Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden herrscht am Dienstag (3. November) zunächst Routine. Eine Maschine aus dem portugiesischen Porto ist soeben gelandet, die Passagiere strömen durch die Ankunftshalle in Richtung Ausgang. Koffer rattern über die Fliesen, Rucksäcke werden geschultert.
Im Anschluss geht es zur obligatorischen Zollkontrolle - und die wird den zuständigen Beamten sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Dank der feinen Spürnase von Zollhund Eric!
Eric lässt sich nicht täuschen
Nicht nur die menschlichen Kollegen checken Reisende und Gepäck auf verdächtige Anhaltspunkte, auch Rauschgiftspürhund Eric nimmt die Gepäckstücke unter die Lupe. Seine Nase registriert in Sekundenbruchteilen die unterschiedlichsten Gerüche: Parfüm, getragene Kleidung, Reiseverpflegung und...
Als ein 58-jähriger Portugiese den Kontrollbereich passiert, stoppt Eric abrupt! Er beginnt am Rucksack des Mannes zu schnüffeln und gibt damit ein unmissverständliches Signal – hier befindet sich etwas, das dort nicht hingehört!
Ein genauer Blick aufs Brötchen
Die Kontrolleure bitten den Reisenden zur Seite und fordern ihn auf, den Inhalt seines Rucksacks vorzuzeigen. Zum Vorschein kommt Reiseproviant für den Flug: zwei belegte Brötchen, eingepackt wie für ein schnelles Frühstück unterwegs. Auf den ersten Blick völlig harmlos.
Doch Erics Reaktion war zu eindeutig, um die Backwaren einfach beiseitezulegen. Die Einsatzkräfte nehmen die Zwischenmahlzeit genauer unter die Lupe – und erleben eine Überraschung, die selbst erfahrene Zöllner staunen lässt.
Das Innere der beiden Teiglinge entpuppt sich als dreist präpariertes Schmuggelversteck. Dicht verpackt verstecken sich hier knapp 200 Gramm Haschisch.
Kein Einzelfall: Erics sensationelle Trefferquote
Pech für den 58-Jährigen, dass an diesem Tag ausgerechnet Eric im Einsatz war. Denn der gilt am Airport als absoluter Ausnahme-Spürhund, und den können selbst die Aromen von Brot und Belag nicht ablenken.
Nur kurze Zeit später schlug der Vierbeiner übrigens bei zwei weiteren Fluggästen derselben Maschine an, bei denen ebenfalls verbotene Substanzen im Gepäck zum Vorschein kamen. Bei einer 22-jährigen Reisenden stellte sich im Zuge der Überprüfung sogar heraus, dass sie gar nicht erst hätte einreisen dürfen.
In den Reihen des Zolls ist Eric längst eine feste Größe: In früheren Einsätzen spürte die Spürnase bereits Drogen im Wert von mehreren Millionen Euro auf, darunter Hunderte Kilo Schmuggelgut in Reisebussen und Verstecken.
Fataler Irrglaube
Der Vorfall mit dem präparierten Pausenbrot beleuchtet ein Missverständnis, das viele Reisende teuer zu stehen kommt: Auch wenn der Besitz kleinerer Mengen Cannabis für Volljährige im deutschen Inland unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt ist, endet diese Regelung exakt an der Staatsgrenze. Die Ein-, Aus- und Durchfuhr über nationale Grenzen hinweg bleibt ausnahmslos verboten.
Und wie der Vorfall am Baden-Airpark eindrucksvoll beweist, ist selbst das kreativste Frühstücksversteck gegen die Nase eines trainierten Hundes absolut chancenlos.
