Spalt zwischen zwei Garagen
© Polizei Kiel und Plön / Facebook

21.50 Uhr in Kiel: Nachbarin hört verzweifelte Schreie aus Spalt – dann eskaliert die Situation

von Stefanie Gräf•

Unheimliche Schreie aus Richtung der Garagen sorgen plötzlich für Gänsehaut bei den Anwohnern! Als die Feuerwehr eintrifft, wird das ganze Drama offenbar.

Es ist Freitagabend, der 30. Oktober, im Kieler Stadtteil Wik. Gegen 21.50 Uhr hört eine Anwohnerin zutiefst beunruhigende Laute! Es ist ein heiseres, rhythmisches Schreien, gepresst, schrill und von einer Dringlichkeit, die den Atem stocken lässt.

Gegen 21.50 Uhr hält es eine Nachbarin nicht mehr in der Wohnung aus. Das Geräusch aus Richtung der Garagen lässt sich nicht länger ignorieren. Dort wird die Frau kreidebleich, denn die Schreie kommen aus dem schmalen Spalt zwischen zwei Garagen!

Verzweifelte Schreie aus dem Spalt

Sie richtet den Lichtkegel ihrer Taschenlampe in den engen Spalt. Erst auf den zweiten Blick reflektiert das Licht zwei weit aufgerissene Augen. Tief im Mauerwerk verkeilt steckt ein kleiner, pelziger Körper. Eine Katze!

Sie sitzt in einer absoluten Todesfalle fest: nach vorne verjüngt sich die Lücke erbarmungslos, nach hinten gibt es für den Körper kein Zurück mehr. Seit Stunden, so wird später klar, kämpft das Tier dort in völliger Bewegungslosigkeit gegen das Ersticken und die Kälte an.

Selbst die Feuerwehr kommt nicht weiter!

Als kurz darauf Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr anrücken, kippt die ohnehin angespannte Stimmung endgültig. Blaulicht zerschneidet die Nacht, Anwohner treten vor die Türen. Der Schacht ist so extrem schmal, dass niemand mit den Armen weit genug hineingreifen kann, ohne sich selbst zu verkeilen. 

Jeder Versuch, mit Stangen oder Schlaufen an das Tier heranzukommen, scheitert am rauen Beton. Die Katze sitzt mit jedem Rettungsversuch nur noch tiefer fest.

Die Lage droht baulich zu eskalieren: Weil das Tier sichtlich an Kräften verliert, treffen die Verantwortlichen eine radikale Entscheidung. Bevor die Katze zwischen den Wänden stirbt, soll schweres Gerät herangeschafft werden!

Die Einsatzkräfte erwägen ernsthaft, eine der tonnenschweren Betonwände komplett aufzustemmen – ein massiver, gefährlicher Eingriff mitten im Wohngebiet.

Rettung durch den letzten Funken Kraft

Während die Helfer das Aufbrechen des Betons vorbereiten, geschieht das Unerwartete. Im Inneren der Fuge regt sich etwas. Als hätte das Tier die Vibrationen und die Hektik der Helfer gespürt, mobilisiert es seinen allerletzten Überlebensinstinkt.

Mit einer minimalen, millimetergenauen Drehung schiebt sich der kleine Körper ein Stück nach vorn!

Ein Feuerwehrmann zögert keine Sekunde, nutzt die winzige Lücke, greift mit vollem Körpereinsatz in den Spalt und bekommt das Tier am Nackenfell zu fassen. Zentimeter für Zentimeter zieht er den Ausreißer vorsichtig aus dem Beton ins Freie.

Kurz vor Mitternacht löst sich die Anspannung in der Siedlung auf. Die Katze hat die stundenlange Tortur zwischen den Mauern wie durch ein Wunder unversehrt überstanden und wird noch vor Ort ihrer überglücklichen Halterin übergeben. 

Was um 21.50 Uhr mit einem unheimlichen Klagelaut begann, endete für die Menschen in Kiel-Wik in einem Rettungskrimi, der um ein Haar mit dem Abrisshammer geendet hätte.

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