Hallo zusammen,
ich weiß nicht, ob dieser Post viel Aufmerksamkeit bekommt, aber ich bin langsam echt verzweifelt und brauche mal eine Meinung von außen.
Ich habe seit fast 4 Jahren eine Katze namens Hava. Wir haben eine super enge Bindung, ich habe bisher immer alleine mit ihr gelebt. Sie hatte immer Zugang zu Fensterbrettern (ich hatte schon viele verschiedene Wohnungen mit ihr). Genau vor einem Jahr bin ich für 3 Monate zurück zu meinen Eltern gezogen, wo sie Zugang zu einem riesigen Garten hatte (sie kannte das Draußensein schon ein bisschen, weil ich früher oft mit ihr spazieren gegangen bin). Sie hat es total genossen und das Draußensein geliebt. Schließlich bin ich in eine Wohnung umgezogen, die vom Fenster her nicht so spannend war, aber es gab einen kleinen Innenhof (ca. 15-20 m²), zwar nur Beton und nichts Besonderes, aber sie war dort sehr gerne. Das war eine kleine 30 m² Wohnung mit nur einem Fenster nach draußen. Vor einem Monat bin ich mit meinem Partner in eine tolle Wohnung gezogen. Sie ist 50 m² groß, hat viele Fenster und sie hat gesicherten Zugang zu dem Fenster mit der spannendsten Aussicht. Trotzdem weint sie die ganze Zeit vor der Wohnungstür, Tag und Nacht, und büxt aus, sobald man die Tür mal einen Moment zu lang offen lässt.
Sie hat jede Menge Beschäftigung, viele Spielsachen, ich spiele jeden Tag mit ihr, es gibt Kratzbäume und Kratzmöbel ohne Ende, ein Fummelbrett für das Trockenfutter, sie bekommt ihr Nassfutter auf Schleckmatten usw. Weil sie so einen krassen Drang nach draußen hat, habe ich mal versucht, mit ihr in einen Park direkt nebenan zu gehen. Das ging leider schief, weil ein Hund versucht hat sie anzugreifen. Ich wurde dabei verletzt und bin jetzt echt zögerlich, was weitere Spaziergänge angeht. Ich plane demnächst einen Catwalk an der Wand anzubringen, damit sie im Wohnzimmer klettern und sich auspowern kann. Aber momentan habe ich das Gefühl, dass das, was ich ihr biete, einfach nicht reicht und sie sich langweilt, obwohl ich mir echt Mühe gebe, sie zu beschäftigen.
Hava war schon immer eine Katze, die schnell gelangweilt ist, und ich habe das Gefühl, seit sie bei meinen Eltern „Blut geleckt“ hat, was das Draußensein angeht, findet sie Drinnen-Spiele einfach nur noch öde.
Man rät mir, sie zu ignorieren, wenn sie vor der Tür weint, um das Verhalten nicht zu bestätigen. Aber ich finde, das bringt nicht viel. Es beruhigt sich vielleicht kurz, aber sobald sie es schafft, ins Treppenhaus zu entwischen, fängt das Ganze von vorne an.
An alle, die jetzt sagen, dass meine Katze unglücklich ist und ich sie lieber an jemanden mit Freigang vermitteln sollte: Ich verstehe diesen Standpunkt. Aber Hava ist eine sehr ängstliche Katze, die auch schon Medikamente bekommen hat. Ich bin ihre einzige Bezugsperson, anderen Menschen gegenüber ist sie total verschlossen. Deshalb glaube ich nicht, dass das die Lösung ist.
Wenn ihr irgendeinen Rat habt, eine Theorie oder sonst was, wie ich sie in der neuen Umgebung entspannter kriege, immer her damit. Es macht mich einfach fertig, sie so zu sehen.
Danke für eure Zeit und euch allen einen schönen Tag!