Hallo,
Also erst mal: Ein Hund sucht sich nicht unbedingt immer Streicheleinheiten und Kuschelmomente aus. Das ist kein Spielzeug oder Kuscheltier, jeder Hund hat seinen eigenen Charakter und das ist halt so. Hunde nehmen Dinge nicht so wahr wie wir Menschen. Was für uns eine liebevolle Geste oder ein Kuscheln ist, kann für den Hund wie ein Zeichen von Dominanz wirken (zum Beispiel das Streicheln oben auf den Kopf).
Wer hat sich denn um die Erziehung von dem Hund gekümmert? Einen Hund auszuschimpfen bringt gar nichts, außer dass er frustriert ist und dich mit etwas Negativem verbindet. Erst recht nicht, wenn dann noch grobe Sachen wie Schläge dazu kommen. Generell gilt: NIEMALS einen Hund schlagen! Und schon gar nicht mit der Hand, die ihn sonst streichelt – da ist der Hund dann völlig durcheinander.
Um einen Hund zu erziehen und eine echte Bindung aufzubauen, geht nichts über Belohnung. Wenn er aufdreht, ignorier ihn einfach. Sobald er ruhig ist, gibt’s eine Streicheleinheit und ein Leckerli (am Anfang aber nicht direkt oben auf den Kopf fassen). Der Hund wird dann verstehen, dass brav und ruhig sein eine Belohnung bedeutet, und er wird mit der Zeit immer schneller runterfahren. Du kannst das Vertrauen auch super durchs Spielen stärken, indem du ihm Tricks beibringst oder ihn Sachen suchen lässt – und natürlich immer mit Streicheln und Leckerli als Belohnung.
Der Hund scheint wohl eher dominant zu sein, wenn er die Zähne fletscht und so. Solche Hunde erzieht man nicht mit Härte, sondern über Vertrauen. Jedes Mal, wenn er was gut macht: loben und ein kleines Leckerli geben (Wurststückchen, Hundekekse, Trockenfutter oder ein bisschen Käse – je nachdem, wie viel Kalzium er sonst so über sein Futter bekommt). Und wenn er was macht, was dir nicht passt: ignorieren. Das dauert zwar seine Zeit, aber langfristig baust du so eine richtige Beziehung zu deinem Hund auf. Nach einer Weile fährst du die Leckerlis dann langsam zurück (auf die Hälfte, dann ein Drittel usw.), lobst ihn aber weiterhin jedes Mal. Am Ende soll das Streicheln die Belohnung sein, nicht mehr nur die „Karotte“.
Übrigens mal eine Frage: In welchen Situationen schimpfst du eigentlich mit ihm? Was hat er denn angestellt? Und seit wann hast du ihn überhaupt? Falls du ihn mal ganz schnell beruhigen musst, weil es gefährlich wird: Nicht schlagen! Sei bestimmt, leg deine Hand in seinen Nacken und drück leicht zu, so wie eine Hundemutter das bei ihren Welpen machen würde (natürlich ohne ihn zu würgen, hier ist ein Video als Beispiel: https://youtu.be/GLD7OyosCUM?t=2m49s). Übe Druck aus und bring ihn auf den Boden, damit er sich beruhigt. Lass die Hand drauf, bis er wirklich ruhig ist.
Ich möchte zum Schluss noch mal kurz betonen: Ein Hund ist ein Tier und steht seinem Besitzer nicht rund um die Uhr zur Verfügung. Er hat nicht unbedingt ständig Lust, von Kuscheleinheiten überhäuft zu werden.