Es ist tiefe Nacht, als das Team des Tierheims Lübbecke (NRW) erschöpft zu seiner Basis zurückkehrt. Hinter den freiwilligen Helfern liegt ein kräftezehrender Einsatz, bei dem sie auf der Jagd nach Straßenkatzen waren.
Doch als der Lichtkegel ihres Wagens das Gelände vor dem eigenen Tierheim erfasst, offenbart sich ihnen eine Szene, die den Feierabend jäh beendet. Und dieser Fund in unmittelbarer Nähe des Tierheims nimmt wenige Stunden später eine dramatische Wendung.
Der fatale Morgen danach
Als das erste Tageslicht die Straße zum Tierheim erhellt, wird das ganze, grausame Ausmaß der nächtlichen Aktion sichtbar. Am Straßenrand liegt der leblose Körper einer weiteren jungen Katze. Sie wurde überfahren!
Wer auch immer die Tiere im Schutz der Dunkelheit hier ausgesetzt hat, nahm billigend in Kauf, dass sie in Panik auf die Fahrbahn rennen. Das vermeintlich „sichere“ Aussetzen direkt am Tierheim wurde für diesen kleinen Körper zum absoluten Todesurteil.
„Gute Reise kleiner Engel, das hast du nicht verdient“, schreiben die erschütterten Helfer. Der Schock über den leblosen Fund verwandelt sich beim Tierheim-Team schnell in blanke, sarkastische Wut.
Die bittere Abrechnung der Tierschützer
In einem emotionalen Facebook-Post rechnen die Tierschützer gnadenlos mit der Wegwerf-Mentalität unserer Gesellschaft ab: „Was gibt es Schöneres, oder? Schließlich sind wir doch dafür da, oder? Halb so wild, immerhin wurden sie an einem Tierheim ausgesetzt und nicht direkt im Fluss ertränkt, oder?“
Es ist die Ohnmacht von Menschen, die es leid sind, das ausbaden zu müssen, wovon sich andere völlig gedankenlos befreien. Das Team stellt eine harte, aber notwendige Forderung an alle zukünftigen Halter: „Verantwortung beginnt nicht, wo man Tiere würdevoll abgibt. Verantwortung beginnt, wo man Tiere würdevoll anschafft.“
Eine quälende Frage
Die andere junge Katze, die im Dunkeln entdeckt wurde, konnte schließlich gesichert werden. Völlig fertig, zitternd und weinend sitzt der kleine Kater nun in Sicherheit. „Nun wird’s besser, kleines Flaffel“, versprechen die Freiwilligen.
Doch während der Überlebende sich langsam von den Strapazen erholt, bleibt ein beklemmendes Gefühl über dem Tierheim hängen. Eine Frage, die wie ein dunkler Schatten auf der Arbeit der Pfleger liegt: Ob wohl noch mehr Katzen dort draußen im Verborgenen sitzen? Voller Angst und in akuter Lebensgefahr?
Das wird wohl nur die Person beantworten können, die die armen Samtpfoten in dieser Nacht eiskalt auf der Straße zurückgelassen hat.