Ein Chihuahua
© New Africa / Shutterstock (Photo d'illustration)

Trotz zweier Beschlagnahmungen: Mann lässt seine Tiere weiter verhungern

von Elise Petter

In Vermelles (Frankreich) rettet die Fondation 30 Millions d’Amis zum dritten Mal in zwei Jahren vernachlässigte Tiere.

Ein neuer Hinweis auf Tierquälerei löst den Einsatz aus. Vor Ort entdecken die Helfer der Fondation 30 Millions d’Amis zwei Chihuahua-Mischlinge und ein kleines Kätzchen. Die Tiere leben völlig auf sich allein gestellt in einer verwahrlosten Wohnung. „Es ist ein chaotisches Apartment, in dem dieser Mann offenbar nicht einmal wohnt“, berichtet die ehrenamtliche Ermittlerin Élodie. 

Nach Angaben der Ermittlerin besorgt sich der Mann die Vierbeiner kostenlos. „Er hält sich für einen Retter, aber er lässt sie verhungern“, schildert sie die Situation. Er geht nicht einmal mit ihnen spazieren und lagert sie wie Möbelstücke. Bei früheren Einsätzen beschimpft der Täter die Freiwilligen und droht damit, sich immer wieder neue Tiere zu holen.

Eine lange Akte der Tierquälerei in Vermelles (Frankreich) 

Das Profil des Verdächtigen ist den Tierschutzbehörden bestens bekannt. Seine Akte wegen Misshandlung füllt sich in den letzten zwei Jahren stetig. 

  • Ende Dezember 2024: Die Fondation greift erstmals ein und befreit einen völlig abgemagerten Border Collie. Das Tier kommt in ein örtliches Partnertierheim, doch die damalige Anzeige bleibt ohne Folgen.
  • Oktober 2025: Weniger als ein Jahr danach kommt es zu einer weiteren Beschlagnahmung in derselben Wohnung. Die Behörden entdecken dort einen Chihuahua, zwei Katzen, eine Wasserschildkröte und 30 Fische unter erbärmlichen Bedingungen.

Schwammstücke im Magen 

Nach ihrer Rettung im Mai kommen die beiden Chihuahuas und die Katze in ein örtliches Tierheim der Organisation. Ihr Zustand ist inzwischen stabil, doch bei ihrer Ankunft zeigt sich das ganze Ausmaß der Vernachlässigung. 

Die Tierheimleiterin Anne Puggioni berichtet auf der Website 30millionsdamis.fr über den extrem abgemagerten Zustand der kleinen Katze. „Sie hat sogar Stücke von einem Schwamm erbrochen“, erzählt sie sichtlich bewegt. Das arme Tier muss aus purem Hunger alles gefressen haben, was erreichbar war. Glücklicherweise finden die Samtpfote und einer der Hunde schnell ein neues Zuhause. Der zweite Vierbeiner namens Georges wartet dagegen noch auf seine Familie.

Die Fondation 30 Millions d’Amis reicht wegen der Vorfälle erneut eine Anzeige ein. Die Anwältin der Organisation, Caroline Lanty, fordert nun ein hartes Durchgreifen der Staatsanwaltschaft. Nur so lassen sich die Taten des Mannes stoppen und weitere Tiere dauerhaft schützen.

Übersetzt von Wamiz FR
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