch. Fast zwei Tage lang reagiert Remi kaum.
Bei dieser zweiten Behandlung erhält er weitere Dosen Diazepam und wird an einen Tropf angeschlossen. Seine Temperatur wird engmaschig überwacht, um sie zu senken. Sein Zustand erfordert eine kontinuierliche Pflege, die die örtliche Klinik nachts nicht leisten kann. Nach einer dreistündigen Fahrt wird er daher in eine 24-Stunden-Tiernotklinik verlegt.
Eine ernste Diagnose: Mykotoxikose
In der Spezialklinik erhält Remi ein krampflösendes Mittel, eine intravenöse Infusion, einen Blasenkatheter und eine Magensonde. Außerdem wird ein Elektrokardiogramm durchgeführt.
Die Tierärzte stellen die Diagnose Mykotoxikose. Das ist eine potenziell tödliche Erkrankung, die durch giftige Schimmelpilze verursacht wird. Einige Toxine dieser Pilze greifen das Nervensystem an. Sie können schwere neurologische Störungen hervorrufen, wie sie bei dem Australian Shepherd auftreten. Allmählich zeigen sich Anzeichen einer Besserung. Die Anfälle hören auf und der neurologische Zustand des Hundes stabilisiert sich.
Eine lange Genesung
Einige Tage später darf Remi nach Hause zurückkehren. Er ist noch etwas unsicher auf den Beinen und seine Pupillen erweitern sich nicht perfekt. Die Tierärzte betonen, dass eine vollständige Genesung mehrere Wochen dauern kann.
Trotzdem nimmt er bereits einige seiner alten Gewohnheiten wieder auf. Er jagt zum Beispiel wieder seinem liebsten Treibball hinterher. Es geht ihm schon viel besser.