Zwei Männchen zusammen?

Ska48
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Ist das Zusammenleben von zwei Männchen möglich oder ist das eher ein Krampf?

Aktuell hab ich ein junges Männchen zu Hause und überlege, noch einen dazuzuholen – der wäre zwei Jahre alt und schon kastriert... aber ich frag mich, ob das wirklich vernünftig ist. Wie läuft das bei euch so ab?

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    Ich auch... das sehe ich sogar nur zu oft :-)

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    Tania28
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    💨 Ich meine hier niemanden persönlich, wenn ich das schreibe! Aber ich sehe das bei mir in der Gegend.

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    Man kann zwei unterschiedliche Größen haben; und der Kleinere ist ein richtiger Giftzwerg

    Ach ja? 😎

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    @Caroline danke für deinen Bericht.

    Ich hab nicht so ganz verstanden, warum du mich in deiner Antwort direkt angesprochen hast, weil ich diese Punkte in meinen Beiträgen eigentlich gar nicht erwähnt hatte, aber ich hab alles gelesen und freue mich über die Erfahrungen von allen hier :-)

    Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich die Parallele zwischen deiner Erfahrung mit Iago und der Tatsache, dass Straßenhunde meistens ganz gut alleine „klarkommen“, ohne dass es groß kracht, richtig verstehe.

    Was schließt du daraus?

    Es scheint ja tatsächlich relativ wenig heftige Konflikte unter Straßenhunden zu geben. Und ja, ich kann mir absolut vorstellen, was das für ein Brocken Arbeit mit Iago gewesen sein muss, aber ich sehe den genauen Zusammenhang nicht, den du da zwischen den beiden Sachen ziehst.

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    Tania28
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    Man kann zwei ganz unterschiedliche Größen haben, und der Kleinere ist dann ein richtiger Giftzwerg.

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    Tania28
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    "Ich denke, man kann das nicht alles nur auf Rüde/Rüde, Hündin/Hündin oder Rüde/Hündin reduzieren, und auch nicht auf dominant/unterwürfig..."
    Ja, aber meiner Meinung nach bleibt das Geschlecht trotzdem einer der größten Risikofaktoren für Unstimmigkeiten... und es wäre schade, das zu vernachlässigen. Ich habe hier im Forum schon öfter Sprüche gelesen wie „Rüde/Rüde ist kein Problem, es kommt nur auf das Temperament der Hunde und die Erziehung an“. Ehrlich gesagt finde ich das echt riskant, weil die Realität oft viel weniger entspannt aussieht. Es ist leicht, sowas mal eben schnell in einem Forum rauszuhauen. Es ist deutlich schwieriger, 15 Jahre lang zwei Rüden zu managen, die sich am liebsten gegenseitig zerfleischen würden. Die Leute, die sowas raushauen, sind meistens nicht diejenigen, die dann einen 2m hohen Zaun im Garten bauen müssen, einen ihrer Hunde verletzt vorfinden, selbst gebissen werden, wenn sie versuchen eine Beißerei zu trennen, und was es sonst noch für „tolle“ Überraschungen gibt. Mit zwei Hunden dazustehen, die sich absolut nicht riechen können, ist echt mit das Schlimmste, was einem organisatorisch passieren kann. Man sollte also ECHT vorsichtig sein, welche Hunde man kombiniert, auch wenn man natürlich nie alles kontrollieren oder die Zukunft vorhersagen kann. Ganz ehrlich: Ich kenne weniger Rüden-Duos, die auf Dauer funktionieren, als solche, bei denen es irgendwann total knallt. Das heißt nicht, dass es das nicht gibt – sieht man ja an @Emla und ihren Vorstehhunden. Aber wenn man das Risiko minimieren will, würde ich trotzdem immer zu einem Pärchen raten (Rüde/Hündin, wobei einer kastriert sein sollte), auch wenn man diesen Rat je nach Faktoren abwägen muss (einer der wichtigsten ist die Rasse: Vorstehhund + Vorstehhund klappt auf Dauer wahrscheinlich eher als Staff + Staff beim gleichen Geschlecht).

    Bin da ganz deiner Meinung (ja, wirklich!) 👌

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    Du musst dir mal vorstellen, was das für ein psychischer Stress für meinen Hund und mich war und wie weh es tat, ihm das zuzumuten. Aber ich hab es durchgezogen: Ich hab sein Verhalten absichtlich provoziert und ihn stundenlang in die extreme Frustration getrieben, bis er mit dem störenden Verhalten aufgehört hat. Das war echt unorthodox – entweder er beruhigt sich und akzeptiert, dass er nicht die Kontrolle über den Ort hat und nicht den Chef markieren und andere Hunde anknurren kann, oder ich bleibe da und zwinge ihn, draußen zu bleiben, während er den anderen Hund auf der anderen Seite genau beobachten kann, wie der sich frei bewegt.

    Für manche ist das extrem krass, aber ich habe jetzt einen verträglichen Hund, der bei einem kurzen "Stopp" von mir sofort mit allem aufhört (vorausgesetzt, der andere Hund geht nicht wieder auf ihn los). Und in den seltenen Fällen, in denen er es doch mal nicht macht, weiß er genau, dass ich bereit bin, wieder stundenlang mit ihm zu trainieren – und darauf haben wir beide keine Lust. Ich geb's zu, ich hab 4 bis 5 Stunden am Tag vor einer offenen Tür verbracht.

    Früher hat sich sein Verhalten immer weiter gesteigert und er wurde im Umgang mit Artgenossen fast untragbar, heute gilt er als sehr sozialer Begleiter. Die Sorte Hunde, die er früher absolut nicht ausstehen konnte, ignoriert er heute einfach, als wären sie gar nicht da.

    Das war eine echt harte Zeit, aber wenn du sowas einmal mit einem Hund durchgestanden hast, sind Konflikte zwischen Hunden heute für mich eher nebensächlich. Ich glaube nicht, dass mich andere Hunde jemals wieder dazu bringen, zwei Stunden am Stück so eine Lust auf Stunk zu bändigen, nur um 10 Minuten später wieder von vorne anzufangen und so weiter.

    Die ersten Fortschritte hab ich erst nach ein oder zwei Monaten gesehen, man muss also echt dranbleiben. Die Anspannung war riesig, aber ich hatte keine andere Wahl.

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    Das Wichtigste ist die erste Reaktion bei einem Konflikt. Da ich oft in Hundeparks unterwegs bin, fällt mir das immer wieder auf – und ich gelte da oft als total verrückt, obwohl meine zwei Hunde eigentlich super sozial sind. Selbst wenn ich gerade quatsche, drehe ich mich ständig um und schaue, was meine Hunde gerade so treiben. Ich bin gefühlt die Einzige von zehn Leuten, die das macht und ihren Hund schon vor dem kleinsten Knurren stoppt. Die Leute sagen dann immer: „Aber der macht doch gar nichts Schlimmes!“. Dabei bin ich eine der Wenigen, die noch nie Stress hatten. Außer einmal, da wurde Maya von einer Hündin attackiert (die mochte wohl keine eher ängstlichen Hunde) und mein Rüde hat sie dann verteidigt. Aber ja, ich gelte da echt als Außerirdische, die total übertreibt.

    Ich sage nicht, dass die Leute in meinem Park repräsentativ für alle sind, aber falls doch, dann wundert es mich echt nicht, dass es ständig kracht. Eigentlich ist es auch nicht die Schuld der Leute an sich – ich habe eine dreimonatige Intensivausbildung in Sachen Hundetraining hinter mir. Wenn ich solche Situationen mit meinem eigenen Hund nicht managen könnte, wäre das wohl ziemlich bedenklich.

    Nachdem ich viel mit Leuten geredet und viele Hunde kommen und gehen gesehen habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass manchen Besitzern einfach zu viel Geduld und Wille abverlangt wird. Das ist ein Riesendruck, eine krasse Typveränderung... manchmal wird aus solchen Gründen sogar eine Einschläferung vorgeschlagen (ich rede jetzt von anderen Sachen als nur Konflikten), einfach weil manche Hunde 24/7 Aufmerksamkeit brauchen, bevor das Problem gelöst ist.

    Und was man oft vergisst: Die Lösung eines Problems führt fast immer erstmal über eine Verschlimmerung. Wenn man vom Hund eine Veränderung verlangt, ist sein erster Reflex oft, das Fehlverhalten noch zu steigern, bevor er damit aufhört. Das heißt, man verlangt von Haltern, die eh schon am Ende ihrer Kräfte sind, da durchzugehen – obwohl man weiß, dass es erstmal 1 bis 2 Monate lang schlimmer wird (je nachdem, wie sehr das Verhalten vorher verstärkt wurde), bis es dann ganz aufhört. Deshalb bin ich zwar kein Riesenfan von Cesar Millan, wenn er Hunde wegen jedem Mist so krass bedrängt – für mich muss das meistens nicht sein – aber bei manchen Hunden hast du einfach keine andere Wahl.

    Mein Hund, der früher seine Konflikte selbst geregelt hat und darin seinen Weg fand, ist förmlich durchgedreht, als ich ihm jeden noch so kleinen Konflikt verboten habe (weil er sich da immer mehr reingesteigert hat). Und wenn ich sage durchgedreht, meine ich das auch so: Ich stand teilweise über eine Stunde vor einer offenen Tür, um seinen Drang zu kontrollieren, in den Bereich zu stürmen. Ich glaube, einmal waren es sogar 2 Stunden.

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    Lorna, im Großen und Ganzen finde ich, dass man nicht jedes Mal den Boss spielen muss, sobald der Hund erst mal verstanden hat, worum es geht. Wie schon gesagt, mit Iago habe ich immer so einen Monat, wo es echt anstrengend ist. Aber keine Sorge, nach zwei Jahren stehe ich jetzt nicht mehr 24/7 daneben und schaue, was zwischen den Hunden passiert (sonst liefe da ja was gewaltig schief). Die Lage ist total entspannt und meine beiden verstehen sich super – so gut, dass ich gar nicht mehr weiß, wann der letzte Krach war. Und falls das vor über sechs Monaten mal der Fall war, war es auch super schnell wieder vorbei. Nur in diesem einen Monat muss ich echt konsequent sein und darf nichts durchgehen lassen. Wenn das erst mal durch ist, hab ich null Probleme mehr.

    Wenn es wirklich nur an den Hunden liegen würde, wie erklärt man sich dann die Leute, die ganze Rudel mit Rüden und Hündinnen zusammenhalten, ohne dass es jemals kracht (zumindest nicht so, dass Blut fließt)? Ich glaube echt, dass manche Leute einfach ein Naturtalent dafür haben. Ich gehöre da nicht dazu, ich musste das erst lernen. Es liegt mir eigentlich nicht, so autoritär zu sein, aber mir bleibt halt keine Wahl. Manchmal wechselt ein Hund den Besitzer und man erkennt ihn kaum wieder. Ich hab mal bei einem Training für leinenaggressive Hunde zugeschaut. Es war echt spannend zu sehen, wie unterschiedlich der Hund ist, je nachdem, wer gerade die Leine hält. Beim Hundetrainer war das Problem nach 10-15 Minuten gelöst, beim Besitzer dauert es Monate. Aber das ist ja normal, weil da die Gefühle mit reinspielen und alles verändern. Und vor allem ist da die Geduld: Ein Besitzer, der sich seit Monaten abmüht, hat natürlich nicht mehr die gleiche Geduld wie ein Trainer, der den Hund gerade erst kennengelernt hat.

    Ich hab ja mal auf den Antillen gelebt und da sieht man eigentlich keine Beißereien unter Straßenhunden. Die meisten leben friedlich zusammen und haben null Stress miteinander, außer vielleicht mal die typischen Ressourcen-Streitigkeiten, wie jeder Hund sie hat. Wie lässt sich das erklären? Sind Straßenhunde etwa alle „einfach“? Oder liegt es eher daran, dass der Faktor Mensch wegfällt, der sonst so vieles beeinflusst? Ich tippe ja auf Letzteres. Ich weiß, dass mein Rüde eigentlich total gerne den dicken Max markiert. Er macht es zwar nicht mehr, aber es würde schon reichen, wenn ich einmal ein Knurren durchgehen ließe, und er wäre sofort wieder dabei. Aber der feine Herr ist ja nicht dumm: Er weiß ganz genau, wie er sich hinter dem großen Hund verstecken und sich an ihm orientieren kann, wenn es sein muss. Das hat er schon beim Hund meines Vaters so gemacht, den er eigentlich die meiste Zeit absolut nicht ausstehen konnte.

    Meistens ist es extrem anstrengend, immer auf der Hut zu sein, und ich sag auch gar nicht, dass das leicht ist. Deswegen hab ich hier Maya mit ihrem ruhigen Temperament und hab mir erst mal keinen Staff-Mix-Bulldozer ins Haus geholt. Mit dem Hund meines Vaters, bei dem Iago sich so richtig reingesteigert hatte, war es echt ein harter Kampf, die beiden aneinander zu gewöhnen, ohne dass es knallt. Aber am Ende haben wir es geschafft.

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    Ich denke auch, dass ein ordentlicher Größenunterschied ein Plus an Sicherheit sein kann (aber wenn es mal schiefgeht, oje...).

    Andererseits hatte ich nie das Gefühl, dass das im Verhältnis zwischen Rüden und Hündinnen eine große Rolle spielt. Meine Hündin ist einfach gegenüber so ziemlich allen Rüden tolerant, auch den kleinen. Aber vielleicht ist das ja nur einer von vielen Faktoren.

    Zuhause hat ganz klar Mo das Sagen, obwohl Buck locker die Oberhand gewinnen könnte, wenn er nur wollte.

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