Mein Hund hasst es, wenn andere ihm am Hintern schnüffeln – warum?
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Faszinierend. Einen Hund dazu zu bringen, etwas anderes zu tun, als sein Instinkt oder sein Wille ihm sagen, ist echt eine Herausforderung. Spannend ist auch, dass du in diesem Fall sehr darauf achtest, das Anleinen nicht als Strafe zu gestalten, denn Elastic hat ja schließlich nichts falsch gemacht.
Alles klar, hab alles verstanden. Ich denke, wir probieren das mal so aus, weil es stimmt, dass wir ihn zwar bestraft haben, aber nie an die Leine genommen haben.
Danke für die Tipps und die Zeit fürs Antworten ☺ Ich halte dich auf dem Laufenden. Ich glaube, das wird uns echt weiterhelfen.
Stimmt, da hab ich mich wohl echt nicht ganz klar ausgedrückt.
Die Leine, am besten in Kombi mit einem Zuggeschirr, dient dazu, das Abbruchsignal zu verdeutlichen. Egal ob „Nein“, „Stopp“ oder was auch immer – der kurze Ruck an der Leine gibt das körperliche Feedback dazu.
Eigentlich hat diese Maßnahme mehrere Vorteile. Sie wirkt als negative Strafe (Entzug eines Privilegs, in diesem Fall der Freilauf). Also: Er hat sich danebenbenommen und Stress gemacht, während ein Welpe jetzt jaulend und mit eingezogenem Schwanz abhaut. Kontext = Freilauf. Der andere Besitzer ist natürlich genervt. Man versucht ja, seine Welpen zu sozialisieren – also so viele positive Erfahrungen wie möglich zu sammeln – und dann schnappt ihn so ein unerzogener Hund an.
Wenn du deinen Hund wieder anleinst, erreichst du drei Dinge:
1. Du sendest ein klares Signal an den anderen Halter, der das sicher positiv sieht.
2. Privilegienentzug, also P- (wird als Form der Bestrafung sehr empfohlen).
3. Du hast die Möglichkeit, über kleine Impulse Feedback zu geben, um dein „Nein“ zu unterstützen.
In so einem Fall (Drohen, Einschüchtern oder nach einem Welpen schnappen) würde ich versuchen, den Welpen nochmal ganz nah an den Hund heranzuführen. Wenn möglich, den Kleinen nochmal näherkommen lassen, während du deinen Hund gut unter Kontrolle hast (dafür die Leine). Wenn das klappt, leinst du ihn sofort wieder ab (P- = man beendet die Strafe, sobald der Hund sich gut verhält). Dann kontrollierst du ihn weiter über Wortsignale ohne physische Verbindung. Und wenn er sich dann immer noch top verhält, wird er ordentlich gefeiert!
Dann müssen wir das Stopp-Signal wohl noch mehr mit ihm trainieren, das könnte echt helfen.
Aber die Leine – sollte man die schon dranmachen, bevor er überhaupt dazu ansetzt, oder erst, wenn man sieht, dass er auf den anderen Hund losgehen will, um ihn zu bestrafen?
Nein nein, du kennst deinen Hund am besten! Ich liebe diese Ball-Dynamik!! Das ist bei meiner Hündin auch ein extrem starker Marker. Ich nutze das total oft beim Agility.
Kurz gesagt, es ist das Gesamtpaket. Deine Stimme (du hast meine ja sicher bemerkt), dein Lächeln, dein Spielzeug und das Futter sollten reichen, damit er merkt, dass du zufrieden und stolz auf ihn bist. Bei dem Tempo ist das Ganze in spätestens 2 Monaten erledigt.
Das Nonplusultra ist es dann, zusätzlich eine starke Korrektur (oder „Negation“) aufzubauen. Das ist aber ein ganz anderes Kapitel. Das erklärt auch meine allererste Empfehlung in diesem Thread, nämlich das wieder Anleinen. Die Korrektur ist ein Konzept. Ganz simpel gesagt geht es darum, dem Hund (im richtigen Moment und am besten blitzschnell) klarzumachen, dass wir nicht einverstanden sind mit dem, was er gerade vorhat. Man nutzt die Korrektur, um das Vorhaben zu unterbrechen. Das ist wieder so ein umstrittenes Thema, wobei ich gar nicht verstehe, warum. Ich könnte ohne Korrektursignale nicht leben. Für mich ist das einer der wichtigsten Aspekte überhaupt. Aber gut, viele kommen ohne aus, und ich denke, in diesem Fall hier klappt es auch so.
Aber in einer idealen Welt: ja. Wenn er sich beschnüffeln lässt = Party! Wenn er ans Abschnappen denkt = Korrektur. Wenn die Korrektur sitzt, ist das echt genial. Da braucht man natürlich keine körperliche Einwirkung mehr. So hat der Hund zwei Chancen, es zu verstehen: 1) Er lernt, dass es gut ist, wenn er sich beschnüffeln lässt, und 2) er lernt, dass es nicht okay ist, wenn er schnappen will.
Bei einem Border Collie (beim Shiba hätte ich gar keine Zeit für sowas, die spielen in Sachen Intelligenz ja in einer ganz anderen Liga) könntest du ihm sogar ein Kommando wie „Freeze“ beibringen, bei dem er sich absolut nicht mehr rühren darf, sobald er das Signal hört. Das kannst du dann nutzen, um ihn – ganz ohne Anfassen – dazu zu bringen, sich beschnüffeln zu lassen. „Freeze“ könnte auch als Korrektur dienen, wenn er Anstalten macht zu schnappen. STOPP = Korrektur. Nein = Korrektur. Tschht = Korrektur. Das Feld der Korrektur/Negation ist ziemlich breit gefächert.
Hier siehst du die Korrektur mal in Aktion bei einer unserer größten Herausforderungen: meine Hündin davon abzuhalten, ein 6 oder 7 Jahre altes Kind anzuspringen. Meine Hündin mag Menschen viel lieber als Hunde (obwohl sie Hunde auch liebt). Und das Größte für sie sind Kinder. Da bedrängt sie sie regelrecht. So ab 1:30 sieht man die erste Korrektur, um sie davon abzuhalten, zum Balkon von dem Grundstück links abzubiegen. Da hatte sie am selben Morgen eine Katzenfamilie entdeckt (was für ordentlich Trubel gesorgt hat). Da das Kind dann auch noch aufgetaucht ist, hab ich die Gelegenheit genutzt, direkt nochmal an der Korrektur zu arbeiten. Das Kind taucht so ab 2:15 auf und läuft bei 2:40 ganz nah an uns vorbei:
[youtube=https://www.youtube.com/watch?v=PTjan5r1Cwg]
Super, deine Tipps werden mir echt weiterhelfen, denke ich. Ich hab vorhin schon mal angefangen: Ein Welpe hat kurz bei ihm hinten geschnüffelt und ich hab dann direkt „Fein!“ gesagt, ihn zu mir gerufen und ihm ein Leckerli gegeben. Das Schwierigste wird wohl sein, genau den richtigen Moment zwischen dem ersten Schnüffeln und der Attacke abzupassen, damit er auf mein Lob reagiert und nicht direkt draufgeht. Da muss ich wohl echt fix sein. Ich werd auch weiter mit „Platz“ und „Bleib“ arbeiten, das beherrscht er ja so langsam richtig gut.
Apropos Kreativität: Wenn ich sehe, dass er beschnüffelt wird, und ihn dann mit dem Ball oder so ablenke – funktioniert das genauso? Gilt das dann auch schon als Belohnung oder muss ich trotzdem noch ein Leckerli oben drauf packen? Das volle Programm ist wahrscheinlich am besten, oder?
Ja, Flooding (Reizüberflutung?) kann funktionieren. Flooding ist die Technik, bei der man den Hund extrem stark dem Reiz aussetzt, der ihn stresst. Das ist eine ziemlich umstrittene Methode. Ich persönlich finde, dass es klappt, weil ich schon jede Menge Beweise dafür gesehen habe (Cesar Millan). Aber es ist halt umstritten. Und du bist noch weit davon entfernt, an einem Punkt zu sein, an dem diese Technik ratsam wäre. Also um es klar zu sagen: Einen Hund am Boden zu fixieren, um ihn dazu zu zwingen, sich beschnüffeln zu lassen = Flooding. Das ist eine echt harte Methode. Während man ihn schrittweise heranführt und jedes Mal für gutes Verhalten belohnt = Konditionierung / Desensibilisierung. Das dauert zwar länger, aber die Auswirkung auf deine Beziehung ist in diesem Fall einfach genial. Da kommt am Ende nur Gutes bei rum.
Noch eine gute Analogie, um diese beiden Konzepte zu verstehen: Schwimmen lernen. Hier ist meine Hündin bei ihren allerersten Versuchen letztes Jahr:
[youtube=https://www.youtube.com/watch?v=yKTf-GJ2_aI]
Cesar Millan hat in 14 Jahren mindestens 50 Mal gezeigt, dass man einen Hund dazu zwingen kann, Wasser zu mögen. Das funktioniert. Ich hätte das genauso machen können. Aber ich habe mich lieber für den Weg der schrittweisen Desensibilisierung und der operanten Konditionierung entschieden. Hier ist das Ergebnis vom Juni diesen Jahres:
[youtube=https://www.youtube.com/watch?v=x9mw2LxyO64]
Ganz ehrlich, das ist ein absolut riesiger Fortschritt. Nächster Schritt: Ich verlange von ihr, in ein Gewässer zu springen, in dem sie wirklich schwimmen muss. Ich werde bereitstehen, um zur Not selbst mit ins Wasser zu gehen. Und wenn ich sie darum bitte, wird sie es machen. Und zwar ganz ohne Flooding. Um dahin zu kommen, habe ich diese Unsicherheit immer im Hinterkopf behalten und ihr regelmäßig kleine Herausforderungen gestellt, wie zum Beispiel einen kleinen Bach zu überqueren. Hier mal ein Beispiel (da war sie etwa 7 Monate alt):
[youtube=https://www.youtube.com/watch?v=S0w-NWO5Avk]
JAAAAaaa, das ist eine super Frage!!!
Ja, absolut. Und genau da wirst du den feinen Unterschied spüren. Das ist eine super Gelegenheit, deine Führung auf eine konstruktive Art zu etablieren. Ich bin wirklich fest davon überzeugt, dass es eine unserer wichtigsten Aufgaben ist, unseren Hunden zu helfen, ihre Unsicherheiten loszuwerden, egal welche das sind! Bei meiner Hündin hält sich das zwar in Grenzen, ihre größte Unsicherheit ist es, über Gullydeckel zu laufen. Also arbeiten wir daran. Ansonsten verunsichern sie manche Gegenstände, die sie noch nie gesehen hat. Wenn uns sowas begegnet und ich merke, dass sie unsicher wird, kannst du dir sicher sein, dass ich mir die Zeit nehme, sie zu desensibilisieren. Ich lasse sie den Gegenstand berühren oder draufspringen (sie springt auf Kommando).
Dein Hund ist da wahrscheinlich keine Ausnahme. Nimm dir immer die Zeit, ihm zu helfen, seine Unsicherheiten zu überwinden. Und genau diese hier, die Angst vor Begegnungen, ist eine super Sache, an der man arbeiten kann.
Dein Lohn, deine Belohnung als Frauchen, sind die „Tendenz“ und die „Mini-Erfolge“. Ein Mini-Erfolg ist jedes Mal, wenn er sich beschnüffeln lässt, ohne zu meckern. Aber es ist WICHTIG, dass du das bemerkst, wenn es passiert, und ihn belohnst. Feier ihn dann so richtig! Ich sag's nochmal: Wir neigen dazu, uns zu sehr auf unerwünschtes Verhalten zu konzentrieren und vergessen dabei die positiven Momente. Die Basis von R+ ist das Timing, die Synchronität. Wir müssen jedes Mal markern/belohnen, wenn das richtige Verhalten gezeigt wird.
Ich kenne deinen Alltag nicht und würde dir gerne mehr Tipps geben, aber ohne mehr zu wissen, ist das schwierig. Sei kreativ. Ich würde mit diesen Rüden spielen. Zumindest ein bisschen. Beispiel für Kreativität: Heute Mittag wollte meine Hündin bei einem „Routine-Abruf“ im Hundepark nicht kommen. Dabei war ein anderer Hund direkt neben mir. Ich hab dann einfach diesen Hund belohnt und gefeiert! Meine Hündin kam dann an, und ich hab sie ignoriert! Zu spät, meine Süße. 5 Minuten später hab ich es nochmal versucht, und sie kam wie eine Rakete angeschossen. Kreativität.
Wenn ich will, dass sie mit einem neuen Hund spielt, spiele ich normalerweise erst mal selbst mit diesem Hund. Das motiviert meine Hündin mitzumachen, und sobald das Spiel läuft, ziehe ich mich zurück. Kreativität. Man macht halt das Beste aus dem, was man hat.
Noch ein Beispiel für Kreativität: Wenn du am „Platz/Bleib“ arbeitest. Wenn dein „Bleib“ stabil genug ist (und das kann es bei einem BC definitiv werden), kannst du von ihm verlangen, liegen zu bleiben, während er von anderen beschnüffelt wird. Etc. etc... Aber behalte im Hinterkopf (ich denke, das ist mittlerweile klar), dass das keine Frage von Dominanz ist. Deinen Hund zu dominieren, wird ihn bei solchen Begegnungen nicht entspannter machen. Er braucht einfach deine Führung, um diese Unsicherheit zu überwinden, mehr nicht.