Wissenschaftler der Veterinärmedizinischen Universität Wien leiten eine Studie. Sie wollen mehr über die intellektuellen Fähigkeiten von Hunden erfahren und untersuchen insbesondere Vierbeiner, die Informationen schnell aufnehmen.
Die meisten Hunde lernen Befehle oder erkennen Schlüsselwörter wie „Gassi“ oder „Leckerli“. Einige zeigen jedoch eine außergewöhnliche Fähigkeit und können Wörter mit bestimmten Gegenständen wie benanntem Spielzeug verknüpfen.
Überraschende Ergebnisse
Um diese Fähigkeiten besser zu verstehen, vergleicht das Team um die Ethologin Andrea Sommese zehn „begabte“ Hunde mit 21 sogenannten typischen Hunden. Alle Tiere gehören der Rasse Border Collie an.
Zwei Wochen lang wird jeder Hund zu Hause mit vier Spielzeugen konfrontiert. Ihre Halter sprechen die Namen von zwei Spielsachen häufig aus. Die anderen beiden werden nur benutzt, aber nie benannt.
Anschließend dürfen die Hunde bei einer freien Erkundungsaufgabe mit den Spielsachen und neuen Gegenständen interagieren. Ihre Menschen müssen sich dabei im Hintergrund halten.
Entgegen aller Erwartungen zeigen alle Hunde eine starke Vorliebe für die neuen Spielzeuge. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie als begabt gelten oder nicht. Es gibt auch keine nennenswerten Unterschiede bei der Zeit, die sie mit dem Spielzeug verbringen.
Die Interaktion mit dem Menschen macht den Unterschied
Das Experiment zeigt somit, dass die sogenannten „begabten“ Hunde nicht unbedingt neugieriger auf Gegenstände sind. Ihre besondere Fähigkeit liegt vielmehr in der Interaktion mit ihren Haltern.
Wenn einer dieser Hunde ein Spielzeug ergreift, bringt er es tendenziell zu seinem Menschen zurück. Er möchte ihn damit zu einem gemeinsamen Spiel anregen.
Im Gegensatz dazu bleiben die typischen Hunde in der Nähe ihres Halters. Manchmal schmiegen sie sich an ihn, versuchen aber nicht aktiv, ihn in das Spiel mit dem Gegenstand einzubeziehen.
Laut den Forschern spiegelt dieser Unterschied nicht einfach eine größere Neugier oder kognitive Intelligenz wider. Es ist vielmehr eine Form von erhöhter sozialer Motivation, den Menschen in die Aktivität einzubeziehen.