Hallo,
ich stecke gerade in genau der gleichen Situation wie du. Ich habe Mitte Dezember einen Welpen von einem Züchter geholt, aber im Gegensatz zu dir fingen die ersten Symptome schon direkt bei der Ankunft an: Blut im Kot noch am selben Abend. Der Züchter meinte am Telefon, das käme nur vom Stress, was ja auch plausibel klingen kann. Aber ich habe drei Tage gewartet und es ging nicht weg. Dazu kam, dass der Kot echt extrem aussah: schleimig, weich, ständig und eben blutig. Am Abend vor meinem Tierarzttermin habe ich selbst recherchiert und alles deutete auf Giardien hin.
Der Tierarzt sah das genauso und hat mit einer ersten Behandlung mit Panacur für 3 Tage angefangen. Da wurde erst mal alles besser, der Kot war wieder fest, kein Blut mehr und vor allem hat der Kleine endlich wieder gefressen, nachdem er vorher kaum Futter angerührt hatte.
Die Freude hielt aber nicht lange: 24 Stunden nach Ende der Behandlung ging es wieder voll los. Ich habe dann eine Kotprobe für ein Labor machen lassen und das Ergebnis war: Giardien. Also gab es wieder 10 Tage Panacur, aber diesmal gab es während der Behandlung überhaupt keine Besserung.
Und um beim aktuellen Stand weiterzumachen: Vor einer Woche, also 10 Tage nach der letzten Panacur-Runde, haben wir auf Metrobactin umgestellt, weil das einzige, was wirklich gegen Giardien hilft, Metronidazol ist (Antibiotika wie Flagyl oder Metrobactin). 5 Tage lang war alles super, der Hund hatte wieder Appetit, der Kot war seltener und fester geformt, kurz gesagt: eine totale Erleichterung. Heute Abend, 48 Stunden nach der ersten Runde Metrobactin, sind der Durchfall und das Blut wieder da...
Ich muss dazu sagen, dass ich wirklich alle Tipps, die man so findet, haargenau befolgt habe: Täglich das ganze Haus mit Dampf gereinigt, Desinfektion mit quartären Ammoniumverbindungen, täglich die Schlafplätze gewaschen, unsere Kleidung mit Hygienespüler (Sanytol, Lysol...), den Hund mit Douxo-Shampoo gewaschen (ein Hundeshampoo mit Ammonium), nach jedem Mal das Hinterteil abgewischt, einen Bereich auf der Terrasse für sein Geschäft abgezäunt und nach jedem Haufen alles aufgesammelt und die Stelle mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher übergossen. Genauso mit den Näpfen. Kurz gesagt: Ich bin, wie schon jemand anderes hier meinte, völlig im Putzwahn gelandet und trotzdem hat es nichts gebracht, es ist wiedergekommen... Man kann also noch so vorsichtig sein und alle Vorsichtsmaßnahmen treffen, anscheinend sind diese Parasiten einfach extrem hartnäckig...
Nachdem ich mir durch das ganze Lesen von Berichten und Studien eine echte "Giardien-Expertise" angeeignet habe, hast du eigentlich mehrere Möglichkeiten:
- Die Behandlung weiter durchziehen und nach ein paar Monaten wird es sich hoffentlich von selbst erledigen, aber bis dahin solltest du psychisch echt stabil sein, um das alles durchzustehen, und finanziell gut aufgestellt sein für die ganzen Produkte.
- Das Futter umstellen, weil unser Trockenfutter oft Getreide und damit Kohlenhydrate enthält – aber das solltest du mit dem Tierarzt absprechen, da die Darmflora unserer Welpen sowieso schon total im Eimer ist.
- Zusätzlich (NICHT während der Medikamentengabe) mit Grapefruitkernextrakt unterstützen. Es heißt, dass das eine gewisse Wirkung hat und es ist eine gute natürliche Unterstützung, die deinen Hund nicht so kaputt macht wie die Medikamente.
Das Ganze natürlich unter Beibehaltung aller Hygienemaßnahmen zu Hause, sonst macht es ja keinen Spaß.
- Letzte Option: Den Hund zum Züchter zurückgeben. Aber das ist verdammt schwer, vor allem wenn man schon an dem Tier hängt. Ich muss zugeben, dass mein Partner eher zu dieser Lösung tendiert, weil wir kaum noch schlafen und Angst haben, dass er diesen Parasiten, der ja eine Zoonose ist, auf unser 3-jähriges Kind überträgt.
Zum Reinigen, falls es hilft: Sanytol ist oft nicht stark genug, weil es nur Ammoniumsalze enthält. Besser ist: Saniterpen (aber falls du Kinder hast, nur putzen, wenn sie nicht da sind und gut lüften!), Apta (das ist die Eigenmarke von Intermarché, die enthält richtiges Ammonium und ist billiger) oder eben Starwax für Tiere und Böden. Es gibt auch die Marke Lysol, die effektiver sein soll, weil sie reines Ammonium enthält und günstiger als Sanytol ist. Und ansonsten: Dampfreiniger + kochendes Wasser, wo immer es geht.
Zur letzten Verzweiflungstat, den Hund zurückzugeben (denn machen wir uns nichts vor: diese Krankheit lässt sich absolut nicht mit einem stressigen und komplexen Job vereinbaren) – wenn man frühzeitig alles getan hat, um die Giardien per Kotprobe nachzuweisen, ist das Einzige, was man rechtlich geltend machen kann, die arglistige Täuschung. Man argumentiert also, dass man den Hund nicht genommen hätte, wenn man von der Krankheit gewusst hätte. Das ist bei mir der Fall und vielleicht auch bei anderen, die davon schon Albträume bekommen haben.
Wollte dir das alles nur sagen, damit du weißt, dass du nicht allein bist und dass diese Parasiten einfach extrem resistent gegen die Behandlungen sein müssen...
Danke für die Tipps zum Putzen! Ich wusste gar nicht, dass Sanytol weniger effektiv ist, und ganz ehrlich, bei dem Preis hätte ich das echt gern früher gewusst!! Das ist ein finanzielles Grab... Das Schlimmste ist, dass ich bei Intermarché arbeite und erst jetzt erfahre, dass Apta sich mehr lohnt... Dabei benutze ich die Marke sogar... Ich dachte echt, ich tue mir was Gutes, wenn ich Sanytol nehme...
In meinem Fall kommt es überhaupt nicht in Frage, den Hund zurückzugeben, aus zwei Gründen: Erstens hat er es sich wohl nicht dort eingefangen, und zweitens habe ich mich schon total an ihn gewöhnt!! Er ist mein bester vierbeiniger Kumpel.
Aber ich kann es in eurem Fall verstehen, weil er beim Züchter eigentlich hätte fit sein müssen oder ihr zumindest hättet gewarnt werden müssen...
Tatsächlich hätte ich es mir zweimal überlegt, einen Hund zu holen, wenn ich von dieser Krankheit gewusst hätte... Ich wusste zwar, dass man ein gewisses Budget braucht, aber mit so einer Krankheit, von der ich noch nie gehört hatte, habe ich nicht gerechnet!
Ich habe einen 8-jährigen Sohn, der ziemlich anfällig ist, deshalb verstehe ich die Angst total, dass er sich ansteckt. Aber eigentlich ist es nach meinen Infos eher selten, dass man es vom Hund bekommt, meistens steckt man sich eher unter Menschen an (Giardien beim Hund, Giardiasis beim Menschen, wenn ich keinen Mist erzähle). Man müsste sich schon echt gar nicht die Hände waschen, damit das passiert. Kurz gesagt: Wenn man ein Minimum an Hygiene hält, wird das schon. Aber mit 3 Jahren krabbelt man ja gerne mal auf dem Boden rum, da ist das natürlich nicht so einfach.
Euch viel Kraft, wir sind gerade bei der letzten 15-Tage-Kur (Panacur + Metrobactin). Symptome aktuell: Kot zwar geformt, aber noch sehr weich und vor allem stinkt es extrem. Heute ist der 5. Tag.
Ach ja, und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, ist meine Waschmaschine kaputtgegangen, also kommen noch mal circa 10 € pro Woche für den Waschsalon dazu...