Die Herausforderung war, ihn dazu zu bringen, dass er immer länger an Ort und Stelle bleibt, ohne sich zu bewegen, aber letztendlich ging das dann doch recht fix. Sobald er das „Bleib“ verstanden hatte, habe ich aufgehört, Leckerlis auf den Boden zu legen (das hatte ich vorher mit Spielzeug abgewechselt und ihn dann mit dem Kommando losgeschickt, es zu holen – den Befehl kannte er schon –, damit er mal ein bisschen Energie ablassen kann). Danach habe ich weitergemacht mit Leckerlis oder Spielzeug in Bewegung und bin dann langsam um ihn herumgelaufen, während ich immer wieder „Bleib“ gesagt habe (da ist die Versuchung groß, sich mitzudrehen, um mich nicht aus den Augen zu verlieren, da steigt der Schwierigkeitsgrad also ordentlich an). Belohnt habe ich mit Streicheleinheiten oder Leckerlis, und nach und nach bin ich immer weiter weggegangen, wodurch die Zeit natürlich auch automatisch länger wurde. Und mittlerweile verstecke ich mich auch mal ganz kurz (zum Beispiel hinter einem Baum). Er sieht mich dann zwar nicht mehr, aber ich rede weiter mit ihm.
Für mich ist dieses Kommando aber nicht dazu da, ein Spiel zu beenden.
Dafür führe ich seit Kurzem das Kommando „Ruhig“ ein (auch mit einer Geste dazu) und mache das so, wie ich es dir schon in der anderen Nachricht geschrieben habe: Ich pushe ihn durch das Spiel erst richtig hoch und lasse ihn dann ein Wort lernen, das ihn zur Ruhe bringt: eben „Ruhig“. Das klappt bisher ganz gut, weil er sehr verspielt ist und sich fast auf Knopfdruck hochfahren lässt, wenn man die nötige Energie reinbringt. Und danach muss ich ihm nur noch beibringen, dass „Ruhig“ eben bedeutet, dass jetzt Entspannung angesagt ist. ^^
Um auf deine Frage zu antworten: Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was ich dir da raten soll, weil ich nicht ganz verstanden habe, wie du das mit ihm machst. Es klingt nach zwei Kommandos, deren Bedeutung für einen Hund vielleicht fast gleich ist. Wenn du die dann gleichzeitig übst, statt erst mal zu warten, bis er das „Stopp“ richtig verinnerlicht hat, bevor du das nächste Kommando angehst, ist er am Ende vielleicht einfach verwirrt?
Verlangst du von ihm, dass er wartet, ohne dass irgendwas passiert? Also: Du wirfst ein Spielzeug, rufst dann deinen Hund und sagst ihm, er soll warten?
Wenn das so ist, würde ich es eher so probieren (um bei der Idee mit dem geworfenen Spielzeug zu bleiben): Ich versuche erst mal seine Aufmerksamkeit zu kriegen, indem ich ihn rufe. Wenn er dann empfänglich ist, sage ich ihm, er soll warten, werfe dann das Spielzeug und wiederhole gleichzeitig nochmal das „Warte“ (ich halte ihn dabei zur Not auch ein bisschen zurück). Wenn er sich dann anders verhält als sonst (wo er vielleicht direkt auf das Spielzeug gesprungen wäre), zeigt das, dass er es verstanden hat. Dann lasse ich zwei, drei Sekunden vergehen, lobe ihn ordentlich, und durch die Zeit und die vielen Wiederholungen wird er es sicher fest verinnerlichen (vielleicht beherrscht er es nicht immer perfekt, aber er wird zumindest verstehen, worum es geht).
Ja, der Weg ist lang. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber am Anfang dachte ich, ich bringe ihm höchstens drei oder fünf Kommandos bei, aber eigentlich gibt es noch so viel mehr Nützliches für alle möglichen Situationen.
Und außerdem scheint meiner richtig Spaß zu haben, wenn er was Neues lernt (es darf nur nicht zu lange dauern), also ist es für ihn auch wie ein Spiel – eine echte Win-Win-Situation.