Schlingenfalle
© Tierheim Günzburg / Instagram

Polizei warnt vor tödlicher Gefahr: Doch fast niemand erkennt sie auf den ersten Blick

von Stefanie Gräf

Klein, unscheinbar und leicht zu übersehen: Kaum jemand würde bei diesem Anblick stutzig werden. Doch genau das macht die Sache nur umso tückischer!

Ein falscher Schritt – und plötzlich gibt es kaum noch ein Entkommen! Was derzeit im schwäbischen Landkreis Günzburg (Bayern) offenbar ausgelegt wird, ist so unscheinbar, dass viele Menschen vermutlich daran vorbeigehen würden, ohne etwas zu bemerken. Für eine Katze kann genau das tödlich enden.

Mehrere Tiere wurden dort bereits schwer verletzt aufgefunden. Mindestens ein Kater musste sogar eingeschläfert werden aufgrund der schlimmen Verletzungen. Und die besonders beunruhigende Frage ist noch immer offen: Wie viele solcher Fallen liegen dort draußen noch?

Dann zieht sich die Schlinge immer enger...

Im Raum Kötz und Ochsenbronn wurden offenbar selbstgebaute Drahtschlingen ausgelegt. Mehrere Katzen sowie mindestens ein Wildtier sollen bereits hineingeraten sein. Verfängt sich ein Tier darin und versucht panisch zu entkommen, kann sich der Draht immer stärker um Hals oder Körper ziehen. Die Folgen können verheerend sein.

Zwischen Mitte Juli und August wurden mehrere verletzte Tiere gefunden. Ehrenamtliche Katzenretter gehen sogar davon aus, dass möglicherweise bis zu fünf Tiere betroffen sein könnten. Zusätzlich werden weitere Katzen vermisst. Für mindestens einen Kater kam jede Hilfe zu spät: Seine Verletzungen am Hals waren so schwer, dass er eingeschläfert werden musste.

Wie viele Fallen sind noch da draußen?

Besonders beunruhigend: Bislang ist offenbar nicht bekannt, an welchen Stellen überall solche Schlingen ausgelegt wurden. Auch die Frage, wer dafür verantwortlich ist, ist weiterhin offen. Konkrete Tatverdächtige sind bislang nicht öffentlich bekannt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Das Herstellen und Aufstellen von Schlingfallen ist in Deutschland verboten. Trotzdem könnte ausgerechnet ihre unscheinbare Bauweise dazu führen, dass Menschen daran vorbeilaufen, ohne überhaupt zu erkennen, was dort liegt.

Tierheim schlägt Alarm

Auch das Tierheim Günzburg warnt inzwischen öffentlich vor der Gefahr. In einem Instagram-Beitrag berichten die Tierschützer von mehreren schwer verletzten Katzen und sprechen von „purer Tierquälerei“.

Ihre Sorge gilt dabei nicht nur den bereits gefundenen Tieren. Denn solange nicht klar ist, wo weitere Fallen liegen könnten, bleibt auch die Gefahr für andere Freigänger bestehen. Tierhalter im betroffenen Gebiet sollten ihre Katzen deshalb derzeit besonders aufmerksam im Blick behalten.

Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe

Die Behörden hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer in Feldern, Gärten oder anderen Bereichen verdächtige Drahtkonstruktionen entdeckt oder Beobachtungen zu Personen gemacht hat, die solche Gegenstände aufstellen, soll sich bei der Polizei melden. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Günzburg unter 08221 / 919-0 entgegen.

Möglicherweise entscheidet am Ende genau das, was fast niemand auf den ersten Blick bemerkt, darüber, ob noch ein weiteres Tier in eine dieser Fallen gerät.

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