@Patou88
Bevor ich zwei Hunde hatte, hatte ich nur einen, der auch diese langen Tage von 8:30 bis 18:30 Uhr alleine kannte, und das schon von klein auf.
Damals hatte ich weder einen zuverlässigen Hundesitter gefunden, der mal vorbeischaut, noch das nötige Kleingeld für einen Profi.
Ich hatte nie Probleme mit ihm, er war stubenrein (wobei er bis er ca. 6 Monate alt war im Garten war – mit Zugang zu einer Hütte – um das Training nicht zu gefährden), hat nichts zerstört und auch nicht gebellt, wenn er allein war (nach der ersten Woche Eingewöhnung).
Ich sage nicht, dass die Situation ideal war (und ich weiß, dass viele aufschreien werden bei dem Gedanken, dass ein Welpe von 8:30 bis 18:30 Uhr alleine ist), aber er schien es jedenfalls gut wegzustecken.
Ich behaupte nicht, dass das bei jedem Hund so gut klappt, und ich hatte mir auch einen Plan B überlegt, falls er es nicht vertragen hätte. Ich wollte auf keinen Fall in der Situation landen, meinen Hund abgeben zu müssen, weil sich die Nachbarn über das Bellen beschweren.
Ich glaube, es ist eher eine Frage der Gewöhnung UND der Veranlagung (ein Hund, der in sich ruht, keine Angststörungen hat usw.) als eine Frage von Alter oder ob er ganz allein ist oder einen Kumpel dabei hat.
Mein Hund hat damals wahrscheinlich die meiste Zeit verpennt (ich hatte damals noch keine Kamera, aber da nichts in der Wohnung verändert war, ist das am wahrscheinlichsten). Jetzt, wo ich zwei habe (und eine Kamera), sehe ich, dass das immer noch so ist :D
Aber mein Gewissen ist jetzt beruhigter, denn selbst wenn sie den ganzen Tag schlafen, haben sie zumindest die Möglichkeit, was anderes zu machen, wenn sie wollen.
Das einzige Problem, wenn ein (daran gewöhnter) Hund den ganzen Tag alleine bleibt, ist, dass man all seine Bedürfnisse (körperliche und geistige Auslastung) in die wenigen Stunden packen muss, die vor dem Schlafengehen bleiben. Das gibt dann sehr hundelastige Abende. Gassi, Spielen, Training, Kuscheln... da bleibt kaum Zeit für was anderes. Da ich ihnen aber den Großteil meines Abends widme, waren meine Hunde trotz der langen Abwesenheit tagsüber und der vielen Inaktivität abends immer zufrieden, wenn es ins Körbchen ging.
Inzwischen habe ich eine Hundesitterin, die (außer wenn sie im Urlaub ist) mittags vorbeikommt, wenn ich lange Tage habe. Aber ich frage mich am Ende doch, wie viel das den Hunden bringt und wie viel davon nur zur Beruhigung meines Gewissens dient. Tatsächlich ist es so, dass der Jüngere meiner beiden fast jedes Mal (kleinen) Mist baut, nachdem die Sitterin da war (ein Zeichen dafür, dass er irgendwas kompensiert, vielleicht zu viele Emotionen oder Frust, weil ihr Besuch mit 30 Min. so kurz war, keine Ahnung). Wenn sie gar nicht kommt, macht er nichts kaputt, selbst wenn der Tag lang ist :/