Wie kann ich die Reaktivität meines Rüden gegenüber anderen intakten Rüden senken?

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Hi zusammen, Neels ist ein Aussie und mittlerweile 10 Monate alt. Eigentlich lief alles top, seit wir ihn mit 2 Monaten vom Züchter bekommen haben. Neels hatte viel Hundekontakt, aber leider meistens mit Junghunden (die nicht immer so gut hündisch 'gelesen' haben). Dadurch hat er sich, glaube ich, eine etwas rüpelige Art angewöhnt – aber nie böse gemeint, er ist einfach ein totales Energiebündel.

Das ging eine Weile so, bis mit 7-8 Monaten ein unkastrierter Boxer-Rüde, der nicht zu seiner festen Truppe gehörte, versucht hat, ihn zu besteigen. Das Ganze ist dann in einer Keilerei gelandet. Die Rauferei war jetzt nicht total krass, wir sind schnell dazwischen und für mich war das Thema eigentlich gegessen. Aber scheinbar geht Neels seit diesem Tag direkt auf Krawall, wenn er auf andere intakte Rüden trifft (außer bei einem Kumpel, den er schon von klein auf kennt). Ich hab mich dann überall mal umgehört und wir haben beschlossen, ihn früher als geplant kastrieren zu lassen (entschieden hatten wir uns dafür eh schon). Seit 10 Tagen ist er jetzt kastriert.

Ich setze jetzt nicht alles nur auf die Kastra, wir arbeiten parallel auch mit einem Hundetrainer zusammen, um das Aggressionsproblem gegenüber anderen Rüden in den Griff zu bekommen.

Ich schreibe hier, weil ich zum einen gerne eure Erfahrungen oder Tipps hören würde, falls ihr sowas auch schon durch habt (gezielte Aggressivität gegen Rüden / Auswirkungen der Kastration). Ich hab zwar schon viel gesucht, aber oft findet man kein richtiges Ende der Geschichte. Zum anderen will ich meine eigenen Erfahrungen teilen und so was wie ein Tagebuch führen, falls es anderen Besitzern mit dem gleichen Problem hilft.

Falls ihr also Berichte für mich habt, immer her damit. Die Situation macht mich echt fertig, weil Freilauf gerade gar nicht geht und wir nur noch zu 100 % an der Schleppleine unterwegs sind.

Danke fürs Lesen und ich freu mich auf eure Antworten!

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    Und nur zur Info: Ich hab noch nie von einem Kunden verlangt, sein Tier kastrieren zu lassen. Ich erklär denen die Vor- und Nachteile und die entscheiden das dann ganz für sich.

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    Du hast echt ein Talent dafür, anderen die Worte im Mund so zu verdrehen, dass es dir in den Kram passt. Echt faszinierend 😁

    Deine Meinung zu meinen Kompetenzen geht mir ehrlich gesagt ziemlich am Arsch vorbei, aber mich würde mal interessieren, warum du generell so ein Problem mit Hundetrainern hast – vielleicht ein unterdrücktes Verlangen?

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    Tut mir leid, dass ich euch beunruhigt habe, echt nett von euch, die anderen vor meinen Kompetenzen zu warnen

    Ich weiß, dass einige hier ein kleines Problem mit Hundetrainern haben, ist ja auch egal

    Natürlich liegt das Problem an läufigen Hündinnen, aber bei Begegnungen haben die Hunde ja kein Schild um, das uns verrät, ob sie gerade läufig sind oder nicht. Ich könnte euch da so einige Storys erzählen, wie sich zwei unkastrierte Rüden wegen Aby gekloppt haben, obwohl sie schon seit 11 Jahren sterilisiert ist

    Man kann ja absolut für oder gegen Kastration sein, aber meiner bescheidenen Meinung nach fallen bei einem kastrierten Rüden einfach so einige Verhaltensprobleme weg

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    Dass die Einstellung des Halters das Verhalten des Hundes beeinflussen kann, lass ich ja noch gelten, aber dass sie es komplett allein erschafft – nein. Jedes Mal, wenn mein Hund von einem intakten Rüden angegriffen wurde, war er im Freilauf und weit weg von mir, und die beiden Hunde haben ihre Interaktion eigenständig geregelt. Oft merke ich schon am Verhalten des anderen Hundes und wie meine darauf reagieren, dass es ein unkastrierter Rüde ist, lange bevor ich sehe, was er da zwischen den Beinen hängen hat. Beißereien zwischen intakten Rüden gibt es ja sogar bei verwilderten Hunden, ganz ohne menschlichen Einfluss.

    Was die Möglichkeit angeht, da durch Erziehung was zu ändern... klar, man kann die Dinge durch Training erheblich verbessern. Aber meistens kommt man über ein gewisses Maß an Toleranz nicht hinaus. Ich kenne niemanden mit einem intakten Rüden, der schon eine Vorgeschichte mit Beißereien wegen sexueller Rivalität hat, der es nur durch Erziehung – ohne Kastration – geschafft hat, den Hund in Begegnungen so zuverlässig zu machen, dass man ihn wieder völlig entspannt von der Leine lassen kann und er seine Begegnungen wieder autonom regelt. Selbst wenn man den eigenen Hund unter Kontrolle hat, kann man die der anderen ja sowieso nicht kontrollieren. Man geht also ständig das Risiko ein, dass der eigene Hund im Training angegriffen wird, nur weil er nach „intakt“ riecht... unter solchen Bedingungen ist es echt schwer, bei der Reaktivität Fortschritte zu machen.

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    Ich finde es echt schade, wenn man meint, dass die Person das Problem nur durch die Kastration gelöst hat.

    Ganz im Gegenteil: Sie erklärt ja, dass nicht nur die Kastration die Reaktivität verbessert hat, sondern dass sie mit einem Trainer gearbeitet und selbst über die Zeit viel Zeit und Arbeit reingesteckt hat.

    Das Thema ist echt immer ein Minenfeld und wie bei so vielen Dingen wundert es mich total, dass manche Leute da so dogmatisch sind.

    Klar nimmt eine Kastration nicht bei jedem Hund die Aggressivität weg, aber zu behaupten, dass zwei unkastrierte Rüden in der Nähe von Hündinnen nicht aggressiver reagieren würden, ist schon weit hergeholt.

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    Kainate
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    Echt super, dass du daran gedacht hast, mal wieder ein Update zu geben, danke!

    Du schreibst ja über Neels' Verhalten, aber hast du eigentlich einen Unterschied bemerkt, wie sich andere Rüden (vor allem die intakten) gegenüber deinem Hund verhalten?

    Man redet ja oft darüber, welche Auswirkungen die Kastration auf den Rüden selbst hat (mit der viel diskutierten Theorie, dass es die Aggressivität mindern könnte), aber eher selten darüber, wie er dadurch von anderen Hunden wahrgenommen wird.

    Dabei zeigt meine Erfahrung eigentlich, dass genau da der Hauptvorteil liegt.

    Ich lebe selbst mit drei Rüden zusammen, alle kastriert. Weil sie kastriert sind, werden sie echt super selten von anderen Rüden dumm angemacht.

    Bei meinem Pudel war das besonders krass, weil ich ihn bis zu seinem ersten Lebensjahr unkastriert gelassen habe. Direkt mit der Pubertät fing es an, dass er völlig grundlos von anderen Rüden angegriffen wurde (ein bisschen wie bei Neels, der sich beim Agility einfach auf einen intakten Rüden stürzt, nur weil der „zu sehr nach Rüde riecht“). Die Kastration (erst der Chip, mittlerweile operiert) hat solche Situationen massiv reduziert und ihm ermöglicht, wieder Vertrauen zu Artgenossen zu fassen.

    Ich glaube ehrlich gesagt, dass eine Kastration fast unumgänglich ist, um diese Rüde-Rüde-Probleme zu lösen. Klar, sie allein reicht nicht aus: Sobald ein Hund erst mal schlechte Angewohnheiten entwickelt oder miese Erfahrungen abgespeichert hat, steht sowieso Erziehungsarbeit und Desensibilisierung an – und das wird umso langwieriger und schwieriger, je länger man die Situation hat eskalieren lassen. Aber ich denke, sie hilft schon allein dadurch, dass sie die Wahrnehmung der anderen Hunde verändert. Denn zu versuchen, einen intakten Rüden zu resozialisieren, wenn er allein durch seinen Geruch schon Aggressivität bei seinen Artgenossen auslösen kann, stelle ich mir echt kompliziert vor...

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    Danke für die News :) Schön, mal wieder was zu hören

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    Hallo zusammen, ich versuche mal mein Versprechen zu halten und euch ein paar News zu Neels zu geben und unsere Erfahrungen zu teilen. Zur Erinnerung: Neels ist ein Rüde, der ab dem 8. Monat reaktiv gegenüber anderen Rüden war (vor allem gegenüber unkastrierten). Er wurde dann mit 11 Monaten kastriert. Rückblickend hat die Kastration nicht direkt sein Verhalten verändert. Neels hat auch nach der Kastration noch reagiert. Trotzdem denke ich, dass es geholfen hat, ihn ein bisschen „runterzuholen“ – aber Achtung, das ist nur so ein Gefühl, vielleicht hat auch noch was anderes mit reingespielt, ohne dass ich es gemerkt habe. Was aber auf jeden Fall richtig viel gebracht hat, ist das TRAINING. Und ja, Wunder gibt es da leider keine. Wenn ich von Training rede, meine ich: - Den Schritt zu gehen und einen Verhaltenstherapeuten zu suchen. - Bei Begegnungen vorsichtig zu sein, aber bloß nicht aufhören, Kontakt zu Artgenossen zu haben. - Gutes Verhalten belohnen und schlechtes markieren (ich bin weder voll für noch gegen rein positive Erziehung). Ich nehme mir oft die Zeit, mit den anderen Hundebesitzern zu quatschen, um gemeinsame Gassirunden zur Desensibilisierung zu planen, wenn der andere Hund passt (wenn er stabil ist, ein guter Reiz etc.). Neels ist noch nicht ganz „sauber“, wir arbeiten noch dran, aber wir sind auf einem guten Weg. Der Maulkorb ist ein echt super Tool für die Begegnungen. Das macht das Ganze sicherer und vor allem entspannt es MICH als Herrchen. Das ist echt wichtig, denn ich glaube, mein Hund ist wie ein emotionaler Schwamm: Wenn ich gestresst bin, merkt er, dass was nicht stimmt, und zeigt dann das Stressverhalten, das er sich eben ausgesucht hat: Aggressivität. Mit Maulkorb bin ich viel lockerer, und glaubt mir oder nicht, er spürt das sofort. Mein Fazit: Die Kastration löst das Problem nicht, aber ich denke, sie hat geholfen, die Gemüter etwas zu beruhigen. Das Training zahlt sich aus, und ein kompetenter Trainer ist echt viel wert. Wir arbeiten weiter dran und ich melde mich wieder mit News, falls es euch interessiert.
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    Mensch, was für ein Abenteuer ^^

    Was den Markt angeht: Er war wahrscheinlich eh schon gestresst (die Menge, der Lärm...) und der Hund unter dem Stand war dann wohl der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Danach hatte er wohl echt keine Lust mehr, andere Hunde zu beschnuppern. Vielleicht beim nächsten Mal einfach kurz abseits gehen, damit er sich beruhigen kann?

    Am Strand habt ihr echt gut reagiert, um Neels aus der Situation zu nehmen, die ja ziemlich angespannt wirkte (hättet ihr versucht, ihn direkt wegzuholen, wäre er wohl erst recht ausgerastet). Aber anscheinend stand er beim Anleinen immer noch unter Strom (oft macht die Einschränkung durch die Leine Hunde erst recht nervös und reaktiv).

    Was den Nachbarshund angeht: Den Kopf oder die Pfoten auf den Rücken eines anderen Hundes zu legen, wird oft als sehr unhöflich wahrgenommen, daher wohl Neels' Reaktion.

    Und die Hündin scheint er ja echt zu mögen ^^ Das Aufreiten machen sowohl Hündinnen als auch Rüden, das ist nicht unbedingt sexuell gemeint (sie sind ja auch kastriert ^^), sondern kann einfach Spielverhalten oder Aufregung sein...

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    So, ich schreib mal weiter an meinem Logbuch.

    Wir waren im Urlaub und Neels hat echt viele neue Sachen erlebt:

    - den Strand

    - das Meer und was passiert, wenn man ein bisschen zu viel davon trinkt...

    - Kanufahren

    - Wildcampen mitten in der Natur

    - Stand-up-Paddling

    - Nachtmarkt

    - Restaurant-Terrassen

    - ...

    Insgesamt lief alles super, aber es gab zwei Situationen, in denen Neels ausgetickt ist, und das wollte ich mal mit euch teilen:

    1/ Auf dem Markt, total voll mit Leuten, war ein großer Hund unter einem Stand versteckt, der ihn voll erschreckt hat (weiß nicht, ob Rüde oder Hündin). Neels hatte erst mal Angst (ist richtig zusammengezuckt) und ist dann voll nach vorne gegangen! Er ist also nicht einfach nur ausgetickt, sondern hat echt heftig reagiert. Danach hat er jeden Hund, dem wir auf dem Markt begegnet sind, angebellt, obwohl er vorher eigentlich immer nur in deren Richtung gezogen hat.

    2/ Am Strand, Begegnung mit einer Deutschen Dogge. Neels ohne Leine, die Dogge auch. Die Dogge macht sich steif, Neels auch, traut sich aber nix. Trotzdem Rute steil nach oben und die Ohren aufgestellt (waagerecht). Ich hab ihn dann weitergerufen, um aus der blöden Situation rauszukommen, und er ist mir gefolgt. Als wir an der Dogge vorbei waren, hab ich Neels angeleint, weil wir in einen Bereich kamen, wo Leinenpflicht war, und zack – er tickt aus, obwohl die Dogge schon viel weiter weg und eigentlich außer Reichweite war. Er hat aber nur kurz reagiert, so für 3 Sekunden...

    3/ Wieder zurück bei uns im Viertel, Gassi-Runde in unserer Ecke und wir treffen einen anderen unkastrierten Aussie-Rüden. Neels war ohne Leine, der andere an der Schleppleine. Ich hab ihn mal machen lassen, war aber vorsichtig. Die Begegnung wirkte angespannt, also bin ich nicht stehen geblieben, sondern weitergelaufen und hab Neels mitgenommen. Der andere Aussie, der eigentlich nicht dominant wirkte, legt seinen Kopf auf Neels’ Rücken und da ist Neels ausgetickt. Der andere Hund haut ab, Neels hinterher, aber erstaunlicherweise hat mein Rückruf sofort beim ersten Mal funktioniert.

    Was ich auch noch echt schräg fand: Wir haben zwei Wochen mit Freunden verbracht, die auch eine Aussie-Hündin haben (kastriert, 8 Monate älter, aber kleiner und zierlicher als er), und die hat ihn komplett dominiert. Neels wurde richtig bestiegen – ja, sie hat ihn echt gerammelt, als wären die Rollen vertauscht – und Neels hat nicht mal gezuckt.

    Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare.

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