Acht Hunde in sieben Tagen. Und immer dieselbe gravierende Diagnose! Was sich innerhalb einer einzigen Woche in der Tierklinik Lüneburg (Niedersachsen) abspielt, ist selbst für erfahrene Veterinärmediziner ungewöhnlich.
Diese Erkrankung kann unbehandelt lebensbedrohlich werden und erfordert mitunter eine intensivmedizinische Betreuung. Besonders beunruhigend: Ausgerechnet das dringend benötigte Medikament ist nicht überall sofort verfügbar!
Acht Hunde in einer Woche erkrankt!
Der Feind im Blutbahn-System greift lautlos an: Er zerstört gezielt die roten Blutkörperchen, kappt die Sauerstoffversorgung im Körper und bringt die betroffenen Tiere innerhalb kürzester Zeit an den Rand des organischen Zusammenbruchs.
Die Diagnose lautet Babesiose, umgangssprachlich auch Hundemalaria genannt. Übertragen wird die Erkrankung durch infizierte Zecken.
Die Zeit läuft den Hunden davon
Für die Mediziner beginnt in solchen Momenten ein extrem kritischer Wettlauf gegen die Uhr. Die rettenden Spezialpräparate müssen über internationale Apotheken geordert werden und haben eine Lieferzeit von rund fünf Tagen – eine Spanne, die ein akut erkrankter Hund schlichtweg nicht überlebt.
Dass die Klinik in Lüneburg das Präparat vorrätig hat, verhinderte Schlimmeres. Dennoch zeigt die beispiellose Serie an Einlieferungen, wie nah Freud und Leid im Herbst beieinanderliegen.
Ein fataler Irrglaube
Während die Notfälle medizinisch versorgt werden, schlagen die Tierärzte angesichts eines weit verbreiteten Irrglaubens scharf Alarm.
Nicht nur, dass vielfach davon ausgegangen wird, dass Zecken nur im Frühjahr und Sommer aktiv sind. Noch immer vertrauen viele Halter auf wirkungslose Hausmittel wie Bernsteinketten oder Schwarzkümmelöl gegen die Spinnentierchen.
Noch gefährlicher sind fragwürdige Methoden wie das Beträufeln von Zecken mit Waffenöl: Die Parasiten geraten dadurch in einen Todeskampf und pumpen die tödlichen Erreger erst recht in die Blutbahn des Hundes.
Auf Warnsignale achten!
Die Lüneburger Fälle gingen diesmal glimpflich aus, doch die Warnung der Tierklinik ist eindeutig: Wer Warnsignale wie coladunklen Urin, blasses Zahnfleisch oder hohes Fieber übersieht oder auf unwirksame Alternativmethoden setzt, geht ein tödliches Risiko in Bezug auf den geliebten Vierbeiner ein.
Die wichtigste Botschaft ist nach wie vor: Eine gefährliche Infektion rechtzeitig zu erkennen und schnell behandeln zu lassen, kann für den betroffenen Hund entscheidend sein.