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Luchs auf einer Straße im Wald
© Lucie Roudná / MDR.de

Jahrelanges Rätsel endlich gelöst: Seltenes Tier taucht plötzlich vor der Fotofalle auf

von Stefanie Gräf

Am veröffentlicht

Fast zwei Jahre galt es als verschollen. Ein verschwommenes Foto aus dem Wald lüftet aktuell ein unglaubliches Geheimnis rund um ein seltenes Raubtier.

Ein einsamer Waldweg nahe der deutsch-tschechischen Grenze, es herrscht klirrende Kälte. Dann löst plötzliche die gut getarnte Fotofalle lautlos aus! Was Autofahrer zudem wenig später nahe der tschechischen Ortschaft Doubice als flüchtigen Schatten fotografieren, versetzt Fachleute aktuell in absolute Alarmbereitschaft – im positivsten Sinne.

Denn diese plötzlichen Sichtungen lüften ein Mysterium, das Projektverantwortliche seit fast zwei Jahren quält. Ein längst totgeglaubtes Phantom ist aus dem Nichts wieder aufgetaucht.

Juno lebt: Fotofalle liefert den Beweis

Doch verschwommene Bilder allein reichen in der harten wissenschaftlichen Realität nicht als Beweis, um eine geschlossene Akte wieder zu öffnen. Die endgültige Gewissheit brachte erst akribische Spurensicherung im winterlichen Gelände. Im Schnee nahe der Grenze entdeckten und sicherten Experten Urinproben der wilden Raubkatze.

Die Proben gingen ins Labor, und die anschließende genetische Analyse lieferte das Unfassbare: Der genetische Fingerabdruck passte exakt. Es ist Juno. Der zweijährige Luchs, von dem über ein Jahr lang jede Spur fehlte, streift lebendig durch das Lausitzer Gebirge. Für das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ist dieser Treffer eine absolute „kleine Sensation“.

Vor 2 Jahren zuletzt gesichtet

Wer die Freudentränen der Naturschützer begreifen will, muss auf den Start von Junos Akte blicken. Im März 2024 wurde der Kuder bei Eibenstock als großer Hoffnungsträger ausgewildert. Doch schon im Herbst desselben Jahres verstummten seine Signale. Juno galt offiziell als verschollen. 

In der unerbittlichen Realität der Wildnis bedeutet ein derart langes Verschwinden fast immer den Tod. Wie schnell ein Leben dort enden kann, hatte das Schicksal von Luchs Anton gezeigt, der kurz nach seiner eigenen Freilassung bei einem Unfall getötet wurde. Dass Juno die widrigen Umstände überlebt hat und nun unbemerkt sein Revier gewechselt hat, grenzt an ein Wunder.

Die Überwachung geht weiter

Warum Juno seine ursprüngliche Heimat verlassen hat und wie er so lange unsichtbar bleiben konnte, behält die Raubkatze für sich. Die tschechischen Behörden prüfen nun, ob er nur auf der Durchreise ist oder ein neues Revier beansprucht.

Luchs Juno nach 2 Jahren gesichtet
Luchs Juno (Archiv Naturschutz LfULG, C. Blum-Rérat / pirsch.de)

Während Junos Geheimnis gelüftet ist, bleiben die Kameras im Wald scharfgestellt. Die Daten zeigen, dass auch die anderen Luchse des Projekts ständig in Bewegung sind: Luchsin Nova hat Sachsen Richtung Jena verlassen, Kuder Charlie streift ebenfalls durch Tschechien. 

Ein echter Lichtblick ist Weibchen Alva, die nahe Eibenstock aktuell zwei Jungtiere großzieht. Das Projekt läuft weiter – und für den Spätsommer ist bereits die Auswilderung zwei weiterer Luchse geplant. In der Hoffnung, dass sie nicht ebenfalls zu einem jahrelangen Rätsel werden.

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