Die Geschichte ereignet sich vor knapp zwei Jahren. Mithilfe der App der französischen Bahngesellschaft SNCF kauft die Frau eine Fahrkatze. Sie möchte von Agen in Südwestfrankreich nach Bordeaux fahren. Für ihre Katze Pouki kann sie kein Ticket kaufen. Die einzige Möglichkeit ist, erneut für ihr eigenes Ticket zu zahlen. Ausgehend davon will sie versuchen, die Situation bezüglich ihrer Katze an Bord des Zuges zu regeln. Mit den Konsequenzen, die das mit sich bringt, hat sie nicht gerechnet.
Ein Antrag, der eskaliert
Beim Einsteigen in den Zug wendet sich Poukis Halterin an einen Zugbegleiter, um ihren Fall zu schildern. Sie hofft, die Situation ihres Katers durch den Kauf einer Fahrkarte einfach regeln zu können. Der Schaffner erklärt ihr, dass dies möglich sei, dass aber im Zug die Fahrkarte für ein Tier 20 Euro kostet, statt der üblichen 7 Euro.
Damit ist die junge Frau nicht einverstanden, was sie auch deutlich macht. Daraufhin erhält sie sofort eine Geldstrafe von 85 Euro. Sie merkt, dass sich der Kontrolleur mit ihr anlegen will und akzeptiert die Strafe. Der Kontrolleur möchte aber ihren Ausweis sehen, den sie nicht bei sich hat. Sie hat zwar eine elektronische Version auf ihrem Handy, wegen Netzproblemen klappt das nicht. Der Mann will deshalb die Polizei verständigen, um die Identität der Frau bei ihrer Ankunft zu überprüfen.
In Bordeaux steigen Pouki und seine Halterin aus dem Zug und werden von fünf Polizisten empfangen, wie die Zeitung La Dépêche berichtet: „Ich wurde von fünf Beamten begrüßt, die ihre Hände fest an ihre kugelsichere Weste geklammert hatten und bereit waren, einen Hund ohne Maulkorb festzunehmen. Sie waren überrascht, als sie feststellten, dass es sich bei dem „Täter“ um einen harmlosen British Longhair handelte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, mit einem Löwen zu reisen“.
Als sie sich beschweren will, erklärt ihr eine Kontrolleurin, die ihr mitteilte, dass sie alles tun werde, um ihre Beschwerde zu verhindern. Ihre Entschlossenheit zahlt sich offensichtlich aus, denn Poukis Antrag wird abgelehnt. Vier Monate nach den Ereignissen hat sie immer noch keine Informationen über eine mögliche Entschädigung oder Reduzierung ihrer Strafe erhalten. Die Bahngesellschaft schlägt vor, einen Mediator einzuschalten.
Auch wenn das Bußgeld ärgerlich ist, möchte die junge Frau vor allem die Vorgehensweise einiger Bahnmitarbeiter anprangern: „Diese Erfahrung wirft ein Licht auf das Verhalten einiger Mitarbeiter, die gegenüber kooperativen Fahrgästen eine unverhältnismäßige Macht zu genießen scheinen.“
Die Bahngesellschaft ihrerseits hat den Unmut ihrer Kundin vernommen und reagiert: „Wir werden ihrer Beschwerde besondere Aufmerksamkeit schenken. Tiere sind in unseren Zügen natürlich willkommen: Wir haben im Durchschnitt jeden Tag mindestens ein Tier pro Zug dabei“, und erklärt, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, ein Ticket für Tiere zu kaufen, insbesondere am Schalter im Bahnhof.