Ein Tierheim gilt als letzte Bastion für die Schwachen, als sicherer Hafen für Geschöpfe, die im Leben bisher wenig Glück hatten. Umso tiefer trifft es das Team des Tierheims Bergheim im Rhein-Erft-Kreis, dass so etwas bei ihnen geschehen ist.
Am fraglichen Donnerstagnachmittag (29.10.2026) herrscht reger Betrieb. Plötzlich bemerkt ein Mitarbeitender: Ein Schützling ist plötzlich verschwunden! Doch schnell wird klar, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Vermisstenfall handelt.
Kätzchen verschwindet spurlos!
Ausgerechnet Katzenkind "Sunny" ist verschwunden. Das Kätzchen ist noch winzig und verdankt sein Leben einer Mitarbeiterin des Tierheims, die es mit der Flasche aufgezogen und um sein Überleben gekämpft hat. Doch nun fehlt von Sunny jede Spur. Und die Sorge um sie ist groß.
Denn die kleine Katze ist nicht etwa ausgebüxt. Nach Angaben des Tierheims wurde sie mitten am Tag von einem Unbekannten entwendet!
„Wir können mit der Ungewissheit nicht leben!“
Was die Pfleger nun um den Schlaf bringt, ist ein ganz anderer Umstand: die unbarmherzig tickende Uhr. Sunny ist noch sehr jung, ihr Immunsystem anfällig und ihr medizinischer Schutz keineswegs vollständig.
Ohne die noch ausstehenden Impfungen ist das Kätzchen Krankheitserregern schutzlos ausgeliefert. Jede Stunde fernab der medizinischen Versorgung vergrößert das gesundheitliche Risiko dramatisch.
Ein drastischer Schritt
Die wachsende Verzweiflung trieb die Verantwortlichen schließlich vor die Kamera. In einer Botschaft auf Instagram wandte sich das Team direkt an die Öffentlichkeit – und an die Person, die das Tier an sich genommen hat.
Um das Leben des Katzenkindes zu retten, geht das Tierheim einen ungewöhnlichen, beispiellosen Weg. Dank eines privaten Unterstützers wurden kurzfristig 1.000 Euro ausgelobt. Die Botschaft an denjenigen, der Sunny bei sich hat, könnte dringlicher kaum sein:
„Bringen Sie Sunny zu uns als Fundkatze zurück – wir wollen, dass unser Albtraum endet! Wer auch immer sie bringt, wir stellen keine Fragen.“
Keine Vorwürfe, keine Konsequenzen, keine Vorhaltungen – einzig das Überleben und die sichere Rückkehr des Tieres zählen in diesem Moment.
Eine Welle der Solidarität im Netz
In den sozialen Netzwerken löste der verzweifelte Appell aus Bergheim binnen Stunden eine riesige Welle der Anteilnahme aus. Tausende Tierfreunde teilten das Video, Hunderte drückten in den Kommentaren ihre Fassungslosigkeit über die Kälte dieses Vorfalls aus.
Gleichzeitig wächst der Druck auf die Person, die Sunny versteckt hält. Das Tier ist gechippt und damit unverwechselbar registriert. Sämtliche Tierarztpraxen und Tierkliniken in der gesamten Region sind informiert. Ein dauerhaftes Verstecken oder gar ein Weiterverkauf im Netz dürfte kaum unbemerkt bleiben.
Im Tierheim Bergheim hofft man nun stündlich darauf, dass die Tür aufgeht und jemand die kleine Sunny abgibt. Für das Team bleibt es ein quälendes Warten – und ein Wettlauf gegen die Zeit.