An einem Morgen im März erwartet die Mitarbeiter des Tierheims Humane Society of St. Thomas (USA) eine herzzerreißende Szene. Sie machen bei ihrer Ankunft eine schreckliche Entdeckung.
An den Außengittern sind zwei Pitbull-Mischlingshündinnen angekettet. Das ist leider kein ganz ungewöhnlicher Anblick.
Doch als die Retter sich nähern, verstehen sie die große Herausforderung. Die beiden Hündinnen, die später Artemis und Athena getauft werden, lassen die Helfer nicht an sich heran.
Die Webseite The Dodo berichtet, wie Artemis und Athena regungslos in ihrem Zwinger kauern. Sie knurren nicht aus Aggression, sondern aus reiner Angst. Die Tiere benutzen sich gegenseitig als Schutzschild und verweigern das Futter, wenn ein Mensch im Raum ist.
„Es war, als hätten sie noch nie zuvor Menschen gesehen oder durch sie nur Leid erfahren“, erklärt einer der Freiwilligen.
Ein Team von Verhaltensexperten
Dieses Verhalten gegenüber Menschen erschwert die Arbeit der Freiwilligen erheblich. Es macht auch eine mögliche Adoption fast unmöglich.
Deshalb wird ein Team von Verhaltensexperten zur Unterstützung gerufen. Wochenlang sitzen Freiwillige einfach vor dem Zwinger, lesen laut aus Büchern vor und gewöhnen die Tiere so an den Klang einer ruhigen Stimme.
Dann kommen die Leckerlis ins Spiel und langsam siegt die Neugier über die Angst. Artemis ist die Erste, die es wagt, Käse von der Hand eines Pflegers zu lecken. Als Athena sieht, dass ihre Schwester in Sicherheit ist, folgt sie ihrem Beispiel.
Schritt für Schritt beginnen die Hündinnen, sich zu entspannen und ihr Verhalten ändert sich. Ihre Verwandlung ist so beeindruckend, dass sie bald zur Adoption freigegeben werden. Es gibt eine nicht verhandelbare Bedingung: Die beiden müssen zusammenbleiben.
Ein Happy End für Artemis und Athena
Heute sind Artemis und Athena von einer geduldigen Familie adoptiert worden. Diese respektiert weiterhin das Tempo der beiden.