Panische Angst seit der Kastration

Meliu
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Hallo zusammen

Meine Aussie-Hündin ist 10 Monate alt. Sie war früher super sozial und ist immer total offen auf Leute zugegangen. Sie war auch sehr verspielt, aber seit ein paar Wochen hat sie plötzlich vor allem und jedem Angst... vor Geräuschen auf der Straße,

vor einem vorbeifahrenden Motorrad oder Auto... sie hat sogar Angst vor meinen Freunden, die mich zu Hause besuchen, obwohl sie die schon kennt, seit sie ganz klein ist.

Es ist fast so, als hätte sie Depressionen...

Sobald jemand nach Hause kommt, versteckt sie sich sofort, wo sie nur kann... in irgendwelchen Ecken... zwischen meinen Beinen... und am schlimmsten ist, dass sie völlig verängstigt in den Garten rennt und sich hinter einem Baum verkriecht... Selbst wenn sie versuchen, sie zu rufen, um sie zu beruhigen oder zu streicheln... keine Chance... Früher war sie bei ihnen überhaupt nicht so... Ihre Ängste fingen seit ihrer Kastration an (mit 6 Monaten... ich weiß nicht, ob es da einen Zusammenhang gibt)... Davor war sie echt sozial und ist immer auf Menschen zugegangen... Sie spielt auch gar nicht mehr... das Ganze geht jetzt seit knapp einem Monat so... was soll ich bloß tun?

Danke für eure Tipps

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13 Antworten
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  • Kainate
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    Ja, genau, mein größtes Problem bei den ganzen Studien zu dem Thema sind echt die Verzerrungen, vor allem das Risiko von Störfaktoren.

    Das heißt, dass die Kastration oft mit anderen Faktoren zusammenhängt, die das Verhalten oder die Gesundheit beeinflussen können – zum Beispiel, ob es ein Stadthund oder ein Landhund ist, wie du das heute Morgen schon echt gut erklärt hast.

    Eine gute Studie müsste die Merkmale der Gruppen (kastriert vs. unkastriert) genau aufschlüsseln: Herkunft (Tierheim vs. Züchter zum Beispiel!), Lebensweise usw. Und dann eben sicherstellen, dass diese Merkmale in beiden Gruppen gleichmäßig verteilt sind.

    Solange man das nicht macht, hat man am Ende eigentlich nicht wirklich viel bewiesen.

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    Ich werd' mir das mal durchlesen, Balista 👍

    Ja Kainate, jeder muss sich da am besten selbst so gut wie möglich informieren und versuchen, nicht in Extreme zu verfallen. Ich glaube, in dem Bereich gibt's auch echt viele unterschätzte Verzerrungen (wie bei der Gewichtszunahme, über die wir heute Morgen gequatscht haben). Das Problem ist nur, dass die Statistiken uns nicht sagen, welche Hunde da eigentlich untersucht wurden...

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    Kainate
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    "Ich finde es eigentlich ganz gesund, dass man das mal hinterfragt, was die letzten Jahrzehnte so die gängige Meinung war. So kann jeder wirklich mal über die Folgen nachdenken, statt einfach nur mit dem Strom zu schwimmen und seine Tiere automatisch kastrieren zu lassen."

    Ja, leider ist es oft so: Wenn man was infrage stellt, was früher von allen so akzeptiert wurde, driftet es erst mal in die Extreme ab, bevor sich wieder ein Gleichgewicht einstellt. Da stecken wir gerade so ein bisschen fest. Man hat die "Pros" und die "Antis", obwohl man eigentlich gar nicht auf einer Seite stehen muss. Man sollte sich einfach der Vor- und Nachteile bewusst sein (und das Ganze nicht überbewerten, denn ich hab das Gefühl, dass die Auswirkungen, egal ob positiv oder negativ, meistens viel weniger krass sind als erwartet! Man muss das mal realistisch sehen: Die große Mehrheit der Leute, die ihren Hund kastrieren lassen, merkt danach gar keinen Unterschied, weder im Positiven noch im Negativen). Man muss die Entscheidung halt einfach an die jeweilige Situation anpassen.

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    Balista
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    Ich hatte das schon im Flip-Cockwood-Thread empfohlen, aber ich kann dir echt nur ans Herz legen, falls du es nicht schon getan hast, mal das Buch von Dr. Joël Dehasse (Verhaltenstierarzt) dazu zu lesen.

    Er tut die Vorteile der Kastration nicht einfach so ab, aber man lernt dort, dass die Dinge nicht so schwarz-weiß sind, wie man es sonst überall liest.

    Man erfährt da zum Beispiel, dass eine Kastration oft tatsächlich mehr Verhaltensprobleme mit sich bringt, als sie löst. Das Gleiche gilt für bestimmte gesundheitliche Probleme (wie Lymphome, Knochen- und Sehnenprobleme) und auch der oft geteilte Glaube, dass kastrierte Hunde länger leben als unkastrierte, ist in vielen Punkten ziemlich verzerrt (vor allem was das Alter bei der Kastration angeht).

    Was man bei der Entscheidung auch bedenken sollte: die Rasse des Hundes. Das klingt vielleicht erst mal komisch, aber es zeigt sich tatsächlich, dass die Kastration für einige Rassen eher schädlich ist (beim Vizsla, dem Boxer und Riesenrassen im Allgemeinen).

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    Ja, aber ich glaube echt nicht, dass die Veränderung bei der Hündin der TE was mit den Hormonen zu tun hat. Vor allem, weil der Körper nach der OP noch eine ganze Weile „vollgepumpt“ ist. Wenn es eine hormonell bedingte Änderung wäre, würde das eher schrittweise passieren und nicht so von heute auf morgen, direkt nachdem man vom Tierarzt zurückkommt.

    Trotzdem finde ich es eigentlich ganz gut, dass man die Ansichten, die die letzten Jahrzehnte so üblich waren, mal hinterfragt. So kann sich jeder wirklich mal Gedanken über die Folgen machen, statt einfach nur mit dem Strom zu schwimmen und seine Tiere automatisch kastrieren zu lassen.

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    Kainate
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    Ich bin da ehrlich gesagt ein bisschen skeptisch, was diese ganze „Anti-Kastrations-Welle“ angeht, die man momentan so beobachtet.

    Nachdem die Kastration jahrelang als die Lösung für alle Verhaltensprobleme und als einzige Methode zur Geburtenkontrolle angepriesen wurde (wobei die OPs immer früher stattfanden), schlägt das Pendel jetzt komplett in die andere Richtung aus. Plötzlich wird die Kastration für alles Mögliche verantwortlich gemacht.

    Klar ist es wichtig, sich die theoretischen psychischen und physischen Folgen des Hormonentzugs vor Augen zu führen, aber man sollte trotzdem mal die Kirche im Dorf lassen: Wir kastrieren Tiere schon seit Jahrhunderten bei allen möglichen Arten, und man muss einfach feststellen, dass der Körper es in den allermeisten Fällen super hinbekommt, auch ohne diese Hormone ein vernünftiges psychisches und physisches Gleichgewicht zu finden.

    Rein theoretisch könnte der Hormonentzug ein Tier unsicherer machen, was auch einige Studien (mit gewissen Verzerrungen) nahelegen. In der Praxis erlebe ich es aber so gut wie nie, dass sich Besitzer darüber beschweren, ihr Tier sei nach der Kastration ängstlicher geworden.

    Was den Hund der Thread-Erstellerin angeht: Man kann die Rolle der Kastration zwar nicht völlig ausschließen, aber die Verhaltensänderungen lassen sich auch super ohne sie erklären. Diese Angstphase bei Junghunden (die sogenannte „zweite Angstphase“) ist ein bekanntes Phänomen, das es auch bei unkastrierten Tieren gibt. Besonders bei Hütehunden ist das oft extrem ausgeprägt; genau in dem Alter (so um die 6 Monate) entwickeln viele ein gewisses Misstrauen gegenüber Fremden und packen ihren Wach- und Schutztrieb aus. Ich kenne das von meinem eigenen Hund: Trotz guter Sozialisierung hat er mit etwa 6 Monaten angefangen, Fremde bellend anzugehen.

    Es gibt da leider keine Wunderlösung: Du musst am Ball bleiben, den Hund weiter sozialisieren und ihn mit viel Geduld und Ruhe so vielen Situationen wie möglich aussetzen. Man kann es nicht oft genug sagen: Sozialisierung – erst recht bei einem Hütehund – ist nicht nur was für Welpen. Das zieht sich durch die ganze Pubertät bis zum Erwachsenenalter hin, weil vor diesem Alter eigentlich nichts wirklich „sitzt“. Der Schutz-, Wach- oder Jagdtrieb sind alles Verhaltensmuster, die erst während des Wachstums auftauchen und die ganze bisherige Arbeit bei der Sozialisierung wieder ordentlich durcheinanderbringen können.

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    @Jcne, echt interessant diese Auswirkungen, das sind ja eigentlich alles physiologische Effekte, wenn ich das richtig verstehe? Wenn man also dieser Logik folgt, könnte eine Kastration oder Sterilisation ja positiv wirken, wenn von Haus aus ein Ungleichgewicht da ist, aber eben ein Ungleichgewicht auslösen, wenn eigentlich alles im Lot war?

    Ich befürchte leider, dass das Ganze noch viel komplexer ist... Ich musste jedenfalls direkt an dich denken, als ich diesen Post hier gesehen habe. So kriegst du mal verschiedene Ansichten zur Sterilisation mit.

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    Kastration oder Sterilisation ist niemals eine Kleinigkeit und spielt sowohl physiologisch als auch verhaltensmäßig eine große Rolle. Testosteron und Progesteron sind total wichtig für den emotionalen Zustand eines Tieres, da sie im Gehirn bestimmte chemische Reaktionen auslösen. Vor allem helfen sie dabei, Angst, Unruhe und Stress zu hemmen. Es ist ja gar nicht so selten, dass Tierärzte die Kastration bei einem angeblich „zu dominanten“ Hund vorschlagen, um sein Verhalten zu bändigen. Und tatsächlich funktioniert das oft, aber man muss verstehen, warum das eigentlich so ist: Einfach, weil der Hund das Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten verliert. Emotional gesehen ist das echt nicht ohne, aber den Besitzern passt das meistens, weil sie sich eher auf das konzentrieren, was man sieht (das Verhalten), als auf das, was man nicht sieht (den emotionalen Zustand – also das, was der Hund psychisch fühlt). In manchen Fällen sorgt die chemische Reaktion von Progesteron oder Testosteron für ein Gleichgewicht zwischen Angst und Selbstvertrauen, und die Kastration macht dieses Gleichgewicht einfach kaputt. Man muss auch wissen, dass einige nordische Länder die Sterilisation von Tieren verboten haben, weil das unter dem Aspekt des Tierwohls als Straftat gilt, die sogar mit Gefängnis bestraft werden kann.

    Mega deprimierend für mich, da ich keine Wahl hatte und meinen Hund kastrieren lassen musste...

    Im Moment gibt es zwar keine negativen Auswirkungen, aber es ärgert mich total, dass ich dazu gezwungen war.

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    S
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    Guten Abend,

    meine hatte die gleiche Reaktion so zwischen 6 und 9 Monaten. Angst vor allem, sogar vor dem Geräusch der Heizung.

    Später hat sich das von ganz alleine gegeben. Ich denke, das liegt eher am Alter und hat nichts mit der Kastration zu tun. Wir sind weiterhin ganz normal mit ihr rausgegangen und haben sie wie immer sozialisiert.

    Jetzt ist sie anderthalb Jahre alt und alles ist wieder im Lot. Ich muss zugeben, dass ich damals echt Schiss hatte bei dem Gedanken, dass sich ihr Verhalten dauerhaft ändert.

    Kopf hoch!

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    Flip-Cockwood
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    @Jcne,

    echt spannend mit den physiologischen Auswirkungen, hab ich das richtig verstanden?

    Wenn man also deiner Logik folgt, könnte eine Kastration oder Sterilisation positiv sein, wenn sowieso schon ein Ungleichgewicht da ist – aber eben auch ein Ungleichgewicht auslösen, wenn ursprünglich alles im Gleichgewicht war?

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