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Besucher des Hundetags im Mannheimer Luisenpark
© SWR

Hundetag in Baden-Württemberg: Lang ersehntes Experiment sorgt für Riesen-Wirbel

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Lange Zeit war diese Anlage in Mannheim absolute Sperrzone. Als sich die Tore nun für ein riskantes Experiment öffnen, patrouillieren sogar Aufseher in Zivil.

Über Jahrzehnte hinweg war es ein ungeschriebenes Gesetz: Der Mannheimer Luisenpark, die grüne Lunge der Stadt, ist eine absolute Sperrzone für Hunde. Doch an diesem Sonntag fielen die Barrieren.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Parks wurde ein beispielloses Experiment gewagt. Doch in die Freude über das Pilotprojekt am 22. Februar 2026 mischte sich auch Ärger, Tatsächlich spaltete es die Stadt bereits im Vorfeld in zwei feindliche Lager!

1. Hundetag im Mannheimer Luisenpark

Schon Wochen zuvor brodelt es hinter den Kulissen. Die Ankündigung, dass Hunde den größten Park der Metropole betreten dürfen, gleicht für einige einem Skandal. Besorgte Bürger formieren sich, um das Vorhaben in letzter Sekunde zu stoppen. Sie rufen sogar eine Online-Petition ins Leben,

Die Angst der Kritiker sitzt tief: Wird der Park zu einer unkontrollierbaren Zone? Ist der einzelne Tag womöglich nur der Beginn einer Entwicklung, an deren Ende eine kompette Freigabe der Grünanlage für Hunde steht? Sind dann krabbelnde Kleinkinder und brütende Vögel noch sicher vor den Vierbeinern?

Viel Ärger vor dem Tag X!

Trotz des massiven Gegenwinds hält die Parkleitung an ihrem Plan fest. Am Sonntag ist es schließlich so weit. Trotz ungemütlichen Schmuddelwetters strömten über 250 Hunde mit ihren Herrchen und Frauchen durch die Tore.

Für viele von ihnen ist es das Ende einer jahrelangen Verbannung. „Das Tier ist ein Familienmitglied“, erklärt eine Frau im Gespräch mit einem Team des SWR sichtlich berührt, froh darüber, endlich wieder den größten Stadtpark betreten zu dürfen.

Strenge Regeln und verdeckte Ermittler

Doch das Experiment wurde keineswegs dem Zufall überlassen. Der Luisenpark rüstet auf. Jeder Hund kostet vier Euro „Eintritts-Zoll“. Es gelten eiserne Vorschriften: Nur ein Hund pro Begleitperson, extrem kurze Leinen und absolute No-Go-Areas wie Spielplätze oder Tiergehege.

Um sicherzustellen, dass die Lage nicht eskaliert, greift die Parkleitung zu drastischen Maßnahmen: Verdeckte Ermittler mischten sich unter die Besucher. Mitarbeiter in Zivil patrouillierten laut Aussagen der Stadtpark Mannheim gGmbH unauffällig über die Wege, um bei Regelverstößen sofort einzuschreiten.

Ein Konzept, das offenbar aufging: Nur in wenigen Fällen musste das Aufsichtspersonal eingreifen.

„Man kann Sachen auch überziehen“

Für die Kritiker ist der Fall dennoch nicht abgeschlossen. Sie behaupten, heimlich Regelverstöße beobachtet zu haben, und befürchten einen fatalen Dammbruch.

Parkchef Michael Schnellbach stellt sich den Vorwürfen resolut entgegen und verteidigt das Experiment. Man habe bewusst einen Zeitpunkt gewählt, an dem noch keine kleinen Kinder auf dem Boden krabbeln.

„Man muss die Sache auch einfach mal ausprobieren können und nicht von vornherein irgendwelche negativen Sachen aufbringen“, kontert Schnellbach die Panikmache. Wer Angst vor Hunden habe, müsse verstanden werden, aber „man kann Sachen auch überziehen und übertreiben“.

Für die Gegner des Hundetages endet die Geschichte jedoch mit einer beunruhigenden Nachricht: Das Experiment in diesem Jahr ist erst der Anfang. Die Parkleitung plant, neue Zielgruppen zu erschließen – und kündigt in der Folge an: Die Hunde werden im kommenden Jahr wiederkommen.

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