Mein Hund liebt mich nicht

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Hallo zusammen, ich hab einen Deutschen Schäferhund, der wird bald 5, und er liebt mich einfach nicht. Damit meine ich, dass er nie von sich aus ankommt, um mal zu kuscheln oder gestreichelt zu werden. Er hört auch null auf mich und wenn ich ihn ausschimpfe, knurrt er mich an, zieht die Lefzen hoch und zeigt mir richtig böse die Zähne. Wenn er das macht, mache ich eine Faust und stupse ihn (echt nicht fest, ich reibe nur meine Faust dagegen) gegen die Zähne und sage: „Na los, beiß doch zu“. Dann bricht er jedes Mal ab und verzieht sich beleidigt in sein Körbchen. Was kann ich tun, damit mein Hund mich zumindest ein bisschen mag und auch auf mich hört? Dabei kuschle und spiele ich eigentlich voll oft mit ihm. Danke schon mal!

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8 Antworten
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    HALLO

    ich hab einen 3 Monate alten Staffie, der meine Leute ableckt, aber mich nicht

    mich beißt er nur

    was kann ich da machen?

    DANKE

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    Stella42
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    Ich hatte als Kind eine Deutsche Schäferhündin, die an Altersschwäche gestorben ist. Soweit ich mich erinnere, war sie nicht besonders verschmust, ganz im Gegensatz zu all den Hunden, die ich danach hatte. Sie war aber total treu und hing sehr an meinem Vater, ihrem Herrchen – sie wollte eigentlich immer nur in seiner Nähe sein.

    Ihre Freude hat sie gezeigt, indem sie morgens oder wenn wir nach Hause kamen mit dem Schwanz gewedelt hat. Dass wir alle da waren und sie einfach dabei sein durfte, hat ihr schon gereicht.

    Zur gleichen Zeit hatte ich auch eine Dackelhündin. Ich wollte sie ständig streicheln oder knuddeln (da war ich noch keine 10 Jahre alt). Wenn ich zu aufdringlich war, hat sie mich gebissen oder ist abgehauen – und das hat sie wirklich nur bei mir gemacht.

    Für deinen Hund ist es am wichtigsten, dass du einen Weg findest, eine echte Bindung aufzubauen, zum Beispiel über eine gemeinsame Aktivität.

    Trotz der Bisse habe ich meine Dackelhündin immer geliebt, denn sie war nicht böse – ich war einfach diejenige, die ihren Charakter und ihren Freiraum nicht respektiert hat. Im Grunde habe ich sie vor lauter Liebe wie einen Gegenstand behandelt, der mir jederzeit zur Verfügung stehen muss.

    Diese beiden Hündinnen haben mir viel beigebracht: Von der einen habe ich gelernt, das Tier zu respektieren, und von der anderen, dass Liebe nicht immer nur durch große Gefühlsbekundungen gezeigt wird.

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    Humeur-De-Chien
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    Hallo Lilia,

    dass er nicht von selbst zum Kuscheln kommt, finde ich jetzt gar nicht so ungewöhnlich.

    Wie ich meinen Kunden oft sage: Wenn wir uns einen Hund anschaffen, liegt das meistens an unserem eigenen Bedürfnis nach Zuneigung. Und dann erwarten wir von ihm, dass er diese Lücke füllt. Aber der Hund hat dieses Bedürfnis gar nicht auf dieselbe Weise. Seine Bindung (und nicht „Liebe“) zum Menschen ist biologisch bedingt, sogar lebensnotwendig.

    Unsere westliche Kultur prägt unsere Beziehung zum Hund total. Wir holen sie ins Haus, überschütten sie mit Aufmerksamkeit, zeigen unsere Zuneigung meistens sehr deutlich, beschützen sie übermäßig und lassen sie manchmal sogar bei uns im Bett schlafen.

    Da muss man sich echt mal fragen, ob wir das eigentlich vor allem für uns oder für den Hund machen.

    Was die Sache mit dem Ungehorsam, dem Knurren und Zähnefletschen angeht: Da solltest du dir vielleicht mal Gedanken über deine Kommunikation mit ihm machen. Wahrscheinlich passt die einfach noch nicht ganz.

    Und dann auf Konfrontationskurs zu gehen – auch wenn er scheinbar nachgibt –, ist definitiv kein guter Ansatz.

    Um dir wirklich konkrete Tipps geben zu können, müsste sich das eigentlich mal ein Verhaltenstherapeut bei dir vor Ort anschauen, um dich und den Hund in der Situation live zu erleben.

    Noch eine letzte Sache:

    Pass auf, was manche Leute über „dominante Hunde“, Rangordnung zwischen Mensch und Hund oder dieses ganze Rudel-Ding erzählen. Nichts davon trifft auf Haushunde zu. Gar nichts!

    Die Ethologie, also die Wissenschaft vom Tierverhalten, hat diese rückständigen Mythen längst komplett widerlegt.

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    R
    Roucoulou64 Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
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    Hallo, jeder Hund hat SEINEN eigenen Charakter, und dein Hund mag Kuscheln einfach nicht so gern. Du solltest ihn nicht so bedrängen, wie du es tust – das ist nicht gut und macht alles nur noch schlimmer. Man muss wissen, dass es immer einen Grund gibt, wenn ein Hund Mist baut (Stress, zu wenig Auslastung etc.). Deshalb solltest du ihn nicht ausschimpfen, denn wir Menschen verstehen unter „Blödsinn“ etwas ganz anderes als Hunde... Der Hund versteht gar nicht, warum du mit ihm schimpfst, weil dieses Verhalten eigentlich immer nur zeigt, dass er sich unwohl fühlt.

    Was genau stellt er denn an?

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    ?
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    Abend,

    vielleicht solltest du ihn auch einfach mal ein bisschen in Ruhe lassen. Zuneigungsbekundungen kommen bei Hunden nicht immer unbedingt gut an, einfach weil das in ihrer Sprache oft was ganz anderes bedeutet als für uns.

    Warum sollte er auch von sich aus zum Schmusen kommen, wenn er davon scheinbar schon völlig „bedient“ ist? Vielleicht wird er auch einfach zu sehr zugetextet, oder?

    Biete ihm mal was anderes an: Suchspiele, Apportieren usw.

    Dein Hund liebt dich ganz sicher, gib ihm einfach nur die Chance, das auch mal zu zeigen, und beobachte ihn einfach mal dabei. 😉

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    K
    Kimberleynbc Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
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    Guten Abend,

    nicht alle Hunde sind von Natur aus verschmust. Versuch vielleicht mal, eine engere Bindung zu deinem Hund aufzubauen, zum Beispiel durch gemeinsame Spaziergänge oder Spiele, und verwöhn ihn ruhig mal mit Leckerlis (aber nicht übertreiben). Vielleicht merkt er dann, dass du dich mehr für ihn interessierst und ihm Zeit schenken willst.

    Tut mir leid, falls das alles schon weiter oben geschrieben wurde, aber ich hatte gerade nicht den Nerv, den ganzen langen Text zu lesen! ;)

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    Abend, danke für die Antwort, ich werde deine Tipps auf jeden Fall mal ausprobieren.

    Ich schimpfe mit meinem Hund, wenn er Blödsinn macht (was mittlerweile echt selten vorkommt), aber vor allem dann, wenn er nicht hört. Ich hab dann oft das Gefühl, für ihn gar nicht zu existieren, obwohl ich ihn ja über alles liebe.

    Wir haben ihn bekommen, als er 3,5 Monate alt war, aber wegen der Schule haben sich eher meine Eltern um die Erziehung gekümmert als ich. Ich lobe ihn zwar immer, wenn er sofort kommt, wenn ich ihn rufe, aber der Rest ist echt schwierig. Wenn er eine Katze sieht, jagt er sofort hinterher und da bringt Rufen einfach gar nichts – das ist echt gefährlich, weil wir direkt gegenüber von einer Umgehungsstraße wohnen und hinterm Haus noch eine vierspurige Straße ist.

    Vielen Dank nochmal für deine Tipps, ich werde sie umsetzen, sobald ich wieder zu Hause bin.

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    Hallo,

    Also erst mal: Ein Hund sucht sich nicht unbedingt immer Streicheleinheiten und Kuschelmomente aus. Das ist kein Spielzeug oder Kuscheltier, jeder Hund hat seinen eigenen Charakter und das ist halt so. Hunde nehmen Dinge nicht so wahr wie wir Menschen. Was für uns eine liebevolle Geste oder ein Kuscheln ist, kann für den Hund wie ein Zeichen von Dominanz wirken (zum Beispiel das Streicheln oben auf den Kopf).

    Wer hat sich denn um die Erziehung von dem Hund gekümmert? Einen Hund auszuschimpfen bringt gar nichts, außer dass er frustriert ist und dich mit etwas Negativem verbindet. Erst recht nicht, wenn dann noch grobe Sachen wie Schläge dazu kommen. Generell gilt: NIEMALS einen Hund schlagen! Und schon gar nicht mit der Hand, die ihn sonst streichelt – da ist der Hund dann völlig durcheinander.

    Um einen Hund zu erziehen und eine echte Bindung aufzubauen, geht nichts über Belohnung. Wenn er aufdreht, ignorier ihn einfach. Sobald er ruhig ist, gibt’s eine Streicheleinheit und ein Leckerli (am Anfang aber nicht direkt oben auf den Kopf fassen). Der Hund wird dann verstehen, dass brav und ruhig sein eine Belohnung bedeutet, und er wird mit der Zeit immer schneller runterfahren. Du kannst das Vertrauen auch super durchs Spielen stärken, indem du ihm Tricks beibringst oder ihn Sachen suchen lässt – und natürlich immer mit Streicheln und Leckerli als Belohnung.

    Der Hund scheint wohl eher dominant zu sein, wenn er die Zähne fletscht und so. Solche Hunde erzieht man nicht mit Härte, sondern über Vertrauen. Jedes Mal, wenn er was gut macht: loben und ein kleines Leckerli geben (Wurststückchen, Hundekekse, Trockenfutter oder ein bisschen Käse – je nachdem, wie viel Kalzium er sonst so über sein Futter bekommt). Und wenn er was macht, was dir nicht passt: ignorieren. Das dauert zwar seine Zeit, aber langfristig baust du so eine richtige Beziehung zu deinem Hund auf. Nach einer Weile fährst du die Leckerlis dann langsam zurück (auf die Hälfte, dann ein Drittel usw.), lobst ihn aber weiterhin jedes Mal. Am Ende soll das Streicheln die Belohnung sein, nicht mehr nur die „Karotte“.

    Übrigens mal eine Frage: In welchen Situationen schimpfst du eigentlich mit ihm? Was hat er denn angestellt? Und seit wann hast du ihn überhaupt? Falls du ihn mal ganz schnell beruhigen musst, weil es gefährlich wird: Nicht schlagen! Sei bestimmt, leg deine Hand in seinen Nacken und drück leicht zu, so wie eine Hundemutter das bei ihren Welpen machen würde (natürlich ohne ihn zu würgen, hier ist ein Video als Beispiel: https://youtu.be/GLD7OyosCUM?t=2m49s). Übe Druck aus und bring ihn auf den Boden, damit er sich beruhigt. Lass die Hand drauf, bis er wirklich ruhig ist.

    Ich möchte zum Schluss noch mal kurz betonen: Ein Hund ist ein Tier und steht seinem Besitzer nicht rund um die Uhr zur Verfügung. Er hat nicht unbedingt ständig Lust, von Kuscheleinheiten überhäuft zu werden.

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