Katze greift meine Kinder an

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Hallo, ich bin echt verzweifelt und wende mich deshalb an euch.

Kurz zur Situation: Ich habe einen Sohn, der etwas über zweieinhalb Jahre alt ist, und eine 11 Monate alte Tochter.

Am 12. Mai habe ich ein Kätzchen aufgenommen, das am 13. April geboren wurde – also noch nicht entwöhnt war. Die Mutter hatte es verstoßen, daher hat eine Freundin es mir gegeben. Sie weiß nicht, wer der Vater ist. Ich habe es dann selbst mit der Pipette und Aufzuchtmilch aufgezogen...

Aber seitdem er bei uns ist, greift er meine Kinder an, aber auch meinen Partner und mich. Er beißt uns. Meinen Partner und mich kratzt er zwar nicht, aber meine Kinder leider schon. Wir haben schon alles versucht, damit er damit aufhört.

Meistens ist es nur Spielerei, aber ich versichere euch, dass er es oft einfach so ohne Grund macht und richtig böse... und wenn er so aggressiv ist, dann nur gegenüber meinen Kindern.

Wenn wir es nicht schaffen, ihn zu beruhigen, müssen wir ihn wohl abgeben. Ich will eigentlich nicht, dass es so weit kommt, weil ich sehr an ihm hänge und er für mich wie ein Baby ist. Man gibt ein Kind ja auch nicht weg, nur weil es andere beißt...

Aber mein Partner ist da hart: Wenn sich bis Mitte August nichts ändert, geben wir ihn an jemanden mit Garten und vor allem ohne Kinder ab.

Wir wohnen in einer Wohnung. Meine Kinder tun ihm nichts, und er erträgt es auch nicht, wenn man ihn streichelt – er beißt dann sofort zu...

Habt ihr irgendwelche Tipps für mich? Ich hatte als Jugendliche bei meinen Eltern schon mal eine Katze, die war nicht so, obwohl sie auch nicht richtig entwöhnt war.

Vielen Dank.

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20 Antworten
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    Tania_fr Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
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    Hallo, jedes Mal wenn mein kleiner Enkel zu Besuch ist, greift meine Katze ihn total aggressiv an. Sobald ich ihm den Rücken zudrehe, attackiert sie ihn und beißt richtig fest zu. Beide sind 3 Jahre alt. Ich weiß echt nicht mehr, was ich tun soll... mein Enkel fasst sie weder an noch ärgert er sie. Warum ist die Katze so böse zu dem Kind? Sogar wenn er ganz ruhig auf dem Sofa sitzt und ich nicht im Raum bin, geht sie auf ihn los.

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    Hat sich hier im Forum eigentlich niemand einfach mal gedacht, dass das Kätzchen noch gar nicht richtig abgesetzt ist!? Beim Absetzen geht es ja nicht nur darum, mit der Muttermilch aufzuhören. Die Erziehung durch die Mutter findet vor allem im 3. Monat statt. Es liegt also an dir, es so zu erziehen, als wärst du die Katzenmama! Ein kleiner Stupser auf die Nase, im Nacken packen. Wenn du eine ältere Katze hast, kann das echt helfen.

    Ansonsten gibt es Ethologen für Katzen, man muss sie nur finden, der Beruf ist selten (Ethologe = Tierverhaltensberater).

    Und was die angeht, die hier Krallenscheren und Krallenschutz-Kappen empfehlen ... ich weiß ja nicht. Sicher ist es wichtig, die Kinder zu schützen, aber der einfache Weg ist nicht immer die beste Lösung. Eine Katze bleibt eine Katze, ob man will oder nicht! Man muss aus ihr ja kein genmanipuliertes Wesen machen.

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    Hallo, ich bin 12 und mein Kater macht genau das Gleiche. Er greift meine Mama nicht an, aber bei meiner Schwester und mir ist er total aggressiv. (Meine Mama glaubt, dass er eifersüchtig auf uns ist, aber ich bin von der Theorie nicht so wirklich überzeugt.)

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    Guten Abend

    Wer auch immer sagt, man solle ihn einfach loswerden – das ist echt beschämend! Das ist ein Lebewesen, das Liebe braucht und nicht, dass man es beim kleinsten Problem direkt im Stich lässt. Ich fass es echt nicht, sowas zu lesen. Nur zur Info: Ein Tier auszusetzen ist strafbar und kann mit bis zu zwei Jahren Knast und 30.000 Euro Bußgeld geahndet werden.

    Wie auch immer, die Katze wurde wohl nicht richtig entwöhnt (normalerweise dauert die Entwöhnungsphase ja drei Monate). Deshalb konnte sie sich nicht richtig sozialisieren.

    Ich rate dir, mal einen Tiertrainer dazuzuholen, der dich da unterstützen kann, oder frag mal bei deinem Tierarzt nach. Ansonsten gilt: Wenn deine Katze beim Spielen zu grob wird, musst du sofort das Spiel abbrechen und sie komplett ignorieren. Mit ein bisschen Geduld wird sie verstehen, dass sie vorsichtiger sein muss.

    Bei meiner Katze machen wir das auch so: Wir ignorieren sie einfach, wenn sie das macht, und dann beruhigt sie sich von selbst. Ein einfaches, aber bestimmtes „Vorsichtig“ reicht bei uns meistens auch schon aus, um sie davon abzuhalten.

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    Lamèremichelle
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    Ich schneide meiner Katze regelmäßig die Krallenspitzen... wenn sie mich beim Schnurren tretelt, piekst das manchmal echt fies und ich hasse das einfach.

    Man muss dem Kleinen beibringen, seine Katze zu verstehen: Wenn sie mit dem Schwanz peitscht, ist sie genervt usw. Mit 2 Jahren kann er das alles schon lernen.

    Die ganz Kleine kann "ganz vorsichtig" lernen und wenn sie sieht, wie der Große das macht, wird sie es genauso machen.

    Vor allem muss die Katze lernen, dass es absolut indiskutabel ist, die Kinder zu kratzen... zur Not mit der Sprühflasche für die Pflanzen. Das erschreckt sie zwar, tut ihr aber nicht weh. Sobald sie kratzt = Pscht! Und zwar sofort.

    Es muss der Katze klar sein: Kinder attackieren ist kein Spiel, Punkt aus. Dann kommt sie für ein paar Minuten in die Transportbox. Sie wird zwar protestieren, rummeckern und so weiter, aber sie wird sich beruhigen und dann ganz lieb fragen, ob sie wieder raus darf. Irgendwann wird sie sich vielleicht von selbst in ihre Box zurückziehen, um ihre Ruhe zu haben... und die Kinder müssen dann eben lernen, sie nicht zu stören, wenn sie da drin ist.

    Das klingt vielleicht total fies, ist es aber nicht. Das ist einfach das Erlernen einer gemeinsamen Sprache. Selbst eine Katzenmutter weiß, wie sie ihre Grenzen klarmacht. Da die Katze nicht lange genug bei ihrer Mutter war, um das von ihr zu lernen, muss sie es eben auf einem anderen Weg lernen.

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    Hallo, ich denke und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Aggressivität deines Kätzchens zum Teil von deinen Kindern kommt. Katzen lieben von Natur aus ihre Ruhe und Kinder sind oft die Ersten, die Tiere bedrängen – vielleicht nicht mal böse gemeint, aber sie sehen sie leider eher wie Kuscheltiere an und merken das gar nicht richtig. Jede Katze hat ihren eigenen Charakter: Es gibt die lieben, mit denen man alles machen kann, und andere, die bei der kleinsten Gelegenheit beißen oder kratzen. Da kann man nicht viel machen. Trotzdem ist dein Kleines noch zu jung, um den Charakter schon festzulegen. Du solltest ihn erst mal so viel wie möglich in Ruhe lassen, damit er einen ruhigen Ort zum Fressen hat usw. Und vor allem brauchst du Geduld 👋 Ich habe selbst zwei Kinder (2 und 13 Jahre alt). Der Kleine versucht oft, dem Kater am Schwanz zu ziehen oder ihn beim Fressen zu nerven. Ich hindere ihn jedes Mal daran und mache ihm das in diesen Momenten auch klar. Entweder hört meine Katze dann auf zu fressen und geht hoch ins Schlafzimmer, weil ich natürlich auch mal lauter werde, oder er läuft in der Wohnung herum. In dem Fall gibt's ein kurzes „Pshitt“ und er geht dann in unser Schlafzimmer schlafen. Bei meiner Mutter ist es genauso: Sobald die Enkelkinder kommen, bringt sie eine ihrer Katzen ins Schlafzimmer, weil die bei jeder Kleinigkeit kratzt und beißt. Man kann sie nicht mal auf den Arm nehmen, um ehrlich zu sein lol. Das ist schon heftig, aber meine Mutter würde sie nie weggeben, weil sie sehr an ihr hängt und Tiere über alles liebt. Sie findet einfach, dass man Verantwortung übernehmen muss, wenn man sich ein Tier anschafft, egal was passiert. Und so denken viele, ich inklusive lol.
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    Teemteem
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    Hallo,

    Ich bin absolut gegen diese Krallenschutzkappen-Sache. Wenn die schlecht geklebt sind, kann die Kappe zusammen mit dem Kleber im Magen der Katze landen. Für mich sieht das auch eher nach einem „Deko-Artikel“ aus als nach echtem Schutz.

    Ich glaube auch nicht, dass die zu frühe Trennung von der Mutter das einzige Problem ist: Kinder sind ein riesiger Stressfaktor für Katzen, da sie eigentlich Ruhe und Frieden brauchen.

    Falls du es noch nicht mit Feliway oder einem Beruhigungsmittel versucht hast, wäre es jetzt an der Zeit. Aber wenn das nicht hilft, passt dein Lebensstil vielleicht einfach nicht zu dieser Katze.

    Ich habe mal ein Kätzchen mit 3 Monaten vermittelt, das nach 5 Monaten zu mir zurückkam, weil es der Besitzerin fast ein Auge ausgekratzt hätte. Die Frau lebte in einer 70m²-Wohnung mit Balkon, ohne Kinder oder andere Tiere. Nach dem Tod ihrer Mutter wurde die Kleine immer aggressiver. Die Besitzerin hat alles versucht, aber nach zwei Monaten die Hölle musste sie mir die Katze unter Tränen zurückgeben.

    Ich dachte echt, ich bekomme ein blutrünstiges Monster zurück (im Ernst, als die Dame sie brachte, sprühte die Katze vor Aggressivität und war richtig furchteinflößend – und ich bin im Tierschutz tätig). Aber nach 24 Stunden war sie wieder völlig normal (ich war in einer Wohnung mit drei anderen Katzen). Zwei Wochen später wurde sie an eine Familie in ein Haus mit Garten vermittelt. Seitdem (das ist jetzt über ein Jahr her) läuft alles super für alle Beteiligten.

    Was ich damit sagen will: Wenn du das Problem nicht über die Schiene mit der Angsttherapie lösen kannst, braucht diese Katze entweder ein Haus mit Garten oder einen Artgenossen, der ihr Gesellschaft leistet und sie miterzieht. Und keine Kinder.

    Wenn dein Lebensstil nicht zu der Katze passt, ist das nicht deine Schuld. Manchmal sind bestimmte Katzen und Menschen einfach nicht füreinander gemacht. In dem Fall ist es das Beste, ein Zuhause zu finden, das ihren Bedürfnissen entspricht.

    Falls du sie vermitteln willst, empfehle ich dir, sehr wählerisch bei den Leuten zu sein. Lass sie erst mal vorbeikommen, um zu sehen, ob die Chemie stimmt, und bring die Katze vor allem selbst in ihr neues Zuhause. So kannst du prüfen, ob alles so ist wie besprochen, und dem Kätzchen die Umstellung erleichtern. Bleib am Anfang noch in Kontakt, um sicherzugehen, dass alles klappt.

    Ich hoffe, dass es nicht so weit kommen muss, zumal das Kätzchen noch jung ist und das Ganze einfach eine altersbedingte Phase sein könnte. Versuch mal, dich bei einem Verhaltenstherapeuten schlauzumachen, der kann dir sicher auch noch alternative Lösungen zeigen.

    So, jetzt ist alles gesagt, ganz sanft und wohlwollend für alle Seiten... ich würde noch ergänzen: Durchhaltevermögen!

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    Es wäre eigentlich besser, das Problem an der Wurzel zu packen (ihm beizubringen, nicht zu kratzen), anstatt es nur zu umgehen (die Krallen zu verstecken). :S Weiß niemand, wie man einem Kätzchen beibringt, nicht zu kratzen?

    Wenn es den ganzen Tag nicht schläft, ist das Kätzchen sicher total überdreht, weil es völlig erschöpft ist und unter Dauerstress steht... Such ihm ein ruhiges Eckchen, wo du es mit Napf und Katzenklo unterbringen kannst, und vor allem ein gemütliches Plätzchen. Ein Ort, an dem du es zwischen zwei Spielphasen lässt, damit es schlafen kann und sich sicher fühlt (wo zum Beispiel die Kinder nicht hinkommen). Ja, ich weiß, das ist nicht so einfach, wenn man Kinder hat... Aber dort kann es dann in Ruhe schlafen. Wenn es aufwacht (schau einfach ab und zu mal diskret nach, es kommt dann schon von selbst zum Spielen an, wenn es genug geschlafen hat), wird es viel entspannter spielen, ohne aggressiv zu sein. Das ist ein bisschen wie bei einem Kleinkind, das keinen Mittagsschlaf gemacht hat und um Mitternacht noch wach ist: Es rennt schreiend wie verrückt durch die Gegend, bis es sich irgendwo eine Beule holt, weigert sich aber, ins Bett zu gehen!

    Was deinen Sohn angeht: Ein schlafendes Kätzchen weckt man nicht, man rennt ihm nicht hinterher und man zwingt es nicht dazu, sich anfassen oder hochnehmen zu lassen. In seinem Alter ist das schwer zu verstehen, aber es ist absolut wichtig! Es ist kein Spielzeug, sondern ein Baby.

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    Beim Tierarzt oder halt im Internet, zum Beispiel hier: https://www.amazon.de/20pcs-Prot%C3%A8ge-Griffes-Ongles-Chaton/dp/B00Y838G4W/ref=sr_1_4?s=pet-supplies&ie=UTF8&qid=1469798060&sr=1-4&keywords=Prot%C3%A8ge-griffes+chat

    Du musst einfach ein bisschen Kleber in die Krallenkappe geben und schwupps, ab auf die Kralle damit. Normalerweise hält das echt gut und geht erst ab, wenn sich die natürliche Krallenschicht löst. Dann musst du einfach wieder eine neue draufmachen.

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    PS: Also ich persönlich kann von diesen Krallenschutzkappen nur abraten. Erstens werden die mit irgendeinem Kleber befestigt, über dessen Inhaltsstoffe man gar nichts weiß. Unter der Kappe ist die Kralle ja trotzdem draußen, deshalb gewöhnt sich die Katze das Kratzen auch nicht ab. Auf Dauer ist das ziemlich teuer und die Dinger fallen oft schnell wieder ab. Manche Katzen versuchen sogar, sie mit den Zähnen abzureißen und verletzen sich dabei. Außerdem verlernt die Katze dadurch, ihre Krallen normal an Kratzbäumen etc. zu wetzen.

    Ich finde Krallenschneiden eigentlich total unkompliziert und es kostet kaum was (einfach eine Krallenschere oder ein Nagelknipser, wobei eine Krallenschere schon besser ist). Das Ganze dauert keine 5 Minuten – also genauso lang oder sogar weniger nervig als das Aufkleben dieser Kappen. Die Katze kann ihre Kratzmöbel weiter nutzen, lernt ihre Krallen richtig einzuziehen, es sieht schöner aus und ist absolut sicher.

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