An diesem frühen Nachmittag in Amplepuis (Frankreich) erregte eine ungewöhnliche Szene die Aufmerksamkeit der Anwohner. Ein Auto schlängelt sich gefährlich über die Fahrbahn. Es fährt dabei auf die Gegenfahrbahn und sogar auf den Bürgersteig. Die verängstigten Zeugen vermuten zunächst einen Schwächeanfall des Fahrers.
Die Realität sieht jedoch anders aus. Die alarmierte örtliche Polizei greift schnell ein, um das Fahrzeug zu stoppen und die gefährliche Fahrt zu beenden. Als die Beamten sich dem 56-jährigen Fahrer nähern, erkennen sie schnell seinen ungewöhnlichen Zustand. Der Grund für sein Verhalten wird jedoch bald alles aufklären.
Ein Passagier in großer Not
Vor den Behörden und später vor dem örtlichen Gericht leugnet der Mann die Fakten nicht: Er war betrunken gefahren. Doch er erklärt seine Tat mit Worten, die anders klingen. Er setzte sich aus purer Verzweiflung in diesem Zustand ans Steuer. Auf dem Beifahrersitz befand sich sein schwer kranker Hund.
In der Überzeugung, dass jede Sekunde zählt, und in Panik keine andere Lösung sehend, trotzt er dem Verbot, um seinen treuen Begleiter zum örtlichen Tierarzt zu bringen. „Ich hatte keine Wahl“, erklärt er einfach zu seiner Verteidigung. Dieser Herzensschrei drückt seine immense Zuneigung zu seinem Tier aus.
Eine Geste der Liebe jenseits des Gesetzes
Obwohl seine Tat offensichtlich verwerflich ist und andere Menschen in Gefahr bringt, erzählt sie auch eine Geschichte bedingungsloser Liebe. Es ist die Geschichte eines Hundehalters, der alles tut, um seinen Hund zu retten. Diese Situation erinnert daran, wie stark die Bindung zu unseren Tieren uns zu völlig irrationalem Handeln bewegen kann.
Obwohl der Mann von der Justiz verurteilt wird, handelte er vor allem aus Liebe. Diese Geschichte entschuldigt sein gefährliches Verhalten nicht. Sie erinnert uns aber daran, dass bei einem tierärztlichen Notfall ein Anruf bei einem Fachmann sicherere Lösungen für alle finden kann.