@Wiegehts35, noch mal: Ich respektiere jede Meinung, aber ich verstehe es einfach nicht. Wenn ich deiner Logik folge – und sag mir bitte, wenn ich mich irre –, ein Malinois liebt die Arbeit. Sollen wir ihn dann davon abhalten, nur weil das dieses Klischee vom Polizeihund füttert? Genauso beim Schäferhund. Oder der Border Collie, der liebt das Hüten. Soll ich daraus schließen, dass Leute, die mit ihrer Herde arbeiten, einen "schlechten Hang" des Hundes fördern?
Ich versuche es zu verstehen und würde dir gern meinen Standpunkt erklären. Ulthia ist, wie gesagt, ein Therapiehund. Sie ist natürlich für ihren Job ausgebildet, aber das ist eben Arbeit – keine reine Spaß-Aktion, wo sie sich entspannen kann, sie rackert richtig.
Wenn wir heimkommen, liebt sie es, mit ihrem Seil zu spielen. Ich bringe es nicht übers Herz, ihr das zu verweigern, wenn man bedenkt, dass sie den ganzen Tag über pausenlos mit mir arbeitet.
Und ich finde, alles hat seinen Platz. Ein Beagle ist für die Jagd gemacht, also warum ihn nicht an bestimmten Orten Fährten suchen lassen? Mit Erziehung und einer guten Vertrauensbasis versteht der Hund, dass es passende Orte gibt und andere eben nicht. Ein Molosser hat die Qualität seiner Fehler. Ja, er ist dickköpfig und beharrlich, aber gib ihm eine Aufgabe und er wird diese Hartnäckigkeit genau dafür einsetzen, was du von ihm willst.
Ich denke, Erziehung, Verständnis und Respekt müssen an erster Stelle stehen. Dann kann man einem Hund praktisch alles abverlangen. Deshalb meinte ich auch, dass jeder Hund gefährlich sein kann, wenn man ihn nicht unter Kontrolle hat – was leider bei vielen Hunden der Fall ist.
Es geht nicht darum, nur Zerrspiele zu machen, um den Hund zu belustigen, darum geht’s nicht. Aber ist es nicht ein Zeichen dafür, dass man was falsch gemacht hat, wenn man es ihm verbieten muss, weil man sein Tier nicht im Griff hat? Und das geht nicht gegen dich persönlich. Übersteigerter Schutzinstinkt ist, wie du weißt, ein Verhaltensproblem, das man kontrollieren lernen muss – was du ja auch tust, das hab ich nie kritisiert. Und auch der Jagdtrieb beim Husky lässt sich kanalisieren und für andere Zwecke nutzen. Die Energie eines Hundes in einen passenderen Rahmen umzulenken, okay, aber ich verstehe nicht, was an einem Seil oder an Holz nicht passen soll...
Die Massenmedien stürzen sich auf Staffs oder Pits, um Schlagzeilen zu machen, und die Leute rennen wie die Schafe hinterher. Ich bin nicht unsozial, sondern eher unangepasst, um genau zu sein. Und nein, ich sehe nicht ein, meinem Hund eine Aktivität zu verbieten, die sie liebt, wenn man bedenkt, dass sie – wie jeder Hund – gelernt hat, wieder runterzukommen, eine Beißhemmung hat und jeden respektiert.
Es macht Spaß, Meinungen auszutauschen. Habt einen schönen Tag und liebe Grüße an alle (nein, ich mache mich nicht lustig, ich meine das ganz ehrlich mit dem schönen Tag, das ist keine Provokation 😊)