Telefonierende Frau geht Gassi
© KI / ChatGPT (Symbolbild)

Irre Ausrede vor Gericht: Bizarre Aktion einer Hunde-Halterin macht das Gericht sprachlos

von Stefanie Gräf

Der Richter wartet, doch die Bank bleibt leer. Bis ein kurioser Anruf enthüllt, welche tierische Pflicht diesem Frauchen wichtiger ist als das Gesetz.

Die Uhr an der Wand des Grazer Straflandesgerichts (Österreich) tickt unbarmherzig. Es ist der Moment, in dem eigentlich Gerechtigkeit gesprochen werden soll. Ein Richter, eine Staatsanwältin, fünf geladene Zeugen und eine Dolmetscherin sitzen bereit.

Alles ist vorbereitet für einen Prozess, der sich als unerwartet brisant entpuppt. Doch die Anklagebank? Gähnend leer. Die Luft im Saal ist dick vor Anspannung. Wo sind die Beschuldigten? Dann schrillt plötzlich das Telefon des Richters – und bricht eine Lawine des puren Absurden los.

Vor Gericht: Gassi als Entschuldigung

Am anderen Ende der Leitung meldet sich die Angeklagte. Wer jetzt eine medizinische Notlage oder einen Unfall erwartet, wird bitter enttäuscht. Was die Frau dem fassungslosen Richter Andreas Lenz in den Hörer diktiert, sprengt jede Vorstellungskraft:

„Herr Richter, i kann jetzt wirklich net zu meinem Prozess kommen. I muss mit meinem Hund kacken gehn, sonst sch…er mir die ganze Bude voll.“

Es ist ein Schock-Moment für alle Anwesenden. Während ein ganzer Apparat wartet und wertvolle Zeit verstreicht, zieht eine Hunde-Halterin die Notbremse – aus Sorge um ihre Wohnung und wegen der dringenden Bedürfnisse ihres Vierbeiners. Die Verdauung des Hundes geht vor, das Gesetz muss warten.

Frau macht Haufen ihres Hundes weg
Das große Geschäft ist der Hundehalterin wichtiger als der Gerichtstermin (New Africa / Shutterstock)

Ausrede nach Ausrede

Der Richter versucht, die Frau zur Vernunft zu bringen, erinnert sie mit Nachdruck an ihre Pflicht, sofort zu erscheinen. Doch was folgt, ist ein fesselnder Schlagabtausch, dicht wie in einem Thriller. Die Frau kontert jeden Rettungsversuch des Richters mit einer neuen, unüberwindbaren Barriere:

  • „Geht net. I hab‘ ka Geld fürs Taxi.“
  • Der Vorschlag, zu Fuß mit dem Hund zu kommen, verpufft: „Ich find alleine aber nicht hin.“
  • Ein Navigationsgerät als Retter in der Not? Zwecklos. „Geht net, mein Internet is‘ aus.“
  • Selbst der Hinweis auf öffentliches WLAN in der Stadt scheitert an ihrer Isolation: „Ich red‘ net gern mit fremden Menschen. Außerdem ist Graz gefährlich.“

Dann der absolute Höhepunkt dieses dramatischen Telefonats. Der Richter hält der vermeintlich verängstigten Frau den Spiegel vor und konfrontiert sie mit den harten Fakten: „Sie sind gefährlich! Haben nicht Sie jemandem eine Bierflasche über den Kopf gezogen?“ Die knappe, fast eiskalte Antwort der Halterin am Hörer: „Ja …“

Das Chaos wird perfekt

Als wäre diese Situation nicht schon packend genug, erreicht das Rätselraten um die verschwundenen Angeklagten kurz darauf die nächste Stufe. Auch der zweite Beschuldigte ist nirgends zu sehen. Als die Justizmitarbeiter ihn endlich auf dem Handy erreichen, stellt er eine Frage, die an Verwirrung kaum zu übertreffen ist: „Wo bin ich?“

Der Richter, mittlerweile am Rande der Fassungslosigkeit, antwortet trocken: „Straflandesgericht. Dort, wo sie jetzt gerade sein sollten.“ Die lapidare Erklärung des Mannes: Er habe ja nur zurückgerufen, weil er die Nummer im Display nicht kannte.

Das bittere Nachspiel

Mit rund einer Stunde Verspätung bricht das Kartenhaus der Ausreden zusammen. Beide Angeklagten tauchen schließlich im Gerichtssaal auf – die Frau übrigens ohne ihren Hund. Von Reue oder Einsicht fehlt jede Spur. Stattdessen wird die Schuld auf die digitale Technik geschoben.

Doch auch wenn die Situation fast filmreif wirkt: Wer das Gesetz für die Gassirunde hintenanstellt, spielt mit dem Feuer. Die Uhr tickt in solchen Fällen unbarmherzig gegen die Tierhalter.

Wer ohne triftigen Grund schwänzt, riskiert, dass die Polizei unangekündigt vor der Haustür steht, um einen direkt aus dem Alltag – oder mitten aus der Gassirunde – abzuholen. Die Kosten dafür trägt man selbst.

Im schlimmsten Fall droht sogar die sofortige Festnahme und die Zelle. Ein riskantes Spiel, das für diese Hunde-Halterin gerade noch einmal gut ausgegangen ist.

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