Mein kastrierter Hund wird von allen Rüden bestiegen und das macht ihn traurig

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Hallo,

ich habe meinen Hund mit ca. 2 Jahren kastrieren lassen.

Am Anfang war sein Kontakt zu anderen Hunden ganz normal.

Aber seit zwei Wochen versuchen alle Rüden, ihn zu besteigen. Sogar die, die er eigentlich regelmäßig sieht.

Im Hundepark bleibt er nur noch bei mir an den Füßen, weil er ständig andere Hunde hinter sich hat, und man sieht ihm echt an, dass er mit der Situation total unglücklich ist. Er versucht sich zwar zu wehren, aber nichts hilft.

Habt ihr irgendwelche Tipps?

Was kann man da machen? Das Ganze wird langsam echt anstrengend.

Ist das nur so eine Phase?

Danke für eure Hilfe!

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10 Antworten
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  • Kainate
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    Das erinnert mich übrigens an eine Szene auf einer Hundewiese.

    Zwei unkastrierte Cane Corsos (Cani Corsi?), so 2-3 Jahre alt, haben sich um den lockigen Hintern von meinem großen Roten gestritten. Die sind um ihn rumgeschlichen, haben voll auf süß gemacht und wie zwei harmlose, tollpatschige Riesen getan, während sie wie wild mit ihren Stummelschwänzen gewedelt haben. Man hat kein direktes Aufreiten gesehen (aber wer ein bisschen Beobachtungsgabe hat, konnte die Absicht deutlich spüren), weil mein Roter den beiden Kolossen immer das Gesicht zugedreht hat (um seinen Hintern zu schützen) und ständig Spielaufforderungen gemacht hat – was meiner Meinung nach eher ein Ablenkungsmanöver war. Ich hab noch versucht, den Besitzern zu erklären, dass es zwischen ihren Hunden gleich knallen wird und die sich gerade gegenseitig abchecken. Aber klar, die haben mal wieder absolut gar nix gepeilt: Für die war das nur „Spielen“, mein Hund hat ja Spielaufforderungen gemacht und die beiden Canes haben mit dem Schwanz gewedelt wie ein Hubschrauber-Propeller. Kurz gesagt: Alles bestens. Ich fang also an, mich ganz gemütlich Richtung Ausgang von dieser verdammten Hundewiese zu verziehen, aber zu spät: Es knallt.

    Was glaubt ihr, wer am Ende verletzt war und wer heil rausgekommen ist?

    Natürlich haben sich die beiden Canes gegenseitig zerfleischt, wie zwei Rüden, die sich um eine Hündin streiten. Der eine hatte am Ende ein blutiges Ohr, der andere lag am Boden, während sein Besitzer ihn runtergedrückt und an der Gurgel gepackt hat. Er hat ihm aus 5 cm Entfernung direkt ins Gesicht gebrüllt: „ICH BIN HIER DER CHEF!“ (True Story, wie in einem schlechten Film).

    Mein Roter und ich, ihr könnt es euch denken, haben uns dann einfach ganz höflich verabschiedet.

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    Kainate
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    Ok. Und wenn man einen kastrierten Hund vor anderen Hunden schützen kann, warum macht man das nicht einfach direkt bei einem normalen Hund? Einem "intakten"?

    Na ja, doch, klar, das kann man machen :)

    Nur hat man es dann mit deutlich feindseligerem Verhalten zu tun, das potenziell heftiger ausfällt, weil es eben um Rivalität geht. Das Zeitfenster zum Eingreifen ist viel kleiner. Das Risiko für echte Beißereien mit Verletzungen – egal ob für den, der bestiegen wird, den, der aufreitet, oder den Besitzer, der versucht dazwischenzugehen – ist einfach viel größer.

    Da ich beide Situationen schon erlebt habe (ich habe einen meiner Hunde genau deshalb kastrieren lassen, weil das aggressive Verhalten anderer Rüden immer häufiger und heftiger wurde), ist es mir viel lieber, meinem Hund zu helfen, wenn ihm ein "verliebter" Rüde folgt (die sind meistens nicht aggressiv, sondern benehmen sich eher wie so ein glücklicher Idiot, der komplett von seinem Sexualtrieb gesteuert wird), als ihn gegen einen Rüden zu verteidigen, der nur auf Stunk aus ist. Er selbst ist auch viel entspannter, seit ihm nur noch ganz selten mal "verliebte" Rüden hinterherlaufen, anstatt dass er ständig von Rivalen angepöbelt wird.

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    Kikaah
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    Echt interessant das Ganze ^^
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    Kainate
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    Wenn man sich auch nur ein bisschen mit Hunde-Ethologie beschäftigt, lernt man schnell, dass das Aufreiten bei Hunden... multifaktoriell ist :)

    Es kann mit sexueller Erregung zu tun haben, ein emotionales Ventil nach Stress sein, zum Spiel gehören oder eben ein agonistisches Verhalten (Konfliktverhalten) sein.

    Jeder Hund, völlig egal welcher Hormonstatus (Hündin, Rüde, pubertierend oder nicht, kastriert oder nicht), kann aus den unterschiedlichsten Gründen bestiegen werden. Eine Kastration erhöht im Allgemeinen das sexuell motivierte Aufreiten (der kastrierte Hund riecht attraktiv und wird von anderen Rüden als weniger bedrohlich wahrgenommen). Umgekehrt sorgt das „Intaktbleiben“ eher für agonistisches Aufreiten... was auch nicht wirklich besser ist.

    Ein unkastrierter Rüde lernt sehr schnell, sich Respekt zu verschaffen, weil er gar keine andere Wahl hat: Die Rüden, die bei ihm aufreiten wollen, tun das meistens aus einer Rivalität heraus, also mit einer gewissen Feindseligkeit. Meistens bekommt man das eigentliche Aufreiten gar nicht erst zu sehen, weil es schon bei einer Pfote oder dem Kopf auf dem Rücken aufhört – gefolgt von einer ordentlichen Zurechtweisung oder sogar einer Beißerei, wenn der „Aufreiter“ nicht lockerlässt. Das lässt oft den Eindruck entstehen, dass es dieses Verhalten unter unkastrierten Rüden nicht gibt, dabei ist es ständig präsent... nur eben abgekürzt.

    Kastrierte Rüden, die eher sexuell motiviert bestiegen werden, brauchen meistens länger, um sich durchzusetzen, weil die anderen Hunde das nicht aus Rivalität machen. Ganz im Gegenteil: Ich habe schon unkastrierte Rüden erlebt, die eigentlich als extrem aggressiv gegenüber anderen intakten Rüden bekannt waren, meinen Jungs aber regelrecht den Hof gemacht haben. Letztendlich ist das so ähnlich wie Belästigung auf der Straße bei uns Frauen: Es ist schwer, jemanden total aggressiv abzufertigen, der einem hinterherläuft und „nur“ sagt, wie hübsch man ist und dass er gerne unsere Nummer hätte. Auch wenn das Verhalten super nervig ist, ist es nicht direkt aggressiv, also hat man erst mal keinen Grund, selbst aggressiv zu werden. Und genau durch diese Genervtheit, wenn das zu oft vorkommt, fangen kastrierte Rüden irgendwann an zu reagieren und lernen, sich Respekt zu verschaffen.

    Der Punkt ist einfach, sie genug zu unterstützen, damit sie lernen „Nein“ zu sagen, ohne direkt in extreme Aggression zu verfallen. So bleiben die Beziehungen zu Artgenossen langfristig harmonisch.

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    Eigentlich ist dieses Problem echt kein Weltuntergang. Von meinen drei Rüden wurde einer im ersten Jahr nach der Kastration auch so extrem bedrängt. Das hat sich mit der Zeit gegeben – ich schätze mal, einerseits weil er selbstbewusster wurde und andererseits, weil sich sein Geruch verändert hat. Er ist trotzdem total verträglich mit seinen Artgenossen geblieben. Es kommt zwar ab und zu immer noch mal vor, dass ihn ein Rüde nervt, aber dann dreht er sich direkt ruckartig um und stellt sich ihm. Wenn der andere dann immer noch nicht lockerlässt, gibt's eine ordentliche Ansage, und normalerweise kapiert der andere Hund das dann und zieht Leine. Danach kann die Gassirunde ganz normal weitergehen. Mein zweiter ist auch manchmal attraktiv für andere Rüden, aber die versuchen eigentlich nie aufzureiten – ich schätze mal, weil er einfach größer und imposanter ist. Die (unkastrierten) Rüden, die auf ihn stehen, laufen ihm meistens nur mit so einem dämlichen Blick hinterher, während er einfach weiterläuft, als wäre nichts. Beim Dritten passiert das nie. Er kommuniziert viel dominanter, da trauen sich die anderen Hunde gar nicht erst. Bei deinem Hund musst du die goldene Mitte finden: Lass ihn ruhig kommunizieren, damit er lernt, effektiv aber angemessen „Nein“ zu sagen. Sein eigenes Verhalten sorgt nämlich langfristig dafür, dass die Versuche der anderen Rüden nachlassen. Aber du musst ihn natürlich auch verteidigen, wenn du merkst, dass er alleine nicht klarkommt. Wichtig ist, dass du schon reagierst, lange bevor du das Gefühl hast, dass dein Hund am Ende ist. Er soll ja nicht den Spaß an Artgenossen verlieren oder am Ende sogar aggressiv werden. Warum hast du ihn eigentlich kastrieren lassen? Gab es vor der Kastration schon Probleme im Umgang mit anderen Hunden? Wie dem auch sei, ich bleib dabei: In einem Hundepark nur rumzustehen, ist keine gute Idee. Ich gehe seit 5 Jahren an solche Orte und habe schon echt viele Beißereien gesehen. Dieses Rumstehen an einem Fleck fördert Konflikte zwischen Hunden extrem. Wäre dein Hund unkastriert, gäbe es das Risiko, dass er mit anderen Rüden heftig aneinandergerät. Da er kastriert ist, besteht eben das Risiko, dass er bedrängt wird. Verabrede dich lieber mit anderen Hundebesitzern zum Spazierengehen, wo ihr in Bewegung bleibt. Wenn du doch mal in den Park musst, bleib nicht einfach stehen (nicht alle auf einer Bank hocken und quatschen), sondern bring Bewegung rein, biete den Hunden Beschäftigung an und reguliere die Interaktionen.

    👍

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    Eigentlich ist dieses Problem kein Weltuntergang.

    Bei meinen drei Rüden war einer im ersten Jahr nach seiner Kastration auch so ein Opfer von solchem Mobbing. Das hat sich mit der Zeit aber gegeben, wahrscheinlich weil er einerseits selbstbewusster geworden ist und sich andererseits sein Geruch verändert hat. Er ist trotzdem total verträglich mit anderen Hunden geblieben. Es kommt zwar ab und zu immer noch vor, dass ihn ein Rüde nervt, aber dann dreht er sich direkt um und stellt sich ihm entgegen. Wenn der andere nicht locker lässt, gibt’s eine ordentliche Ansage, und normalerweise kapiert der andere das dann auch und zieht Leine. Danach kann die Runde ganz normal weitergehen.

    Mein zweiter wird zwar auch manchmal für andere Rüden interessant, aber da kommt es selten zum Aufreiten – ich schätze mal, weil er einfach größer und imposanter ist. Die unkastrierten Rüden, die auf ihn stehen, laufen ihm meistens nur mit so einem dusseligen Blick hinterher, während er einfach seinen Weg geht, als wäre nichts.

    Bei meinem dritten passiert das nie. Der kommuniziert viel dominanter, da trauen sich die anderen Hunde gar nicht erst.

    Bei deinem Hund musst du einen Mittelweg finden: Lass ihn kommunizieren, damit er lernt, effektiv aber angemessen „Nein“ zu sagen. Sein eigenes Verhalten sorgt nämlich langfristig dafür, dass die Versuche der anderen Rüden nachlassen. Aber verteidige ihn auch, wenn du merkst, dass er allein nicht klarkommt. Wichtig ist, dass du reagierst, noch bevor du das Gefühl hast, dein Hund ist völlig am Ende mit den Nerven – nur so vermeidest du, dass er irgendwann keine Lust mehr auf Artgenossen hat oder sogar aggressiv wird.

    Warum hast du ihn eigentlich kastrieren lassen? Gab es vor der Kastration schon Probleme im Umgang mit anderen Hunden?

    Wie dem auch sei, ich bleibe dabei: In Hundeparks einfach nur rumzustehen, ist keine gute Idee. Ich bin seit 5 Jahren in solchen Parks unterwegs und hab schon echt viele Beißereien gesehen. Dieses Rumstehen auf einer Stelle fördert Konflikte zwischen Hunden massiv. Wäre dein Hund unkastriert, bestünde das Risiko, dass er sich heftig mit anderen unkastrierten Rüden anlegt. Da er kastriert ist, ist das Risiko eben das Mobbing.

    Organisier lieber Spaziergänge mit anderen Hundehaltern, bei denen ihr in Bewegung bleibt.

    Wenn es gar nicht anders geht und ihr in den Park müsst, dann vermeidet es, statisch rumzustehen (alle auf der Bank hocken und quatschen). Haltet die Hunde in Bewegung, bietet ihnen Beschäftigung an und regelt die Interaktionen.

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    Hallo!

    Sehe ich genauso. Versuch am besten, in ruhigen Gegenden spazieren zu gehen und wenn möglich mit entspannten Hunden, die auch hören, wenn man ihnen sagt, dass Schluss ist. Dann kannst du auch einfach mal kurz verbal eingreifen.

    Es ist auf jeden Fall besser dazwischenzugehen, damit er nicht zu sehr unter dem leidet, was ihm nicht gefällt... Sonst stresst ihn das auf Dauer total oder er wird sauer auf seine Artgenossen, was die Kommunikation mit anderen Hunden später echt kompliziert machen kann.

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    Wie lange ist dein Hund schon kastriert?

    Normalerweise tritt dieses Problem mit dem Aufreiten recht schnell nach der Kastration auf und legt sich mit der Zeit meistens wieder von selbst.

    Wenn die Kastration schon Monate oder Jahre her ist, ist es echt seltsam, dass das plötzlich auftritt, vor allem bei Hunden, die er schon lange kennt. Bist du sicher, dass gesundheitlich alles okay ist? Ich denke da nicht unbedingt an was Schlimmes, sondern eher an eine kleine Infektion im Genitalbereich, die seinen Geruch verändert und ihn für andere attraktiver macht.

    Die Rüden, die ihn so bedrängen – sind die kastriert oder intakt? Und wie alt sind sie?

    Falls das junge, intakte Rüden sind ( 3 Jahre), die plötzlich mit dem Aufreiten anfangen, obwohl sie das vorher nie gemacht haben, liegt es vielleicht eher an deren Hormonchaos und gar nicht an deinem Hund.

    Wie auch immer: Wenn du merkst, dass dein Hund da alleine nicht rauskommt, obwohl er ruhig bleibt, ist es an dir, ihn zu verteidigen und die Hunde wegzuschicken, die ihn nerven. Sprich auch mal mit den Besitzern der anderen Hunde, damit die ihre Tiere vernünftig kontrollieren.

    Die Hunde das „unter sich ausmachen“ zu lassen, ist als erster Ansatz zwar okay, aber wenn man sieht, dass es nicht funktioniert und einer von den anderen gemobbt wird, muss man einschreiten.

    Behalt außerdem im Hinterkopf, dass Hundeparks eher eine Notlösung sind, wenn man in der Stadt mal ableinen will und keine Zeit für was anderes hat. Das sollte aber auch eine Notlösung bleiben. Nichts geht über Freilauf in der Natur. In solchen Parks langweilen sich Hunde schnell und fangen dann an, die anderen zu nerven, nur um sich zu beschäftigen. Dieses statische Rumstehen in einem eingezäunten Bereich fördert solches Mobbing-Verhalten extrem.

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    Hallo, geh einfach dazwischen und verhindere, dass die anderen Hunde bei ihm aufreiten. Ich hab meinem Hund auch immer verboten, andere zu besteigen, und habe andere Hunde davon abgehalten, bei ihm aufzureiten...

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    Geh lieber außerhalb vom Hundepark spazieren, wo er keinen Abstand zu anderen Hunden halten kann. Das erspart ihm, bedrängt zu werden, ohne ausweichen zu können :)
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