Hundetrainer Martin Rütter

Bei "Höhle der Löwen" setzt sich Rütter für Demenz-Erkrankte ein

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Martin Rütter hat eine eindeutige Meinung: Hunde brauchen im Alter ihre Ruhe, oder?

von Stefanie Gräf

Es ist eine absolute Herzblut-Angelegenheit für den Hundeprofi. Denn wer seinen Hundesenior nicht aktiv hält, der riskiert eine folgenschwere Erkrankung.

„Die Hunde werden ja statistisch immer älter, durch gute Versorgung u.s.w. Und das ist wirklich ein ganz, ganz schmaler Grat, finde ich, zwischen: ‚Ey, jetzt lasst den Opa auch mal schlafen!‘ und: ‚Lasst den auch nicht 24 Stunden schlafen!‘“ Doch für den TV-Hundeprofi kommt es genau darauf an, diese Gratwanderung als Halter eines in die Jahre gekommenen Vierbeiners hinzubekommen. Denn die Folgen können gravierend sein. Der Grund ist: Demenz.

Diese Erkrankung ist für Martin Rütter ein „Riesenthema“, nicht nur, weil seine eigene Mutter an schwerer Demenz litt, sondern weil er sich selbst intensiv mit dem Thema Seniorenhunde auseinandergesetzt hat.

Neue Studie: Demenz bei Hunden

Angesichts einer neuen Studie, die im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht wurde, setzt sich Rütter in der am 6. Oktober 2022 ins Netz gestellten Folge 82 seines Podcasts „Tierisch menschlich“ mit dem Thema auseinander. Bei der Auswertung von über 15.000 im Rahmen der „Dog Aging Studie“ gesammelten Daten von Haushunden stellte sich heraus, dass ab einem Alter von 10 Jahren das Demenzrisiko jedes Jahr um 50 % steigt.

Schau dir das an:

Ein weiteres alarmierendes Ergebnis: Wenig aktive Tiere erkranken rund sechseinhalbmal wahrscheinlicher an Demenz als sehr aktive. Im Klartext: Körperliche Betätigung und Aktivität wirken sich positiv auf das Demenz-Risiko aus – weil das Hundehirn hierdurch stärker gefordert wird. Ein Phänomen, das auch bei Menschen bekannt ist. 

Hunde brauchen Beschäftigung und Aktivität

Deshalb fordert Rütter  gerade bei Seniorenhunden: Diese sollte man unbedingt weiter „am Alltag teilnehmen lassen“ – natürlich „dem körperlichen Zustand angemessen und entsprechend“. Nach Rütters Erfahrungen passiere es „relativ häufig, dass die Leute sagen:

„Ja, aber der kann doch nicht mehr so, der ist aber auch glücklich in seinem Körbchen …“ Er stellt allerdings auch klar: „Ja, ist er, aber man muss den dann wirklich aktiv stimulieren. Das ist ein ganz, ganz wesentlicher Faktor!“ 

Es gehe „nicht mehr darum, dass ein Marathon gelaufen wird, aber dass der dabei ist. Dass er immer wieder das Gefühl hat, er ist dabei, er ist ein Teil der Gruppe, er bekommt Informationen, Stimulationen.“

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