Hallo.
Ich hatte in meinem Leben schon mehrere Katzen, meine letzte ist vor einem Jahr leider ziemlich jung an einem Herzfehler gestorben. Er war ein großer, total lieber und sanfter Kater.
Ich habe lange gebraucht, um zu trauern, und habe vor zwei Wochen einen Kater aus dem Tierheim adoptiert. Er ist ein lieber 2-jähriger Kerl, eigentlich recht entspannt, aber draußen noch ein bisschen ängstlich.
Die ersten 10 Tage liefen ziemlich gut. Der Kater war total verschmust, ich war super happy und wir haben nachts eng aneinander gekuschelt geschlafen. Er frisst gut, ist stubenrein, macht nichts kaputt – ich kann ihm eigentlich nichts vorwerfen..
Ich glaube deshalb, dass ich langsam verrückt werde. Ich hatte eine komplizierte Woche mit viel Stress und Müdigkeit. Ein Freund von mir liegt im Sterben im Krankenhaus, ich habe ihn diese Woche besucht, und am nächsten Morgen hat mich der Kater im Bett gebissen. Nicht fest, aber er hat gebissen. Er fordert sehr viel Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten und miaut viel.
Seit diesem Moment habe ich wie eine Art panische Angst vor meinem Kater entwickelt. Ich glaube, in meinem Kopf vermischt sich gerade alles, ich bin von Natur aus eher ängstlich.
Seit zwei Nächten schaffe ich es nicht mehr, ihn bei mir schlafen zu lassen. Es fällt mir schwer, ihn zu streicheln, weil ich direkt Panik bekomme. Ich schreibe euch gerade isoliert in meinem Zimmer, weil mich seine Anwesenheit ängstigt. Ich bin voller Angst, Scham und Traurigkeit.
Ich versuche, das rational zu sehen, und weiß, dass er mir nichts tun wird, aber es ist stärker als ich. Ich habe Angst, dass mein Verhalten ihm schadet und ihn traumatisiert. So etwas habe ich noch nie gefühlt. Ich habe das Gefühl, die einzige Lösung ist, ihn zurück ins Tierheim zu bringen.