Strahlender Sonnenschein, über 30 Grad Hitze und eine erfrischende Meeresbrise: eigentlich ein perfekter Tag für ein erfrischendes Bad in der Ostsee. Doch als der Gassi-Gänger seinen Blick über die Wellen schweifen lässt, stockt ihm schlagartig der Atem.
Auf den ersten Blick wirkt es wie ein dunkler, unheimlicher Schatten unter der Wasseroberfläche. Doch je näher die Wellen an die Küste rollen, desto deutlicher wird das Grauen: Das Meer ist komplett verfärbt!
Zwei Kilometer Strand betroffen
Ein breiter, grünlich-blau schimmernder Teppich schiebt sich wie eine schleimige Masse lautlos in Richtung Ufer. Schlieren überziehen das Wasser.
Der Gassi-Gänger reißt seinen Hund im letzten Sekundenbruchteil zurück – und rettet ihm damit womöglich das Leben. Denn was da an die Küste spült, ist kein harmloser Seetang, sondern eine hochgiftige Falle.
Nach Angaben der Hansestadt Rostock besteht der Verdacht, dass es sich um Blaualgen handeln könnte. Sie können bei Hautkontakt allergische Reaktionen und Schwellungen auslösen. Auch Magen-Darm-Beschwerden sind möglich, in schweren Fällen sogar Erbrechen oder Atemnot.
Besonders heikel ist die Situation für Kinder und Hunde.
Das Amt empfiehlt deshalb ausdrücklich, derzeit nicht in dem betroffenen Bereich zu baden und jeden Hautkontakt mit den Algen zu vermeiden. Hunde sollten außerdem keinesfalls aus dem Wasser trinken.
Zwei Kilometer Strand betroffen
Die Warnung gilt für die Strandabschnitte 30 bis 36 westlich von Warnemünde, ungefähr ab dem Neuen Friedhof in westlicher Richtung.
Gerade für Hundehalter ist Vorsicht geboten: Was im Wasser zunächst nur wie eine grünliche Verfärbung oder Schlieren aussieht, kann gesundheitliche Folgen haben.
Auch rund 15 Kilometer entfernt sorgt die Entwicklung bereits für Aufmerksamkeit. In Graal-Müritz meldeten Strandbesucher am Wochenende ebenfalls grüne Algenteppiche. Eine offizielle Bade-Warnung gibt es dort bislang allerdings noch nicht.
Für den Strand bei Warnemünde gilt dagegen vorerst: Hund anleinen, Abstand zum Wasser halten – und lieber auf den Sprung in die Ostsee verzichten.