Border Collie beißt Leute beim Spaziergang

M
Marie4pat Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
Melden

Hallo zusammen,

ich bin völlig am Ende und verzweifelt und poste diesen Beitrag hier in der Hoffnung, ein paar Antworten und vor allem hilfreiche Tipps zu finden.

Ich habe eine Border-Collie-Hündin, die anderthalb Jahre alt ist. Bis sie etwa 10 bis 12 Monate alt war, hatte sie beim Gassi gehen nur einen Tick: Autos hinterherzujagen. Seit ein paar Monaten hat sie sich eine neue Beschäftigung gesucht: Sie stürzt sich auf Leute, die zu Fuß unterwegs sind, und zwickt oder beißt sie in die Wade, den Oberschenkel oder die Hand. Heute Morgen hat sie einen etwa zehnjährigen Jungen in den Oberschenkel gezwickt, und das war so fest, dass der Kleine durch seine Skihose hindurch Abdrücke hatte...

Ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll, dabei habe ich eigentlich das Gefühl, dass meine Hündin alles hat, was sie braucht, um „ausgeglichen“ zu sein:

- Sie kommt jeden Tag mindestens eine Stunde raus und darf frei laufen. Außerdem joggt sie 4 bis 6 Mal pro Woche für jeweils 1 bis 3 Stunden mit mir. Ich lasse sie so viel wie möglich frei laufen, aber ich achte darauf, sie in belebten Gegenden an die Leine zu nehmen oder sobald ich von weitem jemanden sehe. Wenn uns jemand begegnet, muss ich die Leine extrem kurz halten, sonst knurrt sie richtig böse und springt die Leute an, um sie zu zwicken.

- Sie spielt viel mit uns im Garten oder im Haus.

- Wir haben einen eingezäunten, 1000 m² großen Garten, in dem sie sich austoben kann, wann immer sie will.

- Wir haben strikte Regeln aufgestellt, die sie auch befolgt (das Wohnzimmer mit dem Sofa und dem Teppich ist absolut tabu, der Gemüsegarten ist verboten, das Schlafzimmer ebenfalls).

Eigentlich ist sie eine superliebe Hündin und meistens auch gehorsam... naja, zumindest wenn sie gerade Lust darauf hat! Sie neigt dazu, dickköpfig zu sein und ihr eigenes Ding zu machen, wenn sie einmal in Action ist – zum Beispiel, wenn sie im Wald einem Tier hinterherhetzt oder auf dem Feld nach Wühlmäusen sucht. Wir arbeiten auf Anraten eines Hundetrainers am Gehorsam in solchen Momenten extremer Aufregung, aber das ist ein langer und mühsamer Weg. Immerhin sehe ich seit ein paar Wochen kleine Fortschritte.

Um diesen langen Text abzuschließen (sorry dafür): Wir waren bisher bei drei verschiedenen Trainern. Einmal, als sie noch ein Welpe war, weil sie unser erster Hund ist. Dann ein Termin, um das Problem mit dem Hinterherjagen von Autos in den Griff zu bekommen (ohne Erfolg), und vor kurzem wegen der Aggressivität gegenüber Leuten beim Spazierengehen (ebenfalls ohne Erfolg).

Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich mir sogar einen Maulkorb zulegen will, damit ich sie draußen frei laufen lassen kann, ohne das Risiko einzugehen, dass sie jemanden verletzt. Aber das ist natürlich keine echte Lösung, da es das Grundproblem nicht behebt.

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!

Übersetzt Französisch
icon info

Die Inhalte des Forums werden teilweise aus anderen Sprachen übersetzt, und Beiträge können Länder mit unterschiedlichen Tierschutzgesetzen betreffen. Informieren Sie sich daher gründlich, bevor Sie Entscheidungen treffen.

Da das Forum automatisch von einer KI übersetzt wird, können die Übersetzungen Fehler enthalten.

Editor wird geladen

Schreibe deine Nachricht und lade anschließend, wenn du möchtest, ein Foto hoch. Wir bitten dich, im Austausch höflich zu bleiben.

Ihr Beitrag wird für alle Mitglieder des internationalen Wamiz-Forums sichtbar sein.

26 Antworten
Sortieren nach:
  • Vorherige Kommentare anzeigen
  • ?
    Anonymer User Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
    Melden

    Nein, man kann im Moment nicht wirklich sagen, dass deine Hündin "ausgeglichen" ist, eben weil sie einen Mangel durch Aggression gegenüber Spaziergängern kompensiert...

    Sie braucht Orientierung und Beschäftigung, um diesen Instinkt zu kanalisieren, und genau dabei hätte dir der Hundetrainer helfen sollen... mal ganz abgesehen vom Grundgehorsam (der ja für jeden Hund wichtig ist).

    Mit Treibball hab ich selbst keine Erfahrung, aber das wird von Hütehunde-Fans total als Ersatzbeschäftigung empfohlen. Da solltest du also definitiv mal am Ball bleiben.

    Nur so zum Spaß hab ich meiner Hündin beigebracht, meinen großen Gymnastikball mit der Schnauze zu schubsen, das ist echt eine nette Sache :-) (sie ist ein Boxer-Mix, kein Hütehund, aber ihr scheint es jedenfalls Spaß zu machen).

    Ob das Kompensationsverhalten (Hinterherjagen/Zwicken) von selbst aufhört, wenn du ihre Bedürfnisse erfüllst?

    Fangfrage... Theoretisch ja (wenn kein Mangel mehr da ist, muss auch nichts mehr kompensiert werden), aber in der Praxis nicht unbedingt.

    Denn wenn ich das richtig verstanden habe, geht das mit der Aggression gegen Spaziergänger schon eine ganze Weile so, das könnte also schon ziemlich tief sitzen.

    Außerdem musst du sichergehen, dass keine anderen Gründe dahinterstecken, wie eine unterschwellige Angst oder Unbehagen bei frontalen Begegnungen (das Problem an der Leine lässt mich daran denken).

    Kurz gesagt: Ich glaube, zusätzlich zur gezielten Auslastung musst du die vorbeigehenden Spaziergänger für sie normalisieren, direkt in der Situation trainieren und sie dazu bringen, in der Nähe von Menschen, Fahrrädern usw. ruhig zu bleiben.

    Übersetzt Französisch
    M
    Marie4pat Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
    Melden

    Vielen Dank für eure Antworten!

    Ich werde mal schauen, ob ich mit dem Schäfer von nebenan sprechen kann.

    Was das Gassigehen ohne Leine angeht, habe ich bisher eigentlich immer super aufgepasst: Auf freiem Feld durfte sie ohne Leine laufen (damit ich sie sofort anleinen kann, sobald ich jemanden am Horizont sehe), aber an unübersichtlichen oder belebten Stellen kam sie an die Leine. Bisher gab es auch nie Probleme... bis heute Morgen, als ich den Fehler gemacht habe, meiner Hündin zu vertrauen. Sie war an fünf Leuten ohne Probleme vorbeigegangen, aber die sechste Person war dieser Junge und zack... hat sie ordentlich zugekniffen! Das passiert mir garantiert nicht nochmal. Der Maulkorb ist jetzt quasi ihr ständiger Begleiter, wenn man das so sagen kann. ;-)

    Ich bin auch ziemlich bedient von diesen Hundetrainern, die einem am Ende kaum mehr sagen, als man sowieso schon überall im Internet liest. Der letzte Trainer meinte zu mir: „Deine Hündin ist super, sie ist total ausgeglichen. Du musst nur am Gehorsam arbeiten.“ Hmm... ich glaube aber, dass das Problem nicht nur da liegt, wie ihr ja auch schon meintet, als ihr den Hütetrieb angesprochen habt.

    Was haltet ihr von Treibball? Macht es Sinn, sie daran heranzuführen und das täglich im Garten zu üben? Glaubt ihr, dass das Ausleben ihres Triebs zum Treiben und Kontrollieren beim Treibball dazu führt, dass sie das Zwicken draußen von selbst sein lässt?

    Ich werde mich auch mal in speziellen Foren für Hütehunde umschauen. Vielen Dank für die ganzen Tipps! Das baut mich echt wieder auf :-)

    Übersetzt Französisch
    ?
    Anonymer User Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
    Melden

    Wenn sie das total liebt, dann quatsch doch mal mit dem Schäfer, ob er deine Hündin nicht mehr oder weniger regelmäßig an der Herde mitarbeiten lassen kann. Man weiß ja nie, das könnte echt ein Glücksgriff sein.

    In der Zwischenzeit muss sie aber zur Sicherheit der Spaziergänger auf jeden Fall einen Maulkorb tragen.

    Ich weiß gar nicht, wie du das Risiko bisher ausgehalten hast, das ist ja megagefährlich.

    Das soll jetzt kein Urteil sein, aber wenn ich mich in deine Lage versetze – ganz ehrlich, ich wäre total im Stress. Ich würde einen Hund, der beißt, niemals frei laufen lassen, nicht mal auf den Feldern, da hätte ich viel zu viel Angst vor einem Unfall. Einsame Gegenden sind so lange einsam, bis eben doch mal jemand im falschen Moment auftaucht.

    Ich finde es auch echt schade, dass von drei Profis keiner eine Lösung für dich hatte... Das ist ziemlich deprimierend.

    Je mehr ich diesen Bereich kennenlerne (schon seit ein paar Jahren), desto mehr merke ich, dass es echt an engagierten und fähigen Profis mangelt.

    Da ich das Glück hatte, direkt beim ersten Mal an einen „Guten“ zu geraten (durch Mundpropaganda), habe ich am Anfang gar nicht verstanden, warum manche in Foren so negativ über den Beruf reden.

    Aber so langsam muss ich wohl der Wahrheit ins Auge sehen... Es scheint echt so, als ob viele Hundetrainer nicht in der Lage sind, auf die konkreten Bedürfnisse von Mensch und Hund einzugehen, selbst bei total gängigen Problemen, wie eben einem Hütehund, der Spaziergänger jagt oder zwickt.

    Dein Fall ist nämlich kein Einzelfall, bei weitem nicht, das solltest du wissen.

    Deine Hündin ist in ihrem Urtrieb, Dinge zusammenzutreiben und zu kontrollieren, einfach frustriert und lässt das dann an allem aus, was sich bewegt.

    Solche Fälle wurden schon hunderte Male erfolgreich gelöst, deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass sich auch eure Situation verbessern lässt.

    Versuch mal, dich in Experten-Kreisen umzuhören, besonders in Foren oder Gruppen speziell für Hütehunde. Da findest du Leute, die genau dieses Problem kennen und dich vielleicht an einen echten Spezialisten weiterleiten können.

    Es ist besser, einmal quer durch Deutschland zu fahren, um ein Training bei so jemandem zu machen, als für zehn zufällige Trainer zu bezahlen, die am Ende nichts bewirken.

    Übersetzt Französisch
    Kikaah
    Kikaah Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
    Melden

    Es gibt ja genau solche Clubs, wo die Halter mit ihren Hunden hinkommen und der Trainer oder Schäfer dann alles managt ^^

    Ansonsten, auch ohne ihm jetzt direkt krasse Aufgaben zum Lösen zu geben, geht es einfach darum, dass er was zu tun hat: Agility, ihm beibringen was Bestimmtes zu apportieren, oder zig verschiedene Sachen zu lernen – von total unnütz bis echt praktisch. Etwas aufheben, es irgendwo hinstellen, dir im Alltag helfen, wie Socken ausziehen oder dir ein Bier bringen....^^

    Wichtig ist dabei aber auch, ihm beizubringen, wann eine Einheit anfängt und wann sie zu Ende ist, sonst macht er 24/7 weiter. Die eigentliche Schwierigkeit bei einem Border ist nämlich, ihm beizubringen, einfach mal gar nichts zu tun.

    Übersetzt Französisch
    M
    Marie4pat Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
    Melden

    Ja, an Kopfarbeit hab ich auch schon gedacht, aber ich muss echt zugeben, dass es schwer ist zu wissen, was den „Kopf“ eines Borders wirklich auslastet. Die Spiele drehen sich oft um Strategie, die Suche nach Gegenständen oder ganz gezielte Aufgaben, aber sobald die Hündin den Dreh raus hat, löst sie das Problem in 10 Sekunden. Man muss schon verdammt kreativ sein, um einen Border mal so richtig zu fordern! Wenn ihr coole Spiele-Ideen habt, immer her damit!

    Direkt bei mir nebenan wohnt ein Schäfer, der auch einen Border hat. Ich könnte ihn mal fragen, ob meine Hündin mal an die Herde darf, um zu sehen, wie sie reagiert. Aber was mache ich, wenn sie es total liebt? Ich kann mir ja schlecht 10 Schafe in den Garten stellen! ;-)

    Übersetzt Französisch
    Kikaah
    Kikaah Symbol, das die Flagge darstellt Französisch
    Melden

    Stimmt, ein Maulkorb würde die Leute erst mal absichern, ich denke, das ist im Moment eine gute Sache.

    Aber mal abgesehen von der körperlichen Auslastung, die du ihr bietest, wie sieht’s mit der geistigen Beschäftigung aus?

    Wenn ein Border Verhaltensauffälligkeiten zeigt, denke ich sofort an einen Mangel an „Arbeit“. Nicht unbedingt direkt an der Herde (obwohl das für einen Hütehund natürlich das Nonplusultra wäre), sondern an das Ausführen von gezielten Aufgaben mit einem klaren Anfang und Ende.

    Dieser Hütetrieb ist bei den Borders fest verankert, vielleicht rennt sie deshalb Autos hinterher und zwickt die Leute.

    Wenn du dir eh Hilfe suchst, warum nicht mal bei einem Schäfer nachfragen? Es gibt da so Vereine, ähnlich wie beim Agility, nur eben mit Herdenarbeit, ich denke, das wäre echt nicht schlecht ;)

    Übersetzt Französisch
  • 26 Kommentare zu 26

  • Du hast eine Frage oder möchtest etwas mitteilen? Los geht's!