Wenn eine Beziehung endet, ist die Sorge um die Haustiere oft ein schwieriges Thema. Für Estela und ihren ehemaligen Partner geht es dabei vor allem um Lucas. Der dreijährige Sibirische Husky wächst als vollwertiges Familienmitglied auf. Er benötigt täglich viel Aufmerksamkeit und verursacht regelmäßige Kosten für Futter und Tierarztbesuche.
Für die junge Frau ist es undenkbar, diese finanzielle Last nach der Trennung allein zu tragen. Sie möchte, dass ihr Ex-Partner weiterhin Verantwortung für den Rüden übernimmt. Deshalb geht Estela im Mai 2025 einen radikalen Schritt. Sie zieht vor das örtliche Gericht, um das Wohl ihres Vierbeiners einzufordern.
Ein historisches Urteil für den Tierschutz
„Das Wichtigste ist es, meinen Hund zu verteidigen und für sein Wohl zu sorgen“, erklärt die Hundehalterin ihren Schritt. Nach fast zehn Monaten intensiver Verhandlungen vor dem Familiengericht im Bundesstaat Tabasco (Mexiko) gibt es ein Urteil. Diese Nachricht bedeutet einen großen Wendepunkt für die Rechte von Tieren in dieser Region.
Ein Richter verpflichtet den ehemaligen Partner dazu, monatlich 700 mexikanische Pesos zu zahlen. Das entspricht umgerechnet ungefähr 35 Euro. Dieses Geld dient ausschließlich für die Nahrung, die medizinische Versorgung und die täglichen Bedürfnisse des Huskys.
Ändert sich nun das Denken der Menschen?
Dieser Präzedenzfall könnte die Rechtsprechung dauerhaft verändern. Die Anwältin von Estela hofft auf eine Anpassung der Gesetze. Der Staat sollte die Realität moderner Familien und den Status von Haustieren bei einer Trennung besser berücksichtigen.
In Deutschland gibt es im Bürgerlichen Gesetzbuch bisher keinen offiziellen Unterhalt für Haustiere. Andere europäische Länder wie Spanien oder Portugal passen ihre Gesetze dagegen bereits an. Sie regeln das gemeinsame Sorgerecht und teilen die anfallenden Kosten auf. Das ist ein wichtiger Fortschritt, damit unsere geliebten Vierbeiner bei einer Trennung nicht auf der Strecke bleiben.