Es gibt Türen, hinter denen sich das absolute Grauen verbirgt. Selbst für Menschen, die schon viel Leid und Schrecken erleben mussten. Dabei ahnen die Retter des Tierschutzvereins Arche 90 e.V. schon, dass dieser Einsatz schlimm werden würde… Aber das?!
Was die Freiwilligen beim Betreten der Wohnung in Dortmund zu sehen bekommen, übertrifft selbst die dunkelsten Alpträume der Tierschützer. Es offenbart sich ein Abgrund aus Müll, Dreck und Exkrementen – und mittendrin ein eiskaltes Szenario, das dem Team bis heute das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Horror-Wohnungen in Dortmund
Die Realität, die Gabi B. in dieser Wohnung antrifft, ist unerträglich. Überall leere Näpfe, ein beißender Gestank und Tiere, die einfach sich selbst überlassen wurden.
Für zwei Katzen kommt jede Hilfe zu spät – sie hatten den Kampf gegen den Hunger und die Verwahrlosung bereits verloren. Außerdem vegetiert in dieser Kloake, die mal eine Wohnung war, eine Hündin vor sich hin. Sie ist völlig abgemagert, nur noch ein Schatten ihrer selbst.
Doch der Moment, der diesen Fall so unfassbar macht, ist nicht nur das Leid der Tiere. Es ist die unfassbare Kaltblütigkeit der Halterin. Während um sie herum Tod und totale Verwahrlosung herrschen, sitzt die Frau ungerührt da und isst!
Da sind weder Panik noch Reue, die Frau zeigt nur eiskalte Gleichgültigkeit gegenüber den Leben, die sie auf dem Gewissen hat.
Ein Muster der Grausamkeit
Und dieser Albtraum ist leider kein Ausnahmefall. Heike B., die erste Vorsitzende des Vereins, berichtet im Gespräch mit wa.de von einem weiteren, tief erschütternden Fund. Ein Hund, dessen Körper ein einziges stummes Zeugnis jahrelanger Qual war.
Sein Fell war nicht einfach nur ungepflegt – es war zu harten, schweren Platten verfilzt, die bei jeder Bewegung unerträgliche Schmerzen auf der entzündeten Haut verursachten.
„Das ist ein Zustand, der über Monate und Jahre entstanden ist“, erklärt die Tierschützerin bitter. Doch die treuen Tiere können sich dagegen nicht wehren, sie gehen langsam und lautlos zugrunde.

Der ultimative Verrat
Doch das Schlimmste: Nach all dem Leid, nach den toten Katzen und den geretteten, gebrochenen Hunden, bleibt die Gerechtigkeit auf der Strecke. Die Tierschützer haben alles getan, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Doch die Verfahren verliefen im Sande.
Es gab keine Strafen für die Verursacher, die Tierquälerei blieb für sie ohne weitere Konsequenzen. „Es kotzt mich an. Was muss noch passieren?“, macht Gabi B. ihrer puren Verzweiflung und Wut Luft. Die bittere Wahrheit ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Tierfreund: Diese Menschen haben nun quasi eine Art Freifahrtschein.
Die Frau, die zwischen ihren toten Katzen saß und aß, kann jederzeit einfach losmarschieren und sich das nächste wehrlose Tier in ihr privates Haus der Schrecken holen. Ein perfider Kreislauf, der Tierschützer und Tierfreunde absolut fassungslos und ohnmächtig zurücklässt.